ASEAN: Dynamisch wachsender Absatzmarkt

Die deutschen Ausfuhren in die ASEAN-Staaten haben 2018 in ihrer Wachstumsdynamik die Exporte nach China übertroffen. Der südostasiatische Wachstumsmarkt bietet deutschen Unternehmen auch in Zukunft gute Chancen.

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Die Region Asien-Pazifik wird als Absatzmarkt deutscher Produkte und Dienstleistungen immer interessanter. Wie nie zuvor steigerten sich nach Angaben der GTAI 2018 die deutschen Exporte auf Eurobasis gegenüber dem Vorjahr um 6,7 Prozent –mehr als doppelt so viel wie bei den deutschen Ausfuhrzahlen insgesamt, die sich um drei Prozent erhöhten. Zu diesem Rekord-Ergebnis trugen vor allem höhere Exporte nach Indien (+ 17 Prozent), in die Länder der südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN (+ 11,4 Prozent) und nach China (+ 8,1 Prozent) bei. Besonders die positiven Entwicklungen in der Automobilindustrie und der Elektronik sowie im Maschinen- und Anlagenbau fielen dabei ins Gewicht.

Vor allem die aufstrebenden Volkswirtschaften der ASEAN Economic Community (AEC) haben sich –dominiert von Indonesien, Thailand, Singapur, Malaysia und den Philippinen – in den vergangenen Jahren zu einem dynamischen Wirtschaftsraum und attraktiven Absatzmarkt für deutsche Unternehmen entwickelt. Das Gesamtvolumen deutscher Exporte erreichte in 2018 eine Höhe von 28,2 Milliarden Euro. Nicht zuletzt aufgrund ihrer attraktiven Rahmenbedingungen, dem niedrigen Lohnniveau und für alle Seiten vorteilhafte Freihandelsabkommen, stellen die Länder der ASEAN-Region im fernen Osten eine Alternative zum Produktionsstandort China dar. Namhafte Experten rechnen damit, dass sich dieser Trend durch die aktuellen globalen Handelskonflikte weiter verstärken wird.

Freihandelsabkommen sorgt für Dynamik

Singapur ist zweifellos im Länderteam der ASEAN die Drehscheibe für Investitionen, Handel und Dienstleistungen, aber auch als Forschungs-, Innovations- und Technologie Hub bekannt. Ausländische Unternehmen schätzen an Singapur die liberale und innovative Wirtschaftspolitik, die Rechtssicherheit und politische Stabilität. 2017 konnte der Stadtstaat mit seinen knapp über fünf Millionen Einwohnern insgesamt 137 Milliarden US-Dollar 45 Prozent an globalen Investitionsflüssen nach ASEAN ziehen. Bereits heute sind mehr als 10.000 Unternehmen aus der EU, darunter über 1.700 deutsche Unternehmen, in Singapur erfolgreich tätig. Das im Februar 2019 ratifizierte Freihandelsabkommen zwischen der EU und Singapur garantiert für die Zukunft eine noch stärkere Dynamik.

Automobil, Elektro, Bekleidung und Nahrungsmittel

Staaten wie Thailand und Malaysia haben sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu attraktiven Produktionsstandorten entwickelt, beispielsweise für die Automobil- und Elektronikindustrie. Vietnam dagegen ist es gelungen, sich als alternativer Produktionsstandort zu China für die Bekleidungs- und Nahrungsmittelindustrie erfolgreich zu etablieren. Hoch im Kurs: Made in Germany.

Indonesien, das mit mehr als 260 Millionen Einwohnern die mit Abstand größte Volkswirtschaft in Südostasien darstellt, zählt mit einem durchschnittlichen BIP-Wachstum von rund fünf Prozent zu den attraktivsten Wachstumsmärkten in der Region. Das Land hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt: Bis zum Jahr 2030 will Indonesien zu den zehntgrößten Volkswirtschaften der Welt gehören und bereits zum Jahr 2020 zur stärksten digitalen Volkswirtschaft Asiens aufsteigen.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag nach Angaben der GTAI 2016 bereits bei 930 Milliarden US Dollar und hat 2017 und 2018 die Eine-Billion-Grenze überschritten. Die wirtschaftlichen Erfolge beruhen im erheblichen Maße auf dem Export von Rohstoffen –neben Exportgütern wie Kohle, Erdöl und Erdgas deckt Indonesien gemeinsam mit Malaysia 85 Prozent des weltweiten Bedarfs an Palmöl. Geschäftschancen für deutsche Technologie-Unternehmen und Lieferanten bieten sich in der landesweiten Entwicklung und Modernisierung der Infrastruktur, vor allem im Bereich des öffentlichen Verkehrssystems, im Energie- und Umweltsektor (Abfall- und Abwasser) sowie in der Gesundheitswirtschaft. Produkte Made in Germany genießen in Indonesien – trotz wachsender chinesischer Konkurrenz – einen exzellenten Ruf, was sich nicht zuletzt an der positiven Entwicklung der deutschen Ausfuhren in 2018 nach Indonesien beweisen lässt. Deutschland lieferte Waren im Wert von 3,4 Milliarden US-Dollar nach Indonesien, was gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 11,2 Prozent und gegenüber 2016 sogar ein Plus von fast 20 Prozent bedeutete.

BVMW gibt Hilfestellung

Nachdem im November 2018 die Asien-Pazifik- Konferenz der Deutschen Wirtschaft in Jakarta stattfand, wird nun im Frühjahr 2020 Indonesien Partnerland der Hannover Messe sein. Dies wird für weitere wirtschaftliche Impulse und Imagegewinn für Indonesien als größter Wachstumsmarkt in ASEAN sorgen.

Mit der Einrichtung des ASEAN-Desks und dem Ausbau des Netzwerks in ausgewählten Zielmärkten in ASEAN wird der BVMW in diesem Jahr seine Mitgliedsunternehmen über die aktuellen Entwicklungen, Marktchancen und Veranstaltungen informieren sowie beim Auf- und Ausbau von Geschäftsaktivitäten in Südostasien unterstützen.

Gut zu wissen

Wenn von der ASEAN-Region gesprochen wird, ist der Zusammenschluss von zehn asiatischen Staaten gemeint. 2009 wurde dieser gemeinsame Wirtschaftsraum nach dem Vorbild der Europäischen Union geschaffen. Seit ihrem offiziellen Start Ende 2015 strebt die ASEAN Economic Community (AEC) die vollständige Liberalisierung des südostasiatischen Marktes an. Die zehn Mitgliedsstaaten sind Brunei, Kambodscha, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam. Diese Länder repräsentieren mehr als 640 Millionen Einwohner mit einem BIP von ca. drei Billionen US-Dollar. Bis 2022 wird für die Region ein jährliches BIP-Wachstum von über fünf Prozent prognostiziert, das sie mit einer kaufkräftigen Mittelschicht und expandierenden Industrien zur fünftgrößten Volkswirtschaft der Welt aufsteigen lassen würde.

Weitere Informationen unter: www.bvmw.de/asean-desk/

 

Dorothea Mertes

BVMW Leitung Internationale Märkte

dorothea.mertes@bvmw.de

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