Die Pensionszusage - das unbekannte Wesen

BVMW-Mitglied Alexander Keck hat als erfahrener Unternehmer das Steuerbuch geschrieben, das er selbst gern gehabt hätte: „Weniger Steuern & mehr Vermögen".

DER Mittelstand. hat ihn nach den Möglichkeiten und Alternativen bei der Altersvorsorge gefragt.

 

DER Mittelstand.: Welche Möglichkeiten haben Unternehmerinnen und Unternehmer, für ihr Alter vorzusorgen?

Alexander Keck: Für angestellte Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer ihrer GmbH bieten sich zwei Wege der betrieblichen Altersvorsorge an: die Unterstützungskasse und die Pensionszusage. Nur bei diesen beiden sind die Beiträge unbeschränkt in voller Höhe steuerfrei und eignen sich damit am besten für Unternehmerinnen und Unternehmer – schließlich ist ihre Versorgungslücke aufgrund einer meist fehlenden gesetzlichen Rente besonders hoch.

Unterstützungskasse oder Pensionszusage – können Sie beides kurz erläutern?

Bei einer Unterstützungskasse werden die Versorgungsverpflichtungen über eine Versicherung abgesichert. Die Beiträge fließen vom Unternehmen an die Unterstützungskasse. Mit einer Pensionszusage verpflichtet sich das Unternehmen direkt zur Zahlung einer Pension, ohne Hinzuziehung einer Versicherung. Statt der Zahlung von Beiträgen bildet das Unternehmen Pensionsrückstellungen, die den steuerpflichtigen Gewinn mindern.

Und haben Sie eine Präferenz?

Mir gefällt an der Pensionszusage, dass das Kapital steuerfrei im Unternehmen bleibt. Ich als Unternehmer entscheide selbst, wie für meine Altersvorsorge investiert wird, ob in Aktien, Fonds, ETF oder auch Immobilien.

Welche Voraussetzungen sollten für eine Pensionszusage erfüllt sein?

Für eine Pensionszusage brauche ich Kontrolle über das Unternehmen und das investierte Kapital. Das ist nur der Fall, wenn ich das Unternehmen beherrsche – am besten, das Unternehmen gehört mir allein. Und es sollte sichergestellt sein, dass es keine Verlust- oder Haftungsrisiken im Unternehmen gibt. Sind diese Voraussetzungen im operativen Unternehmen nicht gegeben, empfehle ich, die Pensionszusage über eine Holding-GmbH umzusetzen.

Stichwort Holding: In Ihrem Buch „Weniger Steuern & mehr Vermögen“ raten Sie allen Unternehmerinnen und Unternehmern zu einer Holding – warum?

Das Geheimnis der Vermögenden lautet, dass sie ihr Vermögen nicht persönlich besitzen – sie besitzen Holdings, in denen das Vermögen steckt. Der große Vorteil der Holding ist, dass Gewinnausschüttungen an die Holding nur in Höhe von 1,5 Prozent versteuert werden. Ohne Holding fallen 26,5 Prozent Steuern an. Das gilt auch beim Verkauf des Unternehmens. Daher sollte jeder, der sein Unternehmen einmal verkaufen will, über eine Holding verfügen.

 

Das Interview führte Herbert Beinlich, BVMW-Pressesprecher Berlin.

Gut zu wissen

■ Auf www.unternehmergold.de veröffentlicht Alexander Keck Wissen und Werkzeuge für Unternehmerinnen und Unternehmer, um Steuern in Vermögen zu wandeln

■ Sein Buch „Weniger Steuern & mehr Vermögen“ ist im Unternehmergold Verlag erschienen, weitere Infos dazu sind ebenfalls unter www.unternehmergold.de abrufbar