Expertentipps für Gründer

Die Köln/Bonner Fuhs & Hastrich Steuerberatungsgesellschaft, Mitglied im BVMW, hat sich vor allem auf die Beratung von mittelständischen Unternehmern spezialisiert. Mario Fuhs schlüsselt auf, was Existenzgründer wissen und beachten sollten.

Mario Fuhs begleitet und unterstützt Gründer bereits bei der Planung ihrer Selbstständigkeit. Zudem berät er Existenzgründer im Expertenforum des Bundeswirtschaftsministeriums.

Einschätzung, was machbar ist

Jeder Gründer sollte seine eigenen Kenntnisse und Erfahrungen richtig einschätzen, damit er erfolgreich sein kann. Wichtig ist, darauf zu achten, dass ein Businessplan realistisch ist und das Vorhaben objektiv eingeschätzt wird. Insbesondere ist die Refinanzierung des Vorhabens entscheidend.

Festlegung der Rechtsform

Die Rechtsform für ein Start-up hängt in der Regel vom Vorhaben und den langfristigen Zielen des Gründers ab. Ist das Vorhaben risikobehaftet, empfiehlt sich eine haftungsbeschränkte UG, da der Gründungsaufwand verhältnismäßig gering ist und kurzfristig eine Umwandlung in eine GmbH erfolgen kann.

Schon vor der Gründung Steuernummer beantragen

Bereits mit den Vorbereitungen zur Gründung eines Start-ups – mit der Vorgesellschaft – beginnt die steuerliche Relevanz. Ab diesem Zeitpunkt sollte auch die steuerliche Erfassung mit der Abgabe des entsprechenden Fragebogens beim Finanzamt erfolgen. Zudem sind ab diesem Zeitpunkt Umsatzsteuer-Voranmeldungen abzugeben. Damit könnten gerade in der Anfangsphase Vorsteuerbeträge vom Finanzamt zurückgeholt werden, was wiederum Liquidität schafft.

Wann werden welche Steuern fällig?

Für ein gegründetes Start-up fallen in der Regel Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuer an, für den oder die Gründer gegebenenfalls Einkommensteuer oder Kapitalertragssteuer, die aber dann in der privaten Steuererklärung angerechnet wird. Werden die steuerlichen Pflichten erst später nachgeholt, stellt dies häufig ein Liquiditätsproblem dar, weil Steuerzahlungen nicht in zutreffender Höhe einkalkuliert wurden. Im Nachhinein steuerliche Möglichkeiten auszuschöpfen, ist zudem aufwendiger und kostenintensiver als die Nutzung steuerlicher Gestaltungsmöglichkeiten von Beginn an.

Finanzierung

Werden für das Vorhaben Gelder aus dem Verwandtschafts- und Freundeskreis verwendet, so ist zunächst auf mögliche Schenkungen und die damit verbundene Schenkungssteuer zu achten. Geht es dabei um Darlehen, ist insbesondere auf eine wirksame Vereinbarung und Verzinsung sowie auf einen Fremdvergleich für die steuerliche Anerkennung zu achten. Ansonsten geht hier Steuerminderungspotenzial verloren.

Richtige Buchführung von Anfang an

Eine ordentliche und gewissenhafte Buchführung ist unerlässlich. Mit der Buchführung erfolgt ein zutreffender Abgleich der Unternehmensentwicklung zu der eigenen Planung des Gründers. In der Buchführung werden die tatsächlichen Steuerbelastungen dargestellt, die in den Planungen der Gründer häufig vernachlässigt werden. Wenn Verluste erwirtschaftet werden, können sie vorgetragen werden, damit sie später mit Gewinnen verrechnet werden können und somit steuerlich nicht verloren gehen. Hat man im Vorjahr Gewinne gemacht, können laufende Verluste auch zurückgetragen werden und damit Steuern erstattet werden. Werden allerdings hohe Verlusteoder mehrfach Verluste erzielt, stellt sich häufig die Frage der Finanzierung eines Start-ups – eine Kapitalzufuhr kann dann über Einzahlungen in die Kapitalrücklage oder eine Stammkapitalerhöhung erfolgen.

Mit Bankkrediten Steuern sparen

Ein Bankkredit zum Beispiel mindert die Steuern, weil Zinszahlungen steuerlich abgesetzt werden können. Fördermittel wirken sich grundsätzlich steuerlich nicht aus, da diese zunächst Verbindlichkeiten und nach zutreffender Verwendung Eigenmittel darstellen.

Gut zu wissen

Das Existenzgründungsportal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie informiert umfassend über alles, was Gründer wissen müssen. Über dieses Portal wird auch das Expertenforum erreicht, in dem Mario Fuhs zu steuerlichen Fragen berät.

www.existenzgruender.de

www.fuhs-partner.de

 

Almut Friederike Kaspar

Journalistin

mittelstand@bvmw.de

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