Corona Spezial

Das Coronavirus Update mit Herrn Jan Koscinski, Gebietsleiter BPI France,Deutschland, Mittel- und Osteuropa, Russland, Kaukasusbei

Unterstützungsmaßnahmen für Unternehmen mit Hauptsitz in Frankreich – 06.04.2020 
 
Tochter- oder Schwestergesellschaften, die in Frankreich tätig sind (Filiale, die eine SIRET Nummer haben) 
 
Im Falle von Tochtergesellschaften („mit einem französischen Aktionär") gibt es keine besondere finanzielle Unterstützung in Frankreich. In diesem Fall sind diese Unternehmen dann für deutsche Maßnahmen förderfähig.  Es besteht für sie jedoch die Möglichkeit, sich mit ihrer Muttergesellschaft in Frankreich abzustimmen. In diesem Fall unternimmt die Muttergesellschaft die Schritte, um in Frankreich einen Barvorschuss bzw. ein Darlehen zu erhalten und dieses dann gegebenenfalls an ihre Tochtergesellschaften zu verteilen. 
 
Umgekehrt bedeutet dies auch, dass deutsche Tochtergesellschaften, die in Frankreich aktiv und registriert sind, für alle Programme der Bpi France/Französischer Staat in Frage kommen. In 99% der Fälle muss das Unternehmen zu seinem Bankier gehen und ein "PGE" (prêt garanti par l’État), ein staatlich garantiertes Darlehen beantragen. Dieses Darlehen ist einen Barvorschuss in Höhe von maximal ¼ des Umsatzes von N-1 (2018 oder 2019), der dem Unternehmen für 12 Monate zur Verfügung gestellt wird und am Ende der 12 Monate in einem "One-Shot" oder durch Verteilung der Laufzeiten auf maximal 5 Jahre zurückzuzahlen ist. Diese Barvorschüsse werden von Bpi France (d.h. vom Staat) je nach Größe des Unternehmens zu 70 bis 90% garantiert. 

 In 1% der Fälle, in denen das oben genannte System nicht greift, gibt es zwei Darlehen, die als "Bounce-back-Darlehen" und "Asset-Darlehen" bekannt sind: d.h. direkte Darlehen von Bpi France zwischen 5 und 10 Mio. EUR oder sogar 30 Mio. EUR und mehr für „ETI" (Entreprise de taille intermédiaire, genannt Middle-Cap) in Deutschland.  
 
Schließlich hat Bpi France für alle Unternehmen, die bereits ein Darlehen von Bpi France erhalten haben (d.h. vor der Coronavirus-Krise), die Darlehenslaufzeiten automatisch für 6 Monate ausgesetzt. (mehrere andere Banken sind in der Folge gleichgezogen). 

Für weitere Infromationen klicken Sie auf den folgenden Link: BPI France Emergency Plan 

 Andere Möglichkeiten für die Unternehmen, die nicht von Bpi France abhängig sind: 
 
a. Teilarbeitslosigkeit

b. Verlagerung von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen

c. Verlagerung der Zahlung von Versorgungsleistungen (Wasser, Gas, Strom)

d. Gegebenenfalls - Solidaritätsfonds von 1500 EUR für SME und Selbständige, der ab nächster Woche freigegeben wird.

Teilarbeitslosigkeit für die Firma ohne Niederlassung in Frankreich

Die am Samstag, den 28.03. im Journal Officiel veröffentlichte Dringlichkeitsmaßnahme bezüglich der Teilzeitbeschäftigung besagt in Artikel 9, dass "Arbeitnehmer, die bei einem Unternehmen ohne Niederlassung in Frankreich beschäftigt sind, in eine Position der Teilzeitbeschäftigung versetzt werden können und als solche in den Genuss des in Artikel L.5122-1 des Arbeitsgesetzes vorgesehenen Stundensatzes kommen können". Deutsche Unternehmen, die keine Niederlassung in Frankreich haben, aber langfristig Mitarbeiter in Frankreich beschäftigen und die in Frankreich fälligen Sozialversicherungsbeiträge zahlen, können von dieser Regelung profitieren. Dies gilt für alle ausländischen Unternehmen in dieser Situation. Mehrere tausend deutsche Unternehmen sind betroffen. Sie beschäftigen rund 15.000 französische Mitarbeiter. 

