Die lernende Organisation

Die Ressource Wissen ist zentral für den Geschäftserfolg. Mit Hilfe eines digital gestützten Wissensmanagements stellen Unternehmen sicher, dass relevantes Wissen gespeichert, verbreitet und weiterentwickelt wird.

Viel wertvolles Wissen steckt in den Köpfen einer erfahrenen Belegschaft – ein Risiko, bedenkt man Ausfälle durch Krankheit, Kündigung oder Renteneintritt. Wie schafft man eine lernende Organisation, die dieses Wissen nutzt, es teilt und nachhaltig speichert? Wo sind digitale Tools sinnvoll? Die Mittelstand-Digital Zentren helfen bei der Analyse und geben praxisnahe Hinweise, wie sich Unternehmen als lernende Organisation etablieren und welche digitalen Technologien dabei unterstützend wirken können.

Mit Wissensmanagement zu nachhaltigem Unternehmenserfolg

In Zukunft wird es für Unternehmen von entscheidender Bedeutung sein, das Wissen erfahrener Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch kluges Wissensmanagement zu erkennen, zu erfassen und zu nutzen. Dabei geht es nicht nur darum, neues Wissen zu schaffen oder vorhandenes Wissen zu verankern, sondern ebenso um die Verbreitung und Weiterentwicklung von Wissen innerhalb einer Organisation. Um dies umzusetzen, schafft Wissensmanagement einen infrastrukturellen und organisatorischen Rahmen mit dem Ziel, einen dauerhaften Lernprozess im Unternehmen zu ermöglichen. Solch eine lernende Organisation beugt nicht nur einem möglichen KnowHow-Verlust und damit einer Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit vor. Die Verknüpfung von Informationen, Erfahrungen und Kompetenzen fördert vielmehr eine offene Fehlerkultur und eine iterative Arbeitsweise, aus der heraus ein starkes Innovationsmanagement entwickelt werden kann.

Mit Wissen gut aufgestellt für den Wandel

Aufgrund der hohen Bedeutung der Ressource Wissen für die Wertschöpfung und die Zukunftsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) stellt sich die Frage, inwieweit diese Ressource in der Praxis systematisch gemanagt werden kann. So verteilt sich das Wissen im Gegensatz zu Großunternehmen in vielen KMU auf nur wenige Mitarbeiter. Gerade hier entstehen Probleme, wenn Mitarbeiter mit einem großen Reichtum an Wissen das Unternehmen verlassen. Insbesondere im Kontext der stattfindenden demografischen Entwicklung gewinnt ein gelungenes Wissensmanagement an Bedeutung. So geht man bis 2030 von einem Arbeitsmarktaustritt von rund 5,2 Millionen qualifizierten Beschäftigten aus – bei einem Arbeitsmarktzutritt von nur rund 3,9 Millionen Berufseinsteigern. Eine Entwicklung, die in vielen Bereichen der Wirtschaft zu einem enormen Fachkräftemangel führen wird. Die strategische und operative Ausrichtung von Wissensmanagement orientiert sich damit an den Möglichkeiten, wie dieses Wissen gespeichert und Qualität gesichert werden kann.

Wege zur lernenden Organisation

Um dem Verlust von Wissen entgegenzuwirken, müssen Informationen, Erfahrungen und Kompetenzen erfasst, verknüpft und aufbereitet werden. Digitale Technologien können dabei das Wissensmanagement in hohem Maße unterstützen. Der Einsatz digitaler Wissensmanagement-Tools ergibt allerdings nur dann Sinn, wenn sie auf eine förderliche Organisation und Kultur treffen. KMU können hier unter anderem auf die Expertise des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Cottbus zurückgreifen, das unter anderem den Workshop „Wissen 4.0 – Wege zur lernenden Organisation“ anbietet. In diesem Kurs werden praxisnahe Methoden vermittelt, mit denen sich ein digital gestütztes Wissensmanagement entwickeln, aufbauen und aufrechterhalten lässt. Anhand eines Use-Cases – der Geschichte einer fiktiven Bäckerei – werden theoretische Konzepte des Wissensmanagements konkret angewandt und greifbar gemacht. Das Beispiel der Bäckerei dient dabei zur Veranschaulichung und lässt den Transfer auf andere Branchen und Unternehmensgrößen problemlos zu.

Im Rahmen des Workshops wird anhand verschiedener Modelle verdeutlicht, wie implizites und explizites Wissen von Mitarbeitenden vermittelt, dokumentiert, zusammengesetzt und angewandt wird. Am Beispiel der Bäckerei bedeutet dies, wie sich Wissen aus Zeichen, Daten und Informationen zusammensetzt und wie das darauf aufbauende Handeln zu Kompetenz- und Wettbewerbsvorteilen führt. Gleichzeitig werden den Teilnehmenden Methoden vermittelt, mit denen sich Wissen strategisch und operativ managen lässt. Der Online-Workshop wird zusätzlich um das Angebot einer Nachbereitung auf der Onlineplattform des Kompetenzzentrums erweitert, das durch die Teilnehmenden jederzeit abgerufen werden kann.

Ressource Wissen richtig nutzen

Die Frage nach funktionierender Wissensarbeit in Unternehmen ist in nahezu allen Entwicklungsprojekten relevant. Vom Handwerk, das eine Wissensweitergabe schon in der dualen Ausbildung und traditionellen Struktur verankert hat, über Dienstleister bis zum industriellen Metallverarbeitungsbetrieb ist eine zukunftsfähige Unternehmensentwicklung nicht ohne die Wissensentwicklung der Belegschaft denkbar. Unternehmen, die hier einen ganzheitlichen Ansatz aus Strategie, operativer Umsetzung, einer lernfördernden Unternehmenskultur und digitaler Technik anstreben, sind dabei für den Wandel gut aufgestellt.

 

Gerrit Neuhaus
Hochschule für Nachhaltige Entwicklung, Teilprojekt „Arbeit 4.0 & Nachhaltigkeit“
gerrit.neuhaus@hnee.de

Alexander Krug
Projektmanager für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Abt. Förderprojekte Der Mittelstand. BVMW e. V.
alexander.krug@bvmw.de

Gut zu wissen

■ Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Cottbus bietet den Online-Workshop „Wissen 4.0 – Wege zur lernenden Organisation“ regelmäßig interessierten Unternehmen an

■ Interessenten können sich direkt an das Zentrum wenden

■ Weitere Angebote finden Sie unter https://www.kompetenzzentrum-cottbus.digital und unter https://digitalzentrum.berlin