Aufholjagd nach Corona

Wir starten in das Schuljahr 2022/2023 mit so viel Normalität wie möglich. Das bedeutet konkret: Es wird weder anlasslose Tests noch flächendeckend eine Maskenpflicht geben.

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Allerdings halten die Schulen ihre Basis-Schutzkonzepte und allgemeinen Hygieneempfehlungen aufrecht.

Es ist Konsens in allen 16 Bundesländern, Schulschließungen unbedingt zu vermeiden. Die Schulen bleiben flächendeckend geöffnet, wenn sich das Infektionsgeschehen so entwickelt wie aktuell zu erwarten. Die durch die Pandemie entstandenen Lernrückstände lassen sich auch nur in einem geregelten Schulbetrieb aufholen.

Hilfsangebote

Denn wir wissen: Die Schulschließungen und Unterrichtseinschränkungen in der Corona-Zeit haben vor allem die Schülerinnen und Schüler, die zur Hause weniger Unterstützung erhalten konnten, in ihrer sozialen Entwicklung und in ihrem Lernerfolg zurückgeworfen. Wir werden uns mit unseren Hilfsangeboten daher auf leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler konzentrieren und dafür auch zusätzliches Personal zur Verfügung stellen. Die Schülerinnen und Schüler brauchen den Präsenzunterricht in der Schule und langfristig angelegte Maßnahmen, um die pandemiebedingten Lernrückstände aufzuholen. Wir sollten gemeinsam mit dem Bund das Programm „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ in Bezug auf Lernrückstände und psychosoziale Effekte im Schulbereich verlängern. Es geht vor allem darum, die Basiskompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen zu stärken und zu festigen, vorhandene Defizite abzubauen und den Kindern und Jugendlichen eine gute Grundlage für den weiteren Bildungsweg zu verschaffen.

Gemeinsam gegen Fachkräftemangel

Auch die Bildungspolitik ist herausgefordert, einen Beitrag zu leisten, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Hier möchte ich vorwegschicken, dass wir es mit einer Vielzahl von Faktoren zu tun haben, wenn zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt ein Ausgleich geschaffen werden soll. Als Stichworte sind hier die demographische Entwicklung, die individuellen Verschiebungen in der Work-Life-Balance, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die Frage der flexiblen Gestaltung von Arbeitszeiten zu nennen; die Aufzählung lässt sich erweitern.

Treffsichere Berufswahl

Dieses gesellschaftliche Gesamtbild beeinflusst auch Jugendliche in ihrer Berufswahlentscheidung. Angesichts der Vielzahl an Ausbildungsgängen und Studienangeboten fällt es vielen Jugendlichen schwer, eine so weitreichende Entscheidung wie die Berufswahl zu treffen. Damit es treffsicher passt und Jugendliche ohne nennenswerten zeitlichen Verzug einen optimalen Einstieg ins Studium beziehungsweise ins Ausbildungs- und Berufsleben finden, unternehmen Betriebe, Sozialpartner, Verbände und Schulen große Anstrengungen. Die Schulen engagieren sich tatkräftig, um der Beruflichen Orientierung mehr Raum zu geben.

 

Karin Prien
Präsidentin der Kultusministerkonferenz
www.kmk.org 

Gut zu wissen

■ Keine Schulschließungen mehr

■ Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ soll verlängert werden. Alle gesellschaftlichen Gruppen gemeinsam für treffsichere Berufswahl und gegen den Fachkräftemangel