Mehr Fördermittel für die Weiterbildung

Digitale Kompetenzen sind in den letzten Jahren zum entscheidenden Erfolgsfaktor für Unternehmen und ihre Beschäftigten geworden. Weiterbildung und Qualifikation sind die wesentlichen Instrumente, um in der Arbeitswelt zu bestehen.

Im Gespräch mit dem Mittelstand BVMW bestätigt auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil: „Die Herausforderung von Qualifizierung und Weiterbildung in der digitalen Transformation ist die Schicksalsfrage unserer Volkswirtschaft." Mit dem Qualifizierungschancengesetz, das Anfang des Jahres beschlossen wurde, möchte die Bundesregierung diese Aufgabe angehen.

Was ist das Qualifizierungschancengesetz?

Mit dem am 1. Januar 2019 in Kraft getretenen Qualifizierungschancengesetz wurden die bestehenden Fördermöglichkeiten der Bundesagentur für Arbeit ausgebaut. Vorrangig bleiben die Unternehmen und Beschäftigten für die Weiterqualifizierung selbst verantwortlich. Allerdings kann nun die Bundesagentur für Arbeit einen Teil der Kosten der Weiterbildung der Beschäftigten übernehmen. Das neue Gesetz spricht all diejenigen Arbeitnehmer an, deren Tätigkeiten durch neue Technologien bedroht werden oder die in sonstiger Weise vom Strukturwandel betroffen sind. Ihnen wird eine Anpassung oder Weiterentwicklung der beruflichen Kompetenzen ermöglicht. Ein Praxisbeispiel wäre eine Kfz-Mechanikerin, die lernt, wie man Elektroautos repariert oder ein Dachdecker, der den Umgang mit Drohnen trainiert.

Wie viel Zuschuss erhalten Arbeitgeber?

Die Kostenbeteiligung der Arbeitgeber richtet sich nach der Betriebsgröße – kleine und mittlere Unternehmen müssen sich geringer beteiligen als größere Betriebe. Weiterbildungskosten für Beschäftigte in Kleinstunternehmen können bis zu 100 Prozent von der Agentur für Arbeit gefördert werden. Bei kleinen und mittleren Unternehmen sind bis zu 50 Prozent Zuschuss möglich. Neben den Kosten für die Weiterbildung gibt es zusätzlich Lohnkostenzuschüsse, wenn die Arbeitgeber ihre Arbeitnehmer während der Weiterbildung bei voller Gehaltsfortzahlung freistellen. Zusätzlich können Lehrgangskosten, Kosten für die Eignungsfeststellung, Fahrtgeld, sowie Ausgaben für Unterbringung, Verpflegung und Kinderbetreuung übernommen werden.

 

Unternehmensgröße    

Kostenübernahme   für Weiterbildung  

Übernahme von Lohnfortzahlungen

< 10 Mitarbeiter

 100 %

 75 %

10 – 249 Mitarbeiter

 50 %

 50 %

250 – 2500  Mitarbeiter

 25 %

 25 %

> 2500 Mitarbeiter

 15 %

 25 %

*Besteht ein Tarifvertrag oder eine betriebliche Vereinbarung zur beruflichen Weiterbildung, kann der Zuschuss auf 20 % steigen.

Kriterien für Förderung der Weiterbildung

Für die Förderung sind Arbeitnehmer vorgesehen, bei denen die Berufsausbildung mindestens vier Jahre und die letzte Weiterbildung ebenfalls mindestens vier Jahre zurückliegen. Weiterbildungen, in denen Fähigkeiten für die aktuelle Position des Arbeitnehmers vermittelt werden, können nicht gefördert werden. Kenntnisse, die in dem Weiterbildungsangebot vermittelt werden, müssen über ausschließlich arbeitsplatzbezogene, kurzfristige Anpassungsfortbildungen hinausgehen. Zudem muss die Weiterbildung von einem dafür zugelassenen externen Bildungsträger oder im Unternehmen selbst durch einen externen Dienstleister durchgeführt werden. Sie muss mehr als 160 Stunden (vier Wochen) dauern.

 

Thomas Hey

Partner bei Bird & Bird LLP, FAArbR

www.twobirds.com

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