Sustainable Impact Award 2021

Gemeinsam mit der Versicherung Generali und der WirtschaftsWoche verlieh der BVMW den Sustainable Impact Award. Ausgezeichnet wurden Unternehmen, die ihren Einfluss auf Umwelt und Gesellschaft geltend machen.

Sustainable Impact Award 2021

 Von den Preisträgern lässt sich lernen, wie man Nachhaltigkeit in der Unternehmenskultur verankern kann.

Es war das erste Mal, dass der BVMW gemeinsam mit der WirtschaftsWoche und der Versicherung Generali den Sustainable Impact Award (SIA) verlieh – und das gleich in fünf Kategorien. Mit Applaus in Düsseldorf und Konfetti im digitalen Livestream wurden die Preisträger gefeiert. „Wir alle wissen nur zu genau um den Zustand unseres Planeten und die Gefahren, die ein sich veränderndes Klima und steigende Temperaturen mit sich bringen, und wir alle sind verpflichtet, zu handeln und gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft zu kämpfen“, so BVMW Bundesgeschäftsführer Markus Jerger in seiner Laudatio. Nominierte und Gewinner sind Unternehmen, die Nachhaltigkeit und Verantwortung gegenüber ihren Mitmenschen und der Umwelt zu ihrer Priorität gemacht haben. Doch es sind auch Unternehmen, die sich nicht gerne auf ihren Award-Skulpturen ausruhen.

So wie Elobau, Preisträger in der Kategorie „Impact on EarthEarth“: Das Unternehmen entwickelt Sensorik insbesondere für Nutzfahrzeuge. Elobau ist bereits seit 2010 klimaneutral, setzt Regenwasser ein sowie Fahrzeuge mit nachhaltigem Antrieb und hat so gesehen schon viel erreicht. „Wir beschäftigen uns sehr intensiv mit dem Thema Recyclingfähigkeit“, sagte Michael Hetzer, langjähriger Geschäftsführer der Elobau. Wolfgang Rahms von Africa GreenTec, ebenfalls ausgezeichnet mit dem „Impact on Earth“-Award, verlangt mehr Mut. Das Unternehmen stellt Solartainer her, Container, die mit Solaranlagen und Wasseraufbereitung ganze Dörfer in Afrika versorgen sollen. „Die Deutschen sehen immer mehr die Risiken als die Chancen. Und ich kann nur sagen, die Chancen sind gigantisch“, so die Gründerin Aida Schreiber. Das weiß auch Uwe Marschall, Gründer von Mahafaly. Als Entwicklungshelfer bei einem Projekt für Straßenkinder hat er in Madagaskar gearbeitet und gelebt. Heute importiert Marschall Handwerkskunst aus Afrika, Kämme und Körbe oder aus Recyclingmaterial hergestellte Automodelle. „Das Lieferkettengesetz sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Fair miteinander umzugehen sollte auf allen Ebenen gelten.“ Die Jury zeichnete Mahafaly dafür mit dem Award in der Kategorie „Impact of Product“ aus. Auch die Brauerei und Limonadenproduzenten von Neumarkter Lammsbräu legen Wert auf nachhaltige Produkte, die Getränke sind bio.

Weniger bekannt ist, wie sehr sich das Unternehmen für seine Belegschaft und den Zusammenhalt einsetzt: Neumarkter Lammsbräu gewann in der Kategorie „Impact on Humans.“ Der Mittelständler unterstützt nicht nur flexibles Arbeiten und feiert fleißig Feste, sondern hat bereits vor acht Jahren ein Bonussystem eingeführt, um die Gesundheit seiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu fördern. Nur sind es nicht nur große und lang gewachsene Unternehmen, die vorleben, wie Nachhaltigkeit funktionieren kann. Die Generali hat deshalb zwei Sonderpreise gestiftet. Den SIA für „SME EnterPrize“ konnte Bunte Burger entgegennehmen. Die Gründer Mario Binder und Ulrich Glemnitz starteten mit ihren bio-veganen Burgern mit Restaurant und Foodtruck. Mittlerweile arbeiten sie daran, die Burger auch in die Supermarktregale zu bringen. Der zweite Sonderpreis „THSN-NewComer“ ging an Mohamad Alhamod. Er stammt aus Syrien, hat dort bei einem Herrenschneider gelernt und in Beirut und Damaskus gearbeitet. Dann wurde er zum Flüchtling. In München hat er nicht nur seine neue Heimat gefunden, sondern auch sein eigenes Haute Couture Label gegründet. Doch nicht jedem Unternehmen gelingt es, seine Ziele im Bereich der Nachhaltigkeit auch umzusetzen.

Vor allem kleine Unternehmen – mit begrenzten finanziellen und personellen Kapazitäten – tun sich schwer. Insbesondere die Kosten gelten als Hindernis, aber auch die fehlende Zeit für Recherche oder der Aufwand bei der Umstellung der Geschäftstätigkeit. Dabei gibt es Mittelständler, die diese Hindernisse überwunden haben und Nachhaltigkeit bereits leben. Ihr Beispiel kann als Vorbild für andere Unternehmen in ähnlichen Situationen dienen. „Die Bewerberinnen und Bewerber sindein leuchtendes Beispiel für den Erfindungsreichtum in unserem Land und geben uns die Energie, um den Aufbruch in eine nachhaltige Zukunft gestalten zu können“, so Markus Jerger.