Fit durch Fördermittel

Fördermittel können einen erheblichen Beitrag leisten, betriebliche Innovationen zielgerichtet voranzubringen. DER Mittelstand. gibt Ihnen Tipps für den ersten Einstieg.

Zuschüsse können das Wachstum von Unternehmen beflügeln – sie verkürzen die Amortisationszeit von Projekten, senken das finanzielle Risiko, eröffnen finanzielle Spielräume für weitere Ideen und beschleunigen den Markteinstieg neuer Produkte. Doch angesichts der Vielzahl an Programmen und Regularien fällt der Einstieg oft schwer.

Für betriebliche Innovationen gibt es Zuschüsse für die Erforschung, Neuentwicklung oder Weiterentwicklung von Produkten, Prozessen und Dienstleistungen. Im Vordergrund stehen in der Regel Personalund Materialkosten und Fremdleistungen. Die Zuschussquote liegt meist im Bereich von 50 Prozent.

Optimalen Förderweg finden

Es gibt Hunderte verschiedener Programme der Bundesländer, des Bundes und der EU für unterschiedliche Zielgruppen, Innovationshöhen und -themen. Die Auswahl des optimalen Programms in diesem Förderdschungel ist erfolgskritisch für den gesamten Prozess. Die Wahl hängt vor allem von folgenden Faktoren ab:

Unternehmensgröße:

Einige Programme stehen nur kleinen und mittleren Unternehmen zur Verfügung, andere schließen zusätzlich den erweiterten Mittelstand mit ein, viele stehen auch Großunternehmen zur Verfügung. Der Unternehmensstatus sollte so früh wie möglich geprüft werden, sonst besteht die Gefahr, dass ein aufwendig erstellter Antrag direkt abgelehnt wird.

„Vor Entscheidung für eine Antragstellung sollte immer ein Gespräch mit der Förderstelle erfolgen.”

Projektbeginn:

Vielfach führt die Beantragung von Fördermitteln zu Zeitverzug, da der Antrag Bearbeitungszeit erfordert und in vielen Fällen erst mit Bewilligung begonnen werden darf. Hier müssen Prioritäten abgewogen werden. Sinnvoll ist es daher auch, die Förderchancen schon bei der frühen Projektplanung in den Blick zu nehmen, um den Zeitverzug später zu minimieren.

Aufwand und Nutzen:

Die Programme sind unterschiedlich bürokratisch, oft ist der Antragsprozess mehrstufig. Die Erstellung eines Antrags ohne Fördererfahrung ist hierbei dann meist überraschend zeitaufwendig – die detaillierte Projekt- und Kostenplanung, zusätzliche Markt- und Technologierecherchen, das Sammeln interner Daten und der Feinschliff der Projektbeschreibung nehmen viel Zeit in Anspruch. Zudem hat die Förderwelt eine eigene Sprache, was das Verständnis der Programme und die Umsetzung der Anforderungen erschwert. Der beim Unternehmen anfallende Aufwand muss im Verhältnis zum Zuschuss abgewogen werden.

Innovationsumfang:

Einige Programme sind auf anwendungsnahe Projekte ausgerichtet, andere erfordern einen hohen Forschungsaufwand. Die korrekte Einordnung des Projekts anhand der Förderrichtlinie entscheidet oft über den Erfolg des Antrags und die Förderhöhe.

Vor Entscheidung für eine Antragstellung sollte zudem immer ein Gespräch mit der Förderstelle erfolgen, denn Förderprogramme haben unterschiedlich große Budgets und stoßen auf unterschiedlich viel Resonanz. Insofern hat ein Projekt in einem stark beanspruchten Programm eventuell geringe Chancen, in einem weniger bekannten Nischenprogramm aber möglicherweise hervorragende Aussichten.

Zeit nehmen, um Zeit zu sparen

Die Prüfung des optimalen Förderwegs im Vorfeld ist gut investierte Zeit, dann stehen Aufwand und Nutzen in einem guten Verhältnis, Fehlschläge werden minimiert und überraschende Förderauflagen am Ende des Prozesses vermieden. So können Fördermittel als strategisches Finanzierungsinstrument die Umsetzung innovativer Ideen ermöglichen und die Basis für nachhaltiges Unternehmenswachstum bilden.

 

Gut zu wissen

 

  • Eine erste, kostenlose Orientierung zu Förderprogrammen gibt die Förderberatung des Bundes auf www.foerderinfo.bund.de
  • Die Einbindung eines Spezialisten kann sehr sinnvoll sein
  • Es empfiehlt sich Sorgfalt bei der Wahl eines Fördermittel-Dienstleisters
  • Kostenlose Erstberatung nutzen
  • Der Arbeitskreis Fördermittel im Beraternetzwerk Mittelstand unterstützt BVMW-Mitgliedsunternehmen gerne bei Fragen zum Thema Förderprogramme, Kontakt: s.stockhausen@gewi.de

 


 

Das Beraternetzwerk Mittelstand gibt Unternehmen eine Orientierung bei der Beratersuche und arbeitet ständig an der weiteren Verbesserung der Beratungsqualität für den Mittelstand.
Hochqualifizierte und in der Beratung mittelständischer Unternehmen erfahrene Beraterinnen und Berater, die Mitglied im Beraternetzwerk werden möchten, erhalten weitere Informationen unter beraternetzwerkmittelstand.de oder über Nick Willer: nick.willer@bvmw.de

Sonja Stockhausen
Geschäftsführerin und Inhaberin der Fördermittelberatung GEWI GmbH & Co. KG
BVMW-Mitglied, Leiterin des Arbeitskreises Fördermittel im Beraternetzwerk Mittelstand und Mitglied des BVMW-Expertenkreises Förderprogramme
www.gewi.de

 


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