Weiterbildung im Mittelstand

„Ohne Weiterbildung schwindet unsere Wettbewerbsfähigkeit“

Diese Befürchtung äußert Jörn Kater, Leiter der Metropolregion Hannover und Landesbeauftragter für Politik des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW). „Das vergangene Jahr war geprägt von den Folgen der diversen Lockdowns, die nicht selten zu regelrechten Existenzkämpfen geführt haben. Unter solchen Voraussetzungen spielt die Weiterbildung der Mitarbeiter besten Falls eine untergeordnete Rolle. Zu diesem Ergebnis kommt auch eine Analyse der staatlichen Förderbank KfW. Danach lag die Weiterqualifizierung bei der Hälfte aller Mittelständler im vergangenen Jahr auf Eis.

 

Doch Unternehmer und Politiker sollten bereits jetzt den Blick auf die Zeit nach der Corona-Krise richten. Denn trotz dieser Bildungs-Notbremse besteht ein enormer Bedarf an Weiterbildung. In puncto Digitalkompetenzen ist der Weiterbildungsbedarf sogar kräftig gestiegen. Knapp die Hälfte der mittelständischen Unternehmen (46 Prozent) hat hier zu Beginn des Jahres 2021 mittleren oder großen Bedarf. Im Autoland Niedersachsen kommt aufgrund des durch die Mobilitätswende ausgelösten Strukturwandels zudem ein immenser Bildungsaufwand im Umfeld der Elektromobilität auf zahlreiche Zulieferfirmen zu. Schon heute ist daher vorhersehbar, dass ohne verstärkte Anstrengungen in der Weiterbildung in den kommenden Jahren sich eine wachsende Qualifikationslücke auftut, welche die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands als Motor der deutschen Wirtschaft bedroht. Die nötigen Bildungsanstrengungen müssen daher als systemrelevante Zukunftsinvestitionen angesehen werden. Allein wird der Mittelstand diese finanziell höchst anspruchsvolle Aufgabe jedoch kaum schultern können. Als Stimme des Mittelstands appellieren wir deshalb an die politisch Verantwortlichen auf Bundes- und Landesebene, anzuerkennen, dass Unternehmer jetzt auf Unterstützung bei der Weiterbildung angewiesen sind. Zu einer solchen staatlichen Förderung sollten neben Krediten und Kostenerstattungen auch Abschreibungsmöglichkeiten zählen, die Humankapitalinvestitionen analog zu Sachinvestitionen behandeln.“

 

Kontakt: Jörn Kater, Leiter Metropolregion Hannover des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Telefon: +49 5571 9169983, E-Mail: joern.kater@bvmw.de