Filmtipp: Leander Haußmanns Stasikomödie

Leander Haußmanns Stasikomödie verbindet Vergangenheit und Gegenwart und lässt die Zuschauerinnen und Zuschauer in die frühen achtziger Jahre der DDR und in das Deutschland von heute eintauchen.

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Foto: © UFA Fiction / Constantin Film Verleih, Nik Konietzny

Die Geschichte startet im Berlin der Gegenwart, als der Held Ludger Fuchs (Jörg Schüttauf) von Familie und Freunden dazu gedrängt wird, seine Stasi-Akte zu beantragen. Beim gemeinsamen Durchblättern der Akte fällt allen ein zerrissener und wieder zusammengefügter Liebesbrief auf. Dieser stammt jedoch nicht von seiner jetzigen Ehefrau Corinna (Margarita Broich). Natürlich kommt es zum Streit zwischen den Eheleuten, Ludger verlässt die Wohnung, streunt durch die Straßen und erinnert sich an seine Jugend. Zeitsprung in die Vergangenheit: Von nun an befinden wir uns in den achtziger Jahren in Ostberlin.

Der ordnungsliebende Deutsche

Das Leitmotiv des Filmes wird durch eine Ampel symbolisiert. In den Achtzigern steht der junge Ludger Fuchs (David Kross) an einer roten Ampel, die er nicht überquert, obwohl weit und breit kein Auto in Sicht ist. So wird er als staatstreuer, vernünftiger, zurückhaltender junger Mann dargestellt, der auch der Stasi positiv auffällt. Von der Behörde erhält er schließlich den Auftrag, sich unter die Künstler- und Boheme Szene des Prenzlauer Bergs zu mischen. Während seiner Mission findet er jedoch Gefallen an der Künstler-Szene und an dem verrückten Leben. Er verliebt sich in Natalie (Deleila Piasko), eine Hippie-Muse, und verliert seinen Auftrag immer mehr aus den Augen. Gegen Ende des Films springt die Handlung wieder zurück in das Berlin von heute. Wieder steht Ludger, der inzwischen ein bekannter Roman-Autor ist, an einer Ampel und diesmal geht er ohne zu zögern auf die andere
Straßenseite.

Lachen nimmt dem Bösen die Kraft

Was dem Film besonders gut gelingt ist, die Entwicklung von Ludger von einem ordnungsliebenden, schüchternen jungen Mann zu einem aufgeschlossenen Rebellen darzustellen. Durch den Einsatz von Komik lässt der Film einen anderen Blick auf die Stasi zu. Die Ernsthaftigkeit des Themas wird hier mit dem Genre der Komödie aufgelockert, Stasi-Mitarbeiter werden als dusselig und ahnungslos dargestellt. Insgesamt ein gelungener und lustiger Film, der gekonnt die Zeit der DDR und ein emotionales und spannendes Thema aufgreift, das für viele Menschen noch heute interessant sein dürfte.

 

Julia Rotsztyn
BVMW Duale Studentin Presse und Öffentlichkeitsarbeit
julia.rotsztyn@bvmw.de