Schwere Arbeit leicht gemacht

Bereits seit über 60 Jahren machen die Werkzeuge und Maschinen der Probst GmbH den Baustellenalltag leichter.

Foto: © Probst GmbH
Foto: © Probst GmbH

Seit 2020 ist die gesamte Unternehmensgruppe zudem klimaneutral. Geschäftsführer Eric Wilhelm hat sich mit seinem Unternehmen auch für den diesjährigen „SIA-Sustainable Impact Award“ beworben. 

DER Mittelstand.: Herr Wilhelm, warum ist Ihnen die nachhaltige Ausrichtung Ihres Unternehmens wichtig?

Eric Wilhelm: Gerade als mittelständisches Unternehmen darf sich Probst bei Zukunftsthemen auf keinen Fall aus der Verantwortung stehlen. Gesellschafter sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben unternehmerische Nachhaltigkeit als gesellschaftliche Verantwortung definiert und unser Geschäftsmodell auf Ressourcenschonung ausgerichtet. Das, was wir tun, muss wirtschaftlich sein und dem Anspruch an ein umweltbewusstes und zukunftsorientiertes Unternehmen genügen. Wichtig ist für uns zudem, die junge Generation bei Probst für diese Ideen zu begeistern und aktiv an der Neuausrichtung des Unternehmens mitgestalten zu lassen.

Wann haben Sie damit begonnen, und was waren die ersten Schritte?

Probst ist ein Unternehmen, das fast 60 Jahre im Besitz der Gründerfamilie war und in dieser Zeit zum Weltmarktführer der Greif- und Verlegetechnik gewachsen ist. Ende 2018 übernahm die familiengeführte Industrieholding Alveus Beteiligungen aus München das Unternehmen, und es gelang der Spagat, einerseits die soziale und menschliche Unternehmenskultur von Probst zu bewahren und andererseits das Unternehmen nachhaltig und modern aufzustellen. Tatsächlich war dann die unter Einbindung der Mitarbeitenden gestartete Neuausrichtung der erste Schritt. Begonnen haben wir den Transformationsprozess im Bereich Personal. Die Aufgabenstellung damals: Wir wollen ein Unternehmen sein, für das sich die Mitarbeitenden jederzeit wieder entscheiden würden.

Wie ist es Ihnen gelungen, Ihre Visionen umzusetzen?

Zwei wesentliche Komponenten unserer „Making Hard Work Easier“- Vision sehen wir als Erfolgsfaktoren: Erstens eine klare Ausrichtung zum Markt; Probst-Produkte werden auf jeder modernen Baustelle eingesetzt, auf der Baumaterial bewegt wird. Zweitens die unternehmensinterne Perspektive unserer Vision: die Identifikation der Mitarbeitenden und Gesellschafter mit einer nachhaltigen Ausrichtung. Probst ist in den letzten Jahren mit transparent definierten, nachhaltigen Prinzipien zu einem internationalen Wachstumsunternehmen geworden. Wir sehen dies als Ergebnis und als Belohnung unseres Tuns – sicherlich hat das Team mit einer gelebten Nachhaltigkeit die richtige Priorität gesetzt.

Was hätten Sie gerne bereits zu Beginn des Transformationsprozesses gewusst?

Rückblickend kann ich feststellen, dass die Begeisterung für den eingeschlagenen Weg größer war, als wir zu träumen wagten. Manchmal hatte ich sogar echte Gänsehautmomente. Ob mit dem prämierten Nachhaltigkeitsprojekt unserer Auszubildenden für die Einsparung von Ressourcen, dem umgesetzten Thema Ergonomie, der engagierten Mitarbeiterwerbung durch Mitarbeitende, der effektiven Nutzung von Mobile Office in der Corona-Zeit, der neugeschaffenen Möglichkeit des dualen Studiums als weiteren Ausbildungsschritt, JobRad – die Resonanz war immer positiv.

Mit welchem Ihrer Produkte gehen Sie in den Wettbewerb?

Probst geht in der Kategorie „Social Impact on Employees“ an den Start. Wir haben in den letzten beiden Jahren durch unsere neue strategische Ausrichtung viele erfolgreiche Projekte in den Bereichen Ideenmanagement, Kommunikation, Gesundheitsmanagement, Weiterbildung, Internationalisierung und soziale Aktivitäten angestoßen und umgesetzt.

Was sind die aktuellen Herausforderungen, mit denen Sie im Unternehmensalltag umgehen müssen?

Wir haben das Thema Inflation in dieser Tragweite noch nicht erlebt und müssen darauf konsequent reagieren. Eine neue Erfahrung, die Probst aber als Unternehmen meistert.

Steht Ihnen der BVMW im unternehmerischen Alltag zur Seite? Wie kann der Verband Sie unterstützen?

Probst ist Neumitglied. Im letzten Jahr haben wir das Beitrittsformular unterschrieben und bereits viele Impulse vom Verband erhalten. Im BVMW organisieren sich Unternehmen mit gleichen Problemen und Herausforderungen, und genau deshalb fühlen wir uns repräsentiert. Das Angebot des BVMW nutzen wir vor allem in den Bereichen der Informationsbeschaffung und der Schulungsveranstaltungen.

Vielen herzlichen Dank für das interessante Gespräch.

 

Das Interview führte Friederike Pfann, BVMW Redaktion DER Mittelstand.

Eric Wilhelm trat Ende 2019 als Geschäftsführer in die Probst GmbH ein. 2021 wurde er Mitgesellschafter der Probst-Unternehmensgruppe, die zwischenzeitlich durch Übernahmen und Gründungen auf acht Tochtergesellschaften in Europa, Amerika und Asien gewachsen ist. Das Unternehmen ist Mitglied im BVMW.