Mehr Hilfe für den Mittelstand

„Corona, Mobilitätswandel & Co. lassen viele Unternehmen ums Überleben bangen“

So beschreibt Jörn Kater, Leiter der Metropolregion Hannover und Landesbeauftragter für Politik des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), die ernste Situation in Niedersachsens Mittelstand. „Während so mancher Konzern staatliche Milliarden-Hilfen mit tausendfachem Stellenabbau honoriert, kämpfen zahllose Mittelständler um ihre Existenz und den Erhalt jedes einzelnen Arbeitsplatzes in ihren Betrieben.

Die Gründe für dieses Missverhältnis sind vielfältig. Neben der alles überschattenden Folgen Corona-Krise wie Umsatz- und Exporteinbrüche, belasten auch Umstrukturierungen aufgrund der Mobilitätswende viele mittelständische Unternehmen im Autoland Niedersachsen. Die im Konjunkturpaket der Bundesregierung enthaltene Strompreissenkung ist in diesem Zusammenhang für viele Zulieferfirmen zwar begrüßenswert, aber leider nicht ausreichend. Der BVMW hat die EEG-Umlage schon lange als ungerechtes Instrument für die Finanzierung der Energiewende entlarvt. Als Stimme des Mittelstands fordern wir die niedersächsische Landesregierung darum auf, sich massiv dafür einzusetzen, die Finanzierung der Energiewende endlich auf eine faire Basis zu stellen. 

Ebenso unzureichend sind die von der Großen Koalition in Berlin beschlossenen Überbrückungshilfen. Unternehmen, zum Beispiel aus der Eventbranche, hilft es nur wenig, wenn sie von Juni bis August einen Teil ihrer betrieblichen Fixkosten erstattet bekommen. Kleine Unternehmen erhalten zudem aus unerklärlichen Gründen im Vergleich zu Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern einen niedrigeren Erstattungsbetrag. Außerdem sind Unternehmen mit weniger als 11 Beschäftigten auch weiterhin von der Beantragung der KfW-Schnellkredite ohne nachvollziehbare und legitime Begründung ausgenommen. Diese Ausgrenzung trifft auf über 80 Prozent aller niedersächsischen Unternehmen zu. Für die Landesregierung sollte dies Grund genug sein, um neben eigenen Hilfsmaßnahmen auch für das Fallen der 10-Mitarbeiter-Grenze für den KFW-Schnellkredit zu sorgen.“

Kontakt: Jörn Kater, Leiter Metropolregion Hannover des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Telefon: +49 5571 9169981, E-Mail: joern.kater@bvmw.de