"Die Cloud ist eine Vertrauensfrage"

Stefanie Kemp, Country Leader und Head of Technology Sales bei Oracle, verfügt über 30 Jahre Erfahrung in der IT-Branche.

stefanie kemp
Foto: © Axel Grisch

Im Interview erklärt sie, welche Vorteile die Migration verschiedener Unternehmensanwendungen in die Cloud für mittelständische Betriebe hat.

DER Mittelstand.: Frau Kemp, die Migration von Anwendungen in die Cloud ist in aller Munde. Hat die Covid-19-Pandemie beziehungsweise jetzt die Post-Corona-Zeit die Nachfrage verstärkt?

Stefanie Kemp: Eigentlich nicht. Wir sehen allerdings, dass viele mittelständische Unternehmen insbesondere für ihre Standardanwendungen Cloud-Lösungen nachfragen, um von der Kosten- und Ressourceneffizienz zu profitieren. Während der Pandemie waren zudem viele Unternehmen offener dafür, den Schritt in die Cloud zu wagen. Gerade im Mittelstand spielt Sicherheit eine große Rolle, und das Auslagern von Prozessen und Anwendungen ist letztlich eine Vertrauensfrage. Hilfreich beim Schritt in die Cloud ist es, zu Beginn einen begrenzten Workload zu migrieren. So können die Kundinnen und Kunden sich in Ruhe von der Stabilität und Performance überzeugen. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass dadurch anfängliche Bedenken in der Regel in Begeisterung umschlagen.

Warum ist die Migration von Unternehmenssoftware in die Cloud gerade für mittelständische Unternehmen sinnvoll?

Lieferengpässe, Fachkräftemangel oder volatile Märkte – der Mittelstand steht vor zahlreichen Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund bietet Unternehmenssoftware in der Cloud viele Vorteile. Zum Beispiel habe ich bei einem Pay-as-you-go-Modell gegenüber einer On-Premises-Lösung eine bessere Kostenkontrolle, denn ich bezahle nur für die tatsächlich genutzten Kapazitäten. Durch den hohen Grad an Automatisierung helfen Cloud-Lösungen etwa bei notwendigen Aktualisierungsprozessen, Ressourcen einzusparen. Darüber hinaus eröffnet die Cloud-Technologie mit Blick auf Lieferengpässe neue Möglichkeiten. Über Handelsplattformen – die fast alle in der Cloud angesiedelt sind – können mittelständische Unternehmen sich Zugang zu neuen Zulieferern oder neue Rohstoffquellen erschließen.

Unabhängig von Ereignissen wie einer Pandemie muss jedes Unternehmen sicherstellen, dass die Qualität der Produkte und Services jederzeit stimmt. Kann ein Cloud-Ansatz hier unterstützen?

Unternehmen sollten zum einen bei der Auswahl des Cloud-Anbieters darauf achten, dass die gewählten Produkte untereinander vernetzt sind, also beispielsweise auf den gleichen Datensatz zugreifen können. Qualität beim Hersteller ist also wichtig. Zum anderen liefern die Anbieter mit ihrem Blick von außen wertvolle Beratung, wie Prozesse oder Services verbessert werden können. Oft ergibt sich dabei Optimierungspotenzial zur Steigerung ihrer eigenen Qualität, das den Unternehmensverantwortlichen noch gar nicht bewusst war.

 

Das Interview führte Friederike Pfann, Redaktion DER Mittelstand.

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Stefanie Kemp, Country Leader und Head of Technology Sales bei Oracle, ist Mitglied im BVMW und Mitglied des Beirates der Digitalen Wirtschaft des Wirtschaftsministeriums Nordrhein-Westfalen.

www.oracle.com 

Gut zu wissen

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■ Aufgrund der Skalierbarkeit lassen sich jederzeit mehr User anbinden und die Performance flexibel erhöhen