Die Stunde der klaren Pläne?

Auf der Weltklimakonferenz in Glasgow hat die Staatengemeinschaft darüber beraten, wie sie den 1,5-Grad-Weg von Paris erfolgreich beschreiten kann. Ambitionierte Pläne sind dabei das eine ...

... am Ende wird es aber entscheidend auf die Umsetzung der gemachten Zusagen ankommen.

 

Die Zahlen des vor dem Start der Klimakonferenz veröffentlichen UN-Berichts sprechen eine klare Sprache: Behält die Weltgemeinschaft in Sachen Emissionsminderung das bisher angeschlagene Tempo bei, steuert die Erde bis Ende des Jahrhunderts auf eine Erwärmung von 2,7 Grad Celsius zu. Bereits vor den Verhandlungen war damit klar, dass es ein hartes Stück Arbeit sein würde, das Ruder herumzureißen und Kurs auf das 1,5-Grad- Ziel zu nehmen.

Durchwachsene Ergebnisse

Vor diesem Hintergrund wird die Abschlusserklärung den hohen Erwartungen nicht gänzlich gerecht. Gerade die Abschwächung der Formulierung zum Kohleausstieg in letzter Sekunde ließ viele Konferenzteilnehmer enttäuscht zurück. Gleichzeitig konnten in anderen Bereichen Fortschritte erzielt werden, die hoffnungsvoll stimmen. So schafft der Beschluss zum Artikel 6 des Pariser Abkommens die Möglichkeit für weitere Emissionsminderungen durch Klimakooperationen und den Handel mit CO2-Gutschriften. Doch letztendlich wird nur eine rasante Senkung der globalen Treibhausgasemissionen dafür sorgen können, dass die Welt das 1,5-Grad-Ziel nicht gänzlich aus den Augen verliert. Deshalb wird es in den kommenden Jahren vor allem auf die Umsetzung der nationalen Klimaschutzbekenntnisse ankommen.

Neue Technologien fördern

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Stromerzeugung, verantwortlich für immerhin etwa 27 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen. Die Technologien für die Vermeidung dieser Emissionen existieren bereits. Nicht nur für die Weltgemeinschaft insgesamt, sondern vor allem für Deutschland ist es von entscheidender Bedeutung, diese Technologien und ihre Nutzung durch geeignete rechtliche Rahmenbedingungen zu fördern, damit das Ziel der CO2-Neutralität bis 2045 erreicht werden kann. Wichtige Impulse hierfür kommen aus der mittelständischen Wirtschaft – sie sollten schnellstmöglich aufgegriffen und umgesetzt werden.

 

Gut zu wissen

Eine erfolgreiche Energiewende ist eine mittelständische Energiewende – und sie ist dezentral. Denn wenn Deutschland seine Klimaziele erreichen und bis 2045 CO2- neutral sein möchte, wird die mittelständische Wirtschaft dabei eine zentrale Rolle spielen müssen. Welche Maßnahmen notwendig sind, um diesen Erfolg zu sichern, hat die Kommission Energie und nachhaltiges Wirtschaften des BVMW in einem aktuellen Impulspapier zusammengefasst:

  1. Fokussierung auf den Ausbau von Erneuerbaren Energien und Energiespeichern
  2. Befreiung des Eigenverbrauchs von Steuern und Abgaben
  3. Abschaffung der Personenidentität beim lokalen Verbrauch
  4. Überprüfung der Besonderen Ausgleichsregelung
  5. Mehr Effizienz bei Planung und Bau einer resilienten Netzinfrastruktur

Das Impulspapier finden Sie zum Download unter: https://bvmw.info/impulspapier_energiewende

Alexander Stork
BVMW Referent für Energie, Nachhaltigkeit, Mobilität und Logistik
alexander.stork@bvmw.de

 


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