Holz: der Baustoff mit Zukunft

Holz bindet CO2 und verbraucht bis zur Verwendung am Bau viel weniger Energie und Ressourcen als alle anderen Baustoffe. Es kann energieintensive Baustoffe ersetzen, ist langlebig und von Natur aus wärmedämmend.

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Zeit, dass Staat und Bauwirtschaft die Vorteile von Holz endlich nutzen.

Alle zehn Sekunden wächst in Deutschland die Menge von rund 40 Kubikmetern Holz nach, die für ein durchschnittliches Einfamilienhaus in Holzbauweise benötigt wird. Es ist zu begrüßen, dass der Trend zum Bauen mit Holz Fahrt aufnimmt: Auf dem Gelände des ehemaligen Berliner Flughafens Tegel soll mit dem Schumacher-Quartier ab 2021 das größte Holzbauviertel der Welt entstehen. Das Quartier soll als nachhaltiges und sozial gemischtes Areal einen wichtigen Beitrag zur Wohnungsbau- und Stadtentwicklungsstrategie in Berlin leisten, wobei auch Strategien zur Klimaanpassung in die Planung mit eingeflossen sind. Bereits seit 2003 wird unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat alle zwei Jahre der Deutsche Holzbaupreis verliehen. Der Preis soll vor allem die Verwendung und Weiterentwicklung des ressourcenschonenden, umweltfreundlichen und nachhaltigen Baustoffes Holz fördern.

Jetzt Hindernisse beseitigen

Die genannten staatlichen Bemühungen können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass an anderer Stelle Nutzungseinschränkungen, wie sie beispielsweise in der EU-Biodiversitätsstrategie und der EU-Waldstrategie aufgeführt werden, limitierend auf die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern wirken würden. Bauen mit Holz stellt einen wesentlichen Beitrag zur Lösung der Klimakrise dar, denn es bindet große Mengen an CO2. Holz aus nachhaltiger, regionaler Waldbewirtschaftung ist wesentlich klimafreundlicher als energieintensive, endliche Baumaterialien wie Zement und Stahl. Zugleich ist die Verwendung von Holz eine Alternative zu fossilen Energieträgern und flankiert damit die EU-Strategie, bis 2050 klimaneutral zu werden und die Energiewende – weg vom fossilen Zeitalter mit Öl, Gas und Kohle – erfolgreich einzuleiten, um die EU-Klimaschutzziele zu erreichen.

Holzbauquote

Mit einem jährlichen Gesamtumsatz von 180 Milliarden Euro ist die Forst- und nachgelagerte Industrie ein wichtiger Faktor und bedeutender Arbeitgeber für den Bioökonomiestandort Deutschland. Staatliche Bauträger sollten hier mit gutem Beispiel vorangehen und eine stärkere Holzbauquote zum Beispiel für den kommunalen Wohnungsbau forcieren. Hierfür könnten finanzielle Anreize für die Bauträger geschaffen werden. In der Klimakrise gehören Wald, Holz und Klima untrennbar zusammen. Der Deutsche Forstwirtschaftsrat fordert als Vertreter von rund zwei Millionen privaten und öffentlichen Waldbesitzenden in Deutschland von der neuen Bundesregierung politische Rahmenbedingungen, die die Forstwirtschaft und damit den Bioökonomiestandort Deutschland unterstützen, um diese Leistungen weiterhin in einem nachhaltig bewirtschafteten, mulitfunktionalen Wald erbringen zu können.

 

Georg Schirmbeck
Präsident Deutscher Forstwirtschaftsrat (DFWR) e. V.

www.dfwr.de 

 


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