Der Imagefilm ist tot - es lebe der Imagefilm

Authentizität ist mehr als nur ein Schlagwort. Präsentiert ein moderner Imagefilm in den 2020er Jahren keine authentischen Persönlichkeiten innerhalb eines Unternehmens, sondern ausschließlich abgedroschene Rollenbilder, ...

der imagefilm  ist tot, lang lebe der imagefilm

...  so sind die ohnehin schon kurzen Aufmerksamkeitsspannen der Zuschauer plötzlich nicht mehr existent.

Qualität ist Voraussetzung für einen überzeugenden Imagefilm, handwerklich wie auch inhaltlich. Obwohl Letzteres eigentlich gar nicht so wichtig ist – ein  Imagefilm ist schließlich kein Erklärfilm, auch wenn das gerne einmal verwechselt wird.

Emotionalität, die überzeugt

Ein Imagefilm soll in allererster Linie emotional überzeugen, soll Interesse und Gefühle wecken („Das will ich haben!“ oder „Super Team – die will ich buchen!“), soll in angenehmer Kürze ein Unternehmen bei einem Erstkontakt vorstellen und beim Auf- oder Ausbau der Unternehmensmarke unterstützen. Manchmal ist dies sogar ganz ohne erklärende Interviews mit Unternehmerinnen und Unternehmern möglich. Sobald dies im Kern verstanden wurde, kann und sollte der längst totgeglaubte Imagefilm die ihm gebührende Renaissance erleben. Das Brechen mit Sehgewohnheiten – der direkte Einbau in den Film von sonst nur separat verwerteten Versprechern, Lachern und auch mal einem Zögern – ist ein zentrales Element, um aus einem Imagefilm der alten Schule einen einzigartigen, authentischen Film zu machen: kurzweilig und modern.

Humor im Imagefilm

Generell ist auch der vorsichtige, stellenweise Einbau von Humor oder von kurzen geschauspielerten Zwischenszenen ein sinnvolles Werkzeug, einen Film besonders zu gestalten. Spätestens wenn die Konzernchefin unerwartet einen Zweizeiler rappt, weiß die Zuschauerschaft: Bei der fließt Blut in den Adern. Die gleichermaßen vertrauensvolle, hoffentlich authentische Beziehung existiert bestenfalls auch schon zu einem früheren Zeitpunkt – nämlich zwischen Kunde und Filmdienstleister. Nicht zuletzt entscheiden auch ganz grundlegende Dinge über die Qualität eines Imagefilms: Planung und individuelle Vorbereitung – ein halber oder gar ganzer Tag im Vorfeld, den der Filmdienstleister im Gespräch mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verbringt, um herauszufinden, wie das Unternehmen tickt. Zur Planbarkeit und zum Vertrauen auf beiden Seiten empfiehlt es sich, einen Festpreis ohne versteckte spätere Zusatzkosten zu vereinbaren. Auch diese transparente Verbindlichkeit ist eine wichtige Zutat für Qualität.

 

Der Gottwald (Matthias Gottwald)
BVMW-Mitglied
www.der-gottwald.de

Gut zu wissen

■ Die Wurzeln des Imagefilms liegen beim Industriefilm, der Vorgänger war einer der ersten Bewegbildformate überhaupt: „Arbeiter verlassen die Fabrik“, Louis Lumière, 1895