Altersvorsorge und Arbeitgeberhaftung

Viele Jahre arbeiten und sich dann auf die Rente freuen. Denn man hat durch regelmäßige Rücklagenbildung für den Ruhestand vorgesorgt. Aber ist dies auch wirklich so?

goldbarren mit schleife
Foto: © tunedin von stock.adobe.com

Durch die mangelnde Finanzierbarkeit der gesetzlichen Rentenversicherung wird es für die Mehrheit der Deutschen, speziell für die Jungen, immer wichtiger, sich weitere Säulen wie die betriebliche und die private Altersvorsorge aufzubauen. Mit der Betriebsrente wollen sich Unternehmen um ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern. Dies wird jedoch erschwert. Welche Auswirkung hat die Nullzinspolitik der EZB auf die Betriebsrente und die kapitalgedeckten Altersvorsorgeformen, Pensionsfonds oder Pensionskassen?

Deckungslücke

Die gesetzliche Grundlage ist das Betriebsrentengesetz. Darin ist geregelt, dass der Arbeitgeber für die Erfüllung der von ihm zugesagten Leistungen auch dann einsteht, wenn die Durchführung nicht unmittelbar über ihn erfolgt. Der Arbeitgeber haftet für die Lücke, wenn er eine Mindestrentenhöhe zusagt, auch wenn diese durch den Ansparungsprozess nicht erreicht wird. Dies gilt auch, wenn der Lebensversicherer insolvent wird oder seine Leistungen herabsetzt. Speziell für kleine und mittlere Unternehmen ist es herausfordernd, die Deckungslücke für Betriebsrentenzusagen zu schließen. Erschwerend kommt hinzu, dass seit dem 1. Januar 2022 die Verpflichtung besteht, für alle bestehenden Altersvorsorgeverträge 15 Prozent Arbeitgeberzuschuss zu entrichten. Vorsorgeverträge auf eine mögliche Unterdeckung prüfen zu lassen, kann sich lohnen. Die Berechnungsmodelle werden von der gestiegenen Lebenserwartung, dem Sicherheitspuffer, aber auch von der Verpflichtung zur 90-prozentigen Gewinnausschüttung beeinflusst. Für Mitarbeitende bedeutet dies, dass sie ohne eine Verzinsung des Kapitals und entsprechenden Inflationsausgleich weit mehr als 100 Jahre alt werden müssten, um zumindest die von ihnen geleisteten Beiträge wieder ausgezahlt zu bekommen.

Ausweg Edelmetall

Daher sagen Arbeitgeber bei neuen Verträgen keinen bestimmten Beitrag zu. Damit bleibt die spätere Rente und der Nutzen der getroffenen Vorsorge offen. Eine attraktive Möglichkeit ist die Absicherung durch Edelmetalle in physischer Form. Dies bietet für beide Seiten große Vorteile: Inflationsschutz – physische Edelmetalle sind Sachwerte, welche nur begrenzt verfügbar sind und nicht vervielfältigt werden können. Sie sind in der Kaufkraft zu Geldwertprodukten stabil. Haftungsrisiken werden minimiert, eine wertstabile Vorsorge mit Steuereinsparungen ist möglich, und die Mitarbeiterbindung wird gestärkt.

 

Andrea Matt
Zertifizierte Edelmetallkauffrau und Handelsvertreterin aurum et magis

BVMW-Mitglied

www.andrea-matt.at/betriebliche-altersvorsorge 

Gut zu wissen

■ Für zugesagte Leistungen der betrieblichen Altersvorsorge haftet der Arbeitgeber

■ Seit 2016 werden vorzeitige Bezüge aus der betrieblichen Altersvorsorge direkt an den Arbeitnehmer ausgezahlt. Dadurch werden dem Arbeitgeber Lohnsteuer- und Sozialabgabenberechnungen erspart

■ Eine Umschichtung von Geld- in wertstabile Sachwerte ist möglich, bringt große Vorteile und ist einfach umzusetzen