Deutschlands Weg aus der Wegwerfgesellschaft

Die langwierigen Auswirkungen der Corona-Pandemie, der russische Krieg gegen die Ukraine und in der Folge eine rasant steigende Inflation machen verlässliche Rahmenbedingungen im Frühjahr 2022 zunichte.

Die Abhängigkeit Deutschlands und Europas von russischem Gas, Öl und Kohle erweist sich nicht nur als geopolitisches Sicherheitsrisiko. Sie macht deutlich, dass wir es mit einer fossilen Inflation zu tun haben. Unsere Abhängigkeit von Öl und Gas treibt die Preise. Die deutschen Unternehmen und insbesondere der Mittelstand werden zur Lösung der Krisen dringend gebraucht. Sowohl die Politik als auch die Wirtschaft stehen in der Verantwortung, Lösungen zu finden, wie unsere Klima- und Naturschutzziele erreicht werden können und dabei der Wohlstand heutiger und künftiger Generationen gewahrt werden kann.

Mit der nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie wollen wir unsere Wirtschaft weiter raus aus der Wegwerfgesellschaft führen.

Deutschland muss unabhängiger werden

Für die Bundesregierung ist dies eine der zentralen Aufgaben. Beispielsweise haben Wirtschaftsminister Robert Habeck und Umweltministerin Steffi Lemke gemeinsam dafür gesorgt, dass der notwendige massive Ausbau der Windenergie im Einklang mit dem Artenschutz ermöglicht wird und klar geregelt ist. Denn es besteht kein Zweifel, dass Deutschland unabhängiger von fossilen Energien und von Energieimporten werden muss. Dafür ist der naturverträgliche Ausbau der Erneuerbaren der Schlüssel. Eine größere Unabhängigkeit von Energie- und Rohstoffimporten erreicht Deutschland auch durch eine zeitgemäße Kreislaufwirtschaft. Mit geschlossenen Stoffkreisläufen, klugem Produktdesign und „Product as a Service“-Geschäftsmodellen ermöglicht sie neue Wertschöpfung.

„Reparieren statt Wegwerfen“

Ein konkreter Ansatz der Bundesregierung ist mit einem Aktionsprogramm „Reparieren statt Wegwerfen“ geplant. Ziel ist, eine Investitionsdynamik in Richtung langlebiger, mehrfach verwendbarer und reparierbarer Güter zu entfachen.

Die Bundesregierung wird hierfür eine nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie auflegen. Mit diesen Maßnahmen wollen wir unsere Wirtschaft weiter raus aus der Wegwerfgesellschaft führen und den Markenkern der deutschen mittelständischen Hersteller mit ihren langlebigen und qualitativ hochwertigen Produkten weiter stärken.

Der Mittelstand bildet das Fundament der starken Entwicklung der Umwelttechnologien in Deutschland. Damit das so weitergeht, braucht es verbindliche Umweltstandards und in die Zukunft gerichtete Investitionen. Solche Investitionen unterstützt das Bundesumweltministerium mit Förderprogrammen wie der Exportinitiative Umwelttechnologien und dem Umweltinnovationsprogramm.

Mit diesen Maßnahmen trägt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz nicht nur zum Schutz der Ökosysteme bei, sondern stärkt auch das wirtschaftliche Handeln in Deutschland und der Welt.

 

Gut zu wissen

 

  • Deutschland importiert momentan 55 Prozent Gas, 50 Prozent Kohle und 35 Prozent Öl aus Russland
  • Die Unabhängigkeit wird durch eine zeitgemäße Kreislaufwirtschaft ermöglicht
  • Produkte sollen künftig repariert und nicht weggeworfen werden

Dr. Bettina Hoffmann
MdB, Parlamentarische Staatssekretärin Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz
www.bmuv.de

 


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