Frauen bauen Brücken

Auch wenn der Einfluss von Frauen in Wirtschaft und Politik wächst, sind sie weiterhin im Bereich von Startups und Unternehmensgründungen unterrepräsentiert, ganz besonders in Entwicklungs- und Schwellenländern.

zwei frauen im gespräch
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Gerade in Entwicklungs- und Schwellenländern können mit sozial-ökologischen Innovationen lokale gesellschaftliche Herausforderungen angegangen werden – das Potenzial von weiblich geführten Unternehmungen ist groß. Das Mentoring-Programm Female Shift möchte daher Innovationen in diesen Regionen durch die gezielte Stärkung weiblicher Professionals und Unternehmerinnen unterstützen. Der Einfluss von Frauen in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik wächst, in puncto Führungspositionen, Verdienstmöglichkeiten und Karrierelevel ist der Gender Gap aber noch immer stark spürbar. Das betrifft auch den Startup-Bereich: Weibliche Gründerinnen sind weiter unterrepräsentiert und finden schwerer Zugang zu Finanzierungen über Venture Capital oder Scaling-up. Auch in Deutschland waren 2020 nur 18 Prozent der Gründenden weiblich. Insbesondere oftmals von Frauen übernommene Care-Arbeit spielt eine zentrale, hemmende Rolle und lässt Frauen als Gründerinnen häufig zurück.

Unternehmerinnen in Afrika und Deutschland fördern

Unter dem Titel Female Shift startete das Business Scouts for Development Programm daher eine Unterstützungsmaßnahme für afrikanische und deutsche Unternehmerinnen und weibliche Professionals. Im Rahmen eines virtuellen Events wurden Herausforderungen im Bereich Gründung und Unternehmertum von Teilnehmenden aus Afrika und Deutschland diskutiert. Neben Webinaren zu Themen wie Finanzierung, Rhetorik oder Führung soll 2022 ein halbjähriges Mentoringprogramm auf Augenhöhe die Sichtbarkeit von Gründerinnen und Unternehmerinnen aus Afrika und Deutschland erhöhen, Synergien und Gemeinschaft schaffen und innovative Ansätze unterstützen. Dabei werden Paare aus Deutschland und Afrika zusammengebracht, denn die Förderung von Gründerinnen und Frauen in Führungspositionen ist von großer Bedeutung auf beiden Kontinenten. Das Mentoringprogramm kann so Frauen die Möglichkeit und das Vertrauen geben, Neues auszuprobieren und zeitgleich auch Männer für die Herausforderungen sensibilisieren, denen sich Frauen als (angehende) Unternehmerinnen gegenübersehen. In einer Pilotphase durch das Mutual Mentoring möchte man zur Vernetzung von Unternehmerinnen in BerlinBrandenburg sowie den afrikanischen Ländern Namibia, Ruanda und Südafrika beitragen, um gegenseitiges Lernen zu fördern und Herausforderungen gemeinsam anzugehen. Die Ausdehnung auf weitere Bundesländer und afrikanische Staaten ist zeitnah geplant.

 

Judith Helfmann-Hundack
Scout for Development Phineo gGmbH
www.phineo.org 

Tamara Mariela Moll
Business Scout for Development IHK Potsdam
www.ihk-potsdam.de 

Christina Pfandl
Business Scout for Development, Business & Cooperation Desk Namibia
www.bmz.de/bsfd