Gemeinsam wachsen - Tag des deutschen Mittelstands

Unter dem Motto „Gemeinsam wachsen“ lud Der Mittelstand. BVMW im Februar zum Tag des deutschen Mittelstands und Jahresempfang. Zu Gast waren hochkarätige Referentinnen und Referenten aus Politik und Wirtschaft.

Bundesfinanzminister Christian Lindner (li.) und Markus Jerger, BVMW-Verbandsvorsitzender

Mit über 100.000 digitalen Teilnehmerinnen und Teilnehmern war der Tag des deutschen Mittelstands, der BVMW-Jahresempfang, ein voller Erfolg. Mit dabei waren Vizekanzler Dr. Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, sowie Christian Lindner, Bundesminister der Finanzen, Nicola Beer, Vize-Präsidentin des EU-Parlaments, I. E. Anne-Marie Descôtes, Botschafterin der Republik Frankreichs, Reiner Holznagel, Präsident Bund der Steuerzahler, und Daniela Kluckert, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Digitales und Verkehr und weitere hochrangige Gäste. Das Motto „Gemeinsam wachsen“ ist ein Grundpfeiler der Philosophie des Mittelstands und soll als Leitidee für den Aufbruch aus der Pandemie dienen. „Der Mittelstand ist der wichtigste Innovations-, Ausbildungs- und Beschäftigungsmotor unsers Landes“, betonte Verbandsvorsitzender Markus Jerger in seiner Keynote. „Wir sind das Rückgrat der Wirtschaft in unserem Land.“ Die Politik müsse endlich neue investitionsfreundliche und entlastende Rahmenbedingungen schaffen.

In drei Paneldiskussionen nahmen sich unsere Gäste dieser Themen
an:

 

  • Fachkräftemangel im Mittelstand: Wie wir die Lücke im Arbeitsmarkt schließen
  • Markthochlauf der Wasserstoffwirtschaft: Transformationschancen für den Mittelstand – das Gold von morgen
  • Künstliche Intelligenz: Wie wir den deutschen Mittelstand fit für das digitale Zeitalter machen. – präsentiert durch Microsoft Deutschland GmbH

 

Paneldiskussion: Fachkräftemangel im Mittelstand

Der Fachkräftemangel in Deutschland spitzt sich zu, immer mehr mittelständische Unternehmen leiden unter fehlendem Personal. 54 Prozent der deutschen Mittelständler sehen die größte Gefahr für die Entwicklung des eigenen Unternehmens darin, dass sie nicht genügend geeignete Bewerberinnen und Bewerber finden. Viele Unternehmen müssen bereits wegen des Mangels an Fachkräften Aufträge ablehnen. Das gefährdet elementar die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands und damit des Standorts Deutschland insgesamt.

In der Paneldiskussion: „Fachkräftemangel im Mittelstand“ haben die beiden Bundestagsabgeordneten Tilman Kuban (CDU) und Esra Limbacher (SPD) sowie Professor Dr. Enzo Weber (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des BVMW) und Cathrin Wilhelm (Geschäftsführerin der BINZ Automotive GmbH) über mögliche politische Maßnahmen zur Bekämpfung des Fachkräftemangels diskutiert.

Um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben, so das Fazit der Diskussion, muss das Thema Qualifizierung und Weiterbildung angegangen werden. Auch die Fachkräftezuwanderung muss vereinfacht und bürokratische Hürden abgebaut werden. Nur so kann Deutschland in der Arbeitswelt 4.0 bestehen.

Der Mittelstand. BVMW fordert bereits seit einiger Zeit zur Bekämpfung des Fachkräftemangels mehr Einwanderung von Fachkräften aus dem Ausland. „Wir brauchen die gezielte Einwanderung von Fachkräften, wobei die Betonung auf Fachkräften liegt“, so BVMW-Verbandsvorsitzender Markus Jerger.

Paneldiskussion: Markthochlauf der Wasserstoffwirtschaft

Die Diskussion zur Frage des Markthochlaufs der Wasserstoffwirtschaft drehte sich vor allem um Technologieexporte, Energieimporte sowie die Förderung und Hürden für die technologische Anwendung. Darüber diskutierten Kurt-Christoph von Knobelsdorff (Geschäftsführer der NOW GmbH – Nationale Organisationsstelle Wasserstoff), Dr. Ingrid Nestle MdB (Bündnis 90/Die Grünen), Mark Helfrich MdB (CDU), Gründerin Dr. Wiebke Lüke (Geschäftsführerin der WEW GmbH) und Dr. Stefan Kaufmann (Bundesministerium für Bildung und Forschung, Innovationsbeauftragter der Bundesregierung für Grünen Wasserstoff). Um die Wasserstoffwirtschaft in Deutschland aufzubauen, sei es entscheidend, dass der innovative Mittelstand bei den Förderungen berücksichtigt werde, betonte Dr. Kaufmann.

Paneldiskussion: Künstliche Intelligenz

Inwiefern ist Künstliche Intelligenz (KI) auch für den Mittelstand relevant? Wie können die Unternehmen bei der digitalen Transformation unterstützt werden? Über diese Fragen diskutierten die Teilnehmenden der Paneldiskussion. Thomas Langkabel, National Technology Officer von Microsoft Deutschland, betonte, dass insbesondere für KMU Aufklärung und Bewusstseinsbildung wichtig seien, um auf das Thema KI aufmerksam zu machen. Microsoft werde dabei helfen, Mittelständler aktiv aufzuklären, um gemeinsam herauszufinden, welche Möglichkeiten KI für sie biete. Die CDU-Bundestagsabgeordnete Catarina dos Santos Firnhaber stellte fest, dass KI in Deutschland weniger am Geld, sondern eher an der Umsetzung von Forschung in die Praxis scheitere. Überregulierung von europäischer Ebene bremse zudem Innovationsfreudigkeit und Vertrauen in KI aus. Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Digitales und Verkehr, Daniela Kluckert, machte deutlich, dass der Staat die Nachfrage erzeugen und als Auftraggeber fungieren müsse, damit Forschungsergebnisse erfolgreich in Produkte verwandelt werden können. Sie sprach sich dafür aus, einen Datenrahmen im europäischen Kontext zu schaffen, der spezifisches Datensammeln für KI zulässt, ohne Datenschutz zu opfern.

Im Videorückblick finden Sie alle Beiträge:
www.bvmw.de/tag-des-deutschen-mittelstands/ 

 


Fotos: © BVMW/Annemarie Thiede