Keine Spuren hinterlassen - Marcus Cramer und seine Schlitten

Mit Umweltbewusstsein, Motivation und den Sinn für Diversität in die Zukunft. Marcus Cramer über sein Unternehmen "KHW Kunststoff- und Holzverarbeitungswerk GmbH".

„Wir wollen keine Spuren hinterlassen“ 

… sagt das Unternehmen, das als Weltmarktführer in der Herstellung hochwertiger Kunststoffschlitten für Klein und Groß sehr deutliche Spuren hinterlässt – nicht nur im Schnee. Der renommierte Produzent aus Geschwenda ist auch mit einem vielfältigen Sommersortiment am Markt.

Ein Cut im Jahr 2019 hat in der über 30-jährigen Unternehmensgeschichte wehgetan und war dennoch die einzige Möglichkeit, wieder an die langjährigen Erfolge der KHW Kunststoff- und Holzverarbeitungswerk GmbH anzuknüpfen. Marcus Cramer ist vor zwei Jahren als Geschäftsführer an Bord gekommen. „Wir haben uns einmal vollständig gedreht. Drehen müssen. Mit über 70 Prozent Lohnfertigung konnten wir uns als reiner Kunststoffspritzgießer nicht mehr weiterentwickeln. Dabei haben wir ein Riesenportfolio an Produkten.“ Das war die Chance für KHW; neue, eigene Produkte an den Markt zu bringen. In die vollständige Umdrehung waren alle Bereiche und 85 Mitarbeiter eingebunden: Entwicklung, Produktion, Logistik, Warenwirtschaft, vom Zusammenführen von Abteilungen bis hin zum Image in der Öffentlichkeit. Interne Investitionen begleiteten den Prozess. Aktuell werden noch einmal 2,5 Millionen Euro investiert. Der Umschwung zeigte schnell erste Erfolge und gelang, weil alle Mitarbeiter von Beginn an wussten, worum es geht, auch, wenn es heute vor allem in der Verwaltung weniger Arbeitsplätze gibt und Arbeitsinhalte neu definiert sind.

Das Onlinegeschäft hat sich durch Corona sehr schnell weiterentwickelt...

Die bunten Schlitten für den Winter – die einzigen, die zum Beispiel mitwachsen können oder behindertengerecht ausgestattet sind -, langlebiges, schadstofffreies Kinderspielzeug für draußen oder das Gartensortiment mit ausgeklügelten Helfern fürs Freie… KHW verkauft mittlerweile über 80 Prozent im Onlinehandel. Gerodelt wird auch in den USA, Südamerika und Japan auf KHW-Schlitten. „Wir haben unsere Erfahrungen mit unterschiedlichen Onlinestrukturen gesammelt und fahren mit dem Direktvertrieb am besten“, bringt es der Geschäftsführer auf den Punkt. Dafür wurde im Vorjahr die IT ins Haus geholt und eine eigene Marketingabteilung etabliert. Mit dem Gartenshop impianto.de und auf schlittenmacher.de vertreibt KHW die beiden Produktlinien nun in eigener Regie. Mit der entsprechenden Wirkung.

„Das Onlinegeschäft und die neu gewonnene Flexibilität aus der Umstrukturierung haben uns über Corona gerettet. So konnten wir zum Beispiel dem Ansturm, standhalten, als über Weihnachten auf einmal 4000 Abrufe eingingen und danach zeitweise 18000 Aufträge im System lagen. Da war es keine Frage, dass die gesamte Mannschaft in der Fertigung stand, sogar am Wochenende.

„Wir planen schon für übermorgen“...

Und damit meint der Marcus Cramer die Vision, „Materialien, Artikel und Prozesse ständig weiterzuentwickeln und dabei Ressourcen zu schonen, um die CO2-Belastung zum Schutz der Umwelt kontinuierlich zu reduzieren. Nachhaltig – von Regionalität bis zur langen Haltbarkeit der Erzeugnisse.“

Doch Nachhaltigkeit ist keine Sache von Einzelnen. Deshalb hat der Hersteller 2020 die Initiative „KHW ECO2Mind“ ins Leben gerufen und vernetzt unter diesem Label umweltbewusst agierende Firmen zu einer nachhaltige Lieferkette. „Wenn wir alle Qualität produzieren und dafür möglichst regional ein- und zukaufen, uns über die Entwicklung, Herstellung und Wiederverwertung von Rohstoffen und Materialien Gedanken machen, lässt sich auch mit nachhaltiger Produktion wirtschaftlich arbeiten.“ 

Weitere Infos zum Unternehmen finden Sie hier: www.khw-geschwenda.de