"Wegbereiter der deutschen Energieunabhängigkeit"

Grüner Wasserstoff ist für die Energiewende und beim Erreichen der Klimaneutralität enorm wichtig. Mittelständische Unternehmen spielen dabei mit ihrer Innovationsfreude und Produktivität eine wichtige Rolle.

Derzeit überschlagen sich die Forderungen, Deutschland müsse weg von fossilen russischen Energieträgern. Das ist richtig. Die Notwendigkeit einer Transformation weg von fossilen Energieträgern besteht bereits, seitdem Deutschland sich zur Klimaneutralität bis spätestens 2045 verpflichtet hat. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat diese Transformation noch dringlicher gemacht.

„Die mittelständische Wirtschaft entscheidet mit darüber, ob Deutschland in den nächsten Jahren den Anschluss verliert oder seinen derzeitigen Vorsprung ausbaut.”

Grüner Wasserstoff als Schlüssel

Dabei ist Grüner Wasserstoff der Schlüssel zu Klimaneutralität und Energieunabhängigkeit. Denn nur mit Grünem Wasserstoff können wir auch die Bereiche klimafreundlich und wirtschaftlich gestalten, die das Klima heute am meisten belasten und in denen heute die größten Energie-Abhängigkeiten bestehen. Konkret: die Chemie- und die Stahlindustrie, der Verkehr und Teile der Wärmeversorgung.

Lange Zeit galt Erdgas in diesen Bereichen als geeignete Brückentechnologie. Der Krieg bringt diese Brücke nun jedoch ins Wanken. Wenn wir uns im harten internationalen Wettbewerb trotz hoher Energiepreise behaupten wollen, dann geht das nur mit 100-prozentig grünen Technologien, mit technologischer Überlegenheit, Raffinesse und vor allem: Geschwindigkeit.

Der Mittelstand ist gefragt

Genau hier kommt der Mittelstand ins Spiel. Deutschlands Mittelstand gilt zu Recht als besonders innovativ und produktiv. Kleine und mittlere Unternehmen können schneller und agiler auf neue Marktlagen reagieren als Großkonzerne und Behörden. Diese Stärken sind jetzt gefragt. Denn es braucht schnellstmöglich intelligente Lösungen für eine Vielzahl neuer Probleme. Wir brauchen Ideen, um unvermeidbare Emissionen aufzubereiten und als Rohstoff weiter zu nutzen. Wir brauchen Technologien, um die Stahl- und die Chemieindustrie sowie Gaskraftwerke schnellstmöglich auf Wasserstoff umzustellen. Und das sind nur einige wenige Beispiele. Die Anzahl sich auftuender neuer Geschäftsfelder ist weit größer.

Wasserstoff-Leitprojekte

Das Bundesforschungsministerium trägt mit den Wasserstoff-Leitprojekten (Fördervolumen: über 700 Millionen Euro) dazu bei, dass Grüner Wasserstoff zukünftig in ausreichendem Umfang zur Verfügung steht. Die Leitprojekte forschen jeweils an Hürden, die eine erfolgreiche Wasserstoff-Wirtschaft noch behindern: Sie bringen Elektrolyseure aufs Fließband, entwickeln bestehende WasserstoffTransportmöglichkeiten weiter und testen die autonome Wasserstoff-Produktion auf hoher See. Auch hier sind mittelständische Unternehmen an entscheidenden Stellen beteiligt. Für eine Beratung über bestehende Fördermöglichkeiten steht interessierten Unternehmen die Lotsenstelle Wasserstoff zur Verfügung.

Lassen Sie uns die Projekte Energieunabhängigkeit und Klimaneutralität mit KMU-typischer Agilität und Geschwindigkeit angehen. Ich bin sicher, viele Unternehmen des starken deutschen Mittelstands können auf die eine oder andere Weise dazu beitragen, dass Deutschland klimafreundlich und energieunabhängig wird. Mit ihren Ideen und auch mit dem Nachwuchs, den sie ausbilden. Die mittelständische Wirtschaft entscheidet mit darüber, ob Deutschland in den nächsten Jahren den Anschluss verliert oder seinen derzeitigen Vorsprung ausbaut.

 

Gut zu wissen

Lotsenstelle Wasserstoff
Die Lotsenstelle Wasserstoff berät alle an Förderung interessierten Einrichtungen zu den bestehenden Fördermaßnahmen des Bundes. Sie können die Lotsenstelle Wasserstoff per E-Mail an lotsenstelle@nationale-wasserstoffstrategie.de oder direkt unter der Rufnummer 030 – 201 99 420 kontaktieren.

Wasserstoff-Leitprojekte
Die Wasserstoff-Leitprojekte bilden eine der größten Forschungsinitiativen des BMBF zum Thema Energiewende. In den industriegeführten Leitprojekten entwickeln Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam die Lösungen, um Hürden auszuräumen, die eine deutsche Wasserstoffwirtschaft noch behindern:

  1. Die Serienfertigung von großskaligen Elektrolyseuren (H2Giga).
  2. Die Erzeugung von Wasserstoff auf See (H2Mare).
  3. Technologien für den Transport von Wasserstoff (TransHyDE).

Die Wasserstoff-Leitprojekte sind das Ergebnis eines Ideenwettbewerbs: Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft waren eingeladen, Ideen zu Wasserstoff-Großprojekten einzureichen. Die Leitprojekte haben im April 2021 mit ihrer Arbeit begonnen.

www.wasserstoff-leitprojekte.de

Dr. Stefan Kaufmann
Innovationsbeauftragter „Grüner Wasserstoff“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

bvmw.info/nationale_wasserstoffstrategie

 


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