Pensionsverpflichtungen bedrohen den Mittelstand

In deutschen Unternehmen bestehen über 600 Milliarden Euro an Pensionsverpflichtungen. Effektive Steuergestaltungen machten Pensionszusagen früher beliebt, inzwischen sind sie im deutschen Mittelstand eine drückende Last.

Foto: © InsideCreativeHouse von www.stock.adobe.com
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Diese kann jedoch durch Anpassungen ins Positive gekehrt werden.

Rund die Hälfte der Pensionszusagen bietet neben Möglichkeiten der Steuergestaltung Innenfinanzierungseffekte und erlaubt zudem die freie Wahl der Geldanlage zur Rückdeckung. Allerdings ist zum einen nur circa die Hälfte des später notwendigen Kapitals investiert. Zum anderen ist ein Großteil in Lebens- und Rentenversicherungen angelegt, die von der strukturellen Zinskrise stark in Mitleidenschaft gezogen sind, da sie ungefähr 80 Prozent in Anleihen anlegen. Übersehen wird zudem oft, dass die Besteuerung von Kapitalversicherungen im Betriebsvermögen maximal nachteilig ist.

Rentablere Anlageformen

Großkonzerne und internationale Pensionsfonds legen daher ihr Pensionskapital in moderneren Portfoliostrukturen an. Fonds und Vermögensverwaltungen versprechen langfristig höhere Renditen und bieten Steuervorteile. Die Unternehmen profitieren von einer signifikanten Teilfreistellung bei der Besteuerung. Die komplexe Verbuchung der Fondsinvestments hielt früher trotzdem von innovativen Investmentstrategien ab. Diese Nachteile sind durch das Investmentsteuerreformgesetz seit 2018 hinfällig. Durch pauschale Bemessungsgrundlagen für die Besteuerung ist die Verbuchung stark vereinfacht. Unternehmen sollten die Vereinfachungen nutzen und alte Vorgehensweisen anpassen.

Steuerrisiken und Eskalation vermeiden

Eine Unterfinanzierung der Versorgung bedeutet nicht nur schmerzliche Einbußen bei der Vorsorge. Sollte das Finanzierungsziel weit verfehlt sein, zweifeln Finanzbehörden die Ernsthaftigkeit der Gestaltung an. Es drohen eine Auflösung der Pensionsrückstellungen und massive Steuernachzahlungen. Das kann zur Insolvenz führen, erhebliche private Steuerzahlungen auslösen oder eine geordnete Unternehmensnachfolge vereiteln.

Alte, nicht mehr tragfähige Pensionskonzepte können versierte Berater oft durch Neugestaltung heilen. Anlagestrategien können Unternehmen schadlos an die heutigen Anforderungen anpassen. Mit zeitgemäßer Vertragsgestaltung, korrekter Ausschöpfung der umfangreichen steuerlichen Begünstigungen und zukunftsfähigen Investments ist eine Pensionszusage keine Last, sondern der effektivste Weg, eine Unternehmerversorgung aufzubauen. So machen Pensionszusagen aus Steuerzahlungen eigenes Vermögen.

 

Stefan Schrader
Geschäftsführer titus Unternehmensgruppe
www.titus-finanzen.de

 

Alexander Schwarz
Leiter Marketing Axxion S. A.

BVMW-Mitglied

www.axxion.lu/de/ 

Gut zu wissen

■ Seit 2018 sind die Nachteile von Fondsinvestments zur Sicherung von Pensionszusagen hinfällig

■ Kapitalversicherungen im Betriebsvermögen sind steuerlich ungünstig

■ Veraltete Anlagestrategien können schadlos angepasst werden