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Kreisverbund Jena, Saale-Holzland-Kreis

 
 
 

Neujahrsempfang der Wirtschaft der Region Jena/SHK am 4.1.2017 in der Sparkassen-Arena Jena

Als IGJS-Sprecher entbot Frank Heuer seine Grußworte an alle Anwesenden, seine Forderungen und Anregungen aus den Reihen der Unternehmerschaft richtete er jedoch diplomatisch formuliert insbesondere an den Ehrengast Bodo Ramelow (DIE LINKE), Ministerpräsident des Freistaates Thüringen sowie an die politikverantwortlichen Vertreter der Parlamente von Bund, Freistaat und Kommunen. Superlative wie Boom-Region konnte er dank beispielsweise sprudelnder Steuereinnahmen und einer Beschäftigungsquote auf Allzeit-Hoch guten Gewissens verwenden für seine Jahresbilanz 2016 und Standortanalyse. Allein die Unternehmen der IGJS würden nach seinen Worten zu 40 Prozent die Steuerquellen der Stadt speisen. Auch die seit 1990 höchste Geburtenrate sei ein Indiz für perspektivreiche Arbeits- und Lebensbedingungen hier vor Ort. Wirtschaft und Wissenschaft würden sich idealer Weise ergänzen und befördern. Kurze Wege und vielmals der direkte Draht der Entscheider führten schnell zu Ergebnissen. Dennoch vermisse er für den „wirklichen Jenaer Dreiklang“ häufig die Kommune, begann er diplomatisch seine Aufzählung der dringend zu beendenden „Jenaer Baustellen“ wie Eichplatzbebauung, Stadion, städtisches Verkehrskonzept, Fernverkehrsanbindung und endlich planbare Bautätigkeit auf Jenas ohnehin neuralgischen Verkehrsadern. Die Wirkung derartiger weicher Standortfaktoren dürfe nicht länger ungenutzt bleiben.
Als Wirtschaftssprecher nahm er auch das Bildungswesen in die Pflicht, verlässliche und motivierte, ausbildungs- und lebenspraxistaugliche Fachkräfte von morgen aus Schülern, Studenten und ja, auch Flüchtlingen, zu formen.

Damit bildete er die Überleitung zu seinem Veranstaltungspartner und BVMW-Kreisgeschäftsführer Dietmar Winter, der als Stimme der mittelständischen Unternehmer all diese Forderungen ohne Abstriche bekräftigte. Zudem hatte Dietmar Winter neben seinen klassischen Neujahrsgrüßen nur einen einzigen, jedoch äußerst bemerkenswerten Vorschlag nach einem Qualitätszertifikat für Bildungseinrichtungen: „So, wie Unternehmen die Einhaltung vergleichbarer Standards bei Qualitäts- aber auch zum Beispiel Energie- und Umweltmanagement mit Zertifikaten nachweisen müssen, sollten auch von Bildungseinrichtungen messbare Standards nachgewiesen werden. Vermutlich nicht einmal mehr die wirklich Eingeweihten können noch die vielfältigen Schulmodelle vergleichend bewerten.“ Damit würde übrigens eine bereits 2010 im Jenaer Bildungsleitbild formulierte Eigen-Verpflichtung der Bildungseinrichtungen zur Einführung eines „geeigneten Qualitätsmanagementsystems“ Praxis werden können.

Eine engere Verzahnung von Wirtschaft und Bildung würde auch er, Bodo Ramelow, für Thüringen begrüßen. Und auch sonst lobte der Thüringer Kabinettschef und Ehrengast zu Recht den Löwenanteil der Unternehmer an der sehr guten Position Thüringens im Vergleich der Bundesländer: „Thüringen zeigt langsam, wir sind der Westen des Ostens!“ Erwartungsgemäß verteidigte er die Kabinettsbeschlüsse zu Bildungslandschaft und Schulnetzplanung ebenso wie zur Gebietsreform, die nun ohne vorherige Aufgaben- und Strukturanalyse kurzfristig umgesetzt werde. Nach seiner Argumentation könnten nur die durch Zusammenlegung neu entstehenden Verwaltungsstrukturen effizient sowie handlungs- und leistungsfähig genug sein.

Damit gaben alle drei Redner genügend zusätzlichen Stoff für die gewohnt angeregten und intensiven individuellen Gespräche, sodass auch der Neujahrsempfang der regionalen Wirtschaft 2017 zum ersten Höhepunkt im Jahresverlauf der Unternehmertreffs und Netzwerkabende der Region und wiederum Startpunkt für neue, aufgefrischte oder fortlaufende Geschäftskontakte avancierte.

www.jena.bvmw.de 
www.igjs.de 
Bericht von JenaTV

Text: Karsten Seifert, FAKT KOMMUNIKATION - Messen, Public Relations, Beratung, Marketing, Medien
Fotos: Jürgen Scheere, SCHEERE PHOTOS und Karsten Seifert

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