Quelle : https://www.acteursdufrancoallemand.com

 

Erweiterung der Soforthilfen im Saarland auf Unternehmen mit 11 bis 100 Beschäftigten

Bescheinigung für die Einreise in das französische Staatsgebiet

Ab dem 8. April um 0.00 Uhr wird für die Einreise in das französische Staatsgebiet (Festland und Überseegebiete) eine Bescheinigung benötigt, die "Attestation de déplacement dérogatoire et justificatif de déplacement professionnel", die sich auf der Seite des französischen Innenministeriums generieren lässt.

Frankreich: Chancen durch die neue Arbeitsreform

Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 2.225,26 Mrd. Euro war Frankreich, nach Deutschland und Großbritannien, im Jahre 2016 eine der größten Volkswirtschaften Europas. Auch weltweit liegt Frankreich derzeit auf dem sechsten Platz der IWF Rangliste und hat somit weiterhin eine führende Rolle in der Weltwirtschaft. Mit einer im Durchschnitt um 0,4% wachsenden Bevölkerung wird Frankreich auch zukünftig zu den größten Volkswirtschaften Europas gehören.

Dennoch stagnierte die französische Wirtschaft in den letzten Jahren. Die geringe Flexibilität des Arbeitsmarktes, das strenge Arbeitsrecht und die steigende Staatsverschuldung halten Frankreich seit Jahren zurück. Die damit verbundenen hohen Produktionskosten haben das Interesse an Frankreich für viele Unternehmer gedrosselt.

Dieses Defizit soll nun die neue gewählte Macron-Regierung korrigieren. Durch gezielte Arbeitsmarktreformen des konservativen Premierminister Édouard Philippe und Arbeitsministerin Muriel Pénicaud sollen insbesondere die betriebsbedingten Kündigungen vereinfacht und die Höhe von Abfindungen begrenzt werden.

Obwohl diese Reformen der gesamten Wirtschaft zugutekommen, werden wohl insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen einen großen Profit daraus erhalten. Insbesondere die Stärkung des französischen Mittelstands und die Stärkung des allgemein europäischen Mittelstands stehen derzeit im Fokus der Bemühungen der deutschen Regierung. Auch der BVMW sieht große Chancen in der Zukunft des deutsch-französischen Mittelstandes und möchte diesen durch seine neu gegründete Initiative „Le Mittelstand BVMW“ fördern. Als Ansprechpartnerin steht ihnen die verantwortliche Leiterin Frankophone Länder Bienvenue Angui jederzeit beratend zur Seite.

Fünf Gründe warum sich Frankreich als Investitionsziel lohnt

1. Frankreich ist und bleibt der wichtigste Handelspartner von Europa:
Als Gründerländer der Europäischen Union bilden Deutschland und Frankreich das Fundament der europäischen Wirtschaft, deren Handelsvolumen 2016 sich auf 167,2 Milliarden Euro belief.

2. Deutschland ist der wichtigste Investor in Frankreich:
Seit 2016 setzte sich Deutschland gegen die USA als größter ausländischer Investor in Frankreich durch.

3. Frankreich hat sich in den letzten Jahren sehr zukunftsorientiert aufgestellt:
Frankreich zeigte sich in den letzten Jahren insbesondere in den Bereichen Luftfahrt, Bahn- und Energietechnik stärk aufgestellt.

4. Frankreich verfügt über ein exzellentes Infrastrukturnetz:
Insbesondere im Bereich der digitalen Infrastruktur aber auch mit einem gut ausgebauten Autobahnnetz und einem ausgiebigen Hochgeschwindigkeitsbahnstreckennetzwerk bietet der Standort Frankreich große Vorteile.

5. Frankreich verfügt über ein sehr gutes Ausbildungsniveau und investieren stark in Forschung und Entwicklung:
Das französische Hochschulsystem gehört mittlerweile zu den besten weltweit. Somit bietet Frankreich neben anderen Vorteilen, gute ausgebildete Arbeitskräfte insbesondere im Bereich der Mechatronik und Ingenieurswesen.

 

 

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Jetzt ist es Zeit, zusammen zu halten! Gemeinsam für einen starken Mittelstand!
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