Drucksachen ja, aber grüner

Jahrzehntelang haben Marketingabteilungen ganz selbstverständlich Flyer, Broschüren und Plakate in Auftrag gegeben. Mit Blick auf mehr Nachhaltigkeit stellen sich viele Unternehmen aber heute die Frage: Darf ich überhaupt noch Drucksachen einkaufen?

Jeder Deutsche verbraucht durchschnittlich 230 Kilogramm Papier pro Jahr. Der größte Teil entfällt dabei auf Verpackungspapiere wie Kartons, Füllmaterial und Lebensmittelverpackungen. Aber immerhin wird gut ein Drittel für grafische Papiere wie Ausdrucke, Magazine, Flyer & Co. verbraucht. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer kommen angesichts dieser Zahlen zurecht ins Grübeln, wenn es um den Einkauf von Drucksachen geht.

Trotz Digitalisierung: Wir brauchen Gedrucktes

Trotz voranschreitender Digitalisierung können wir nicht gänzlich auf Plakate, Broschüren und Magazine verzichten. Bestimmte Zielgruppen etwa lassen sich bislang kaum digital erreichen. Darüber hinaus ist Gedrucktes noch immer etwas Besonderes. Das zeigt sich, wenn wir unsere Nase in ein frisch gekauftes Magazin halten oder über das Cover streichen. Die haptische Wahrnehmung ist nicht zu unterschätzen, denn wir nehmen gern mit allen Sinnen wahr. Außerdem lesen wir auf Papier konzentrierter als auf dem Bildschirm. Und auch beim Regalaufbau ist eine gedruckte Skizze oft hilfreicher als eine digitale.

Ehrlich abwägen: Der Mehrwert ist entscheidend

Wir sollten Drucksachen also nicht per se verteufeln. Was wir aber ändern können und sollten, ist das wahllose Hinausschleudern von Printprodukten. Die Masterfrage lautet: Hat der Druck einen echten Mehrwert? Können wir diese Frage mit gutem Gewissen bejahen, ist ein Druck legitim. Zum Beispiel eine Chronik zum 50. Firmenjubiläum: Als Druckexemplar wandert sie durch viele Hände von Mitarbeitenden, ihren Familien und Kunden. Als PDF wäre das hingegen unwahrscheinlich.

Nachhaltig drucken

Unternehmerinnen und Unternehmer sollten Verantwortung übernehmen und bei Drucksachen grüner denken. Denn immer mehr Kunden achten bei der Auswahl ihrer Dienstleister, Zulieferer oder Projektpartner auf das Thema Nachhaltigkeit. Nicht zuletzt verleihen wir Inhalten von Broschüren, Flyern & Co. wieder mehr Bedeutung, wenn Gedrucktes seinen Wegwerfcharakter verliert. Entscheidend dafür ist, dass das Gedruckte einen Mehrwert hat, hochwertig und möglichst nachhaltig produziert wird.

 

Gut zu wissen

 

So wird Druck grüner

 

  • Wahl der Druckerei: Es gibt zertifizierte Druckereien, die stark auf Nachhaltigkeit achten – vom Papier bis hin zum Versand
  • Gewissenhafte Auflage: „Haben ist besser als brauchen“ war gestern. Heute ist eine realistische Planung bezüglich der benötigten Exemplare angezeigt
  • Vermeiden: Fehldrucke verschwenden unnötig Ressourcen, darum ausreichend Zeit für Korrekturen einplanen
  • Hochwertig drucken: Qualität ist auch im Druck entscheidend, besonders, wenn das Gedruckte lange leben und durch viele Hände wandern soll

Christine Korte
Geschäftsführende Gesellschafterin
KONTRASTKRAFT Werbeagentur
BVMW-Mitglied

www.kontrastkraft.de 

 


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