Toronto: Der Bausektor-Standort Nr. 1 Nordamerikas

Torontos Baubranche erlebt derzeit einen Boom. Der Markt bietet Unternehmen zahlreiche Geschäftsmöglichkeiten und wird damit zum aussichtsreichsten Bausektor Nordamerikas.

Die Metropolregion weist mit über acht Millionen Einwohnern eine immense und einzigartige Bevölkerungsdichte in Kanada vor. Das Beratungsbauunternehmen Rider Levett Bucknall führt an, dass Toronto mit aktuell 208 aktiven Baukränen im nordamerikanischen Vergleich weit vor der Konkurrenz, mit Washington D. C. mit 45 Baukränen als Nr. 2, abschneidet. Dabei nimmt ein Großteil des Booms für den Bau von Eigentumswohnungen ein, auch vor dem Hintergrund der jährlichen Zuwanderung von 300.000 Migranten ins nördliche Nachbarland der USA.
 

Die wichtigsten Merkmale der Region und Unterschiede gegenüber den USA
Angesichts sowohl aus geographischen Gründen als auch spätestens mit dem Inkrafttreten des Canada-US-Mexico Agreement (CUSMA) im Juli 2020 und dem vorherigen NAFTA-Freihandelsabkommen in wirtschaftlicher Hinsicht profitiert Kanada vor allem seit dem Ende der Finanzkrise 2008/2009 von der ökonomisch schnellen Erholung und dem steigenden Wachstum der Vereinigten Staaten. Darüber hinaus machen in Anbetracht der beachtlichen Kaufkraft und Konsumbereitschaft der Kanadier sowie wegen des hohen Preisniveaus im Land die vielen Gemeinsamkeiten zu den US-Bürgern europäische KMU aufmerksam. Ein besonderes Hauptaugenmerk gilt vor allem den sehr guten Qualifikationen sowie der gewohnten Zweisprachigkeit vieler kanadischer Bürger.

Wer aufgrund der großen Konkurrenz im US-Markt Skepsis hat seine Geschäftsmöglichkeiten dort zu finden, findet in Kanada einen überschaubareren Markt vor, der sich als Einstiegstor nach Nordamerika sehr gut eignet. Des Weiteren sind die Beziehungen des Landes zur Europäischen Union im Gegensatz zum südlichen Nachbarn konstant gut gewesen. Dies beweist die größtenteils gegenseitige Anerkennung der Industrie-, Landwirtschafts- und Lizenzstandards. Insbesondere die Metropolregion Toronto sticht wegen ihrer sehr engen kulturellen Nähe zu Europa besonders hervor, was einen Vorteil gegenüber den urbanen Regionen aus den USA darstellt.
 

Welche Auswirkungen hatte die Corona-Pandemie auf die Region und Kanada insgesamt?
Bis zum Ausbruch des Corona-Virus nach Kanada war die wirtschaftliche Lage im Land außerordentlich stabil und in einem guten Zustand. Zwar schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2020 über 5 % viel stärker als während der Finanzkrise 2008/2009, nichtsdestotrotz hat die kanadische Bundesregierung mithilfe von enormen finanziellen Überbrückungshilfen sowie mehreren Wirtschaftsprogrammen, die voraussichtlich knapp ein Viertel des gesamten BIPs ausmachen werden, sehr vielen Arbeitnehmern, Unternehmen und Haushalten helfen können.

Welchen Stellenwert nimmt die Baubranche in Kanada ein und wieso ist sie für deutsche KMU attraktiv ?
Die Bauwirtschaft gehört mit 7,5 % der Wirtschaftsleistung zu einer der wichtigsten Wirtschaftsbranchen des Landes. Besonders  spannend für KMU wird dabei die Tatsache, dass 99 % aller in diesem Bereich tätigen aus weniger als 100 Mitarbeitern bestehen. Trotz der noch gegenwärtig sich repräsentierenden Unsicherheiten ist die Baubranche zuversichtlich, dass die Corona-Krise die bis dahin sehr guten Entwicklungen bis zum Ausbruch der Pandemie mittelfristig nicht verhindern wird.

Die Nachfrage nach nachhaltigen Bauen steigt wieder an, da öffentliche Investitionen in die Infrastruktur zur Ankurbelung der kanadischen Wirtschaft aufgebracht wurden. Zudem konnte angesichts großer Anteile der Einwanderungsbewegungen nach Toronto der Bauboom, auch wegen der Ausweitung des sozialen Wohnungsbaus, am Leben bleiben.

Mit dem EU-Kanada Freihandelsabkommen CETA bieten sich für deutsche KMU besonders gute Chancen Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen in Kanada bzw. in Toronto zu erhalten, da die öffentliche Vergabe sich nicht nur auf die Bundesebene und Ausschreibungen von Ministerien beschränkt, sondern darüber hinaus auch Provinzen einschließt. Dabei nehmen die Ausgaben für die regionale öffentliche Versorgung in den Provinzen laut Angaben der EU-Handelskammer in Kanada etwas das Doppelte der bundesstaatlichen Ausgaben ein. Damit bieten sich für deutsche KMU auf allen Ebenen attraktive Vergabemittel.

 

Quellen:  GTAI Kanada Bau  SWITZERLAND GLOBAL ENTERPRISE   SWITZERLAND GLOBAL ENTERPRISE b  Schweizer Botschaft in Kanada