Daten auf dem Silbertablett

Im klassischen Telefonbuch findet man immer weniger Kontakte, Grund sind die Datenschutzrichtlinien. Die US-Giganten hingegen kennen alle deutschen Nummern. Und kaum einer hat es gemerkt.

Die Welt der Kommunikation hat sich in den letzten zehn Jahren grundlegend verändert. Wo früher telefoniert, also verbal kommuniziert wurde, werden heute nonverbale Textnachrichten mit und oft ohne Belang geschrieben, Bilder von sich selbst, von Freunden oder dem Essen auf dem Tisch verschickt.

„Facebook und Co wird der komplette Inhalt der eigenen Verzeichnisse auf dem Silbertablett serviert."

WhatsApp als der große Messenger-Dienst hat den klassischen Telefongesellschaften in Sachen Kommunikation längst den Rang abgelaufen. Die sorgen mit ihren Flats eigentlich nur noch für die technische Infrastruktur, den zwingend notwendigen Online-Zugang. So weit, so gut, könnte man meinen. Neue Entwicklungen verdrängen nun mal Altgewohntes.

Mobilnummern und Netzwerke für US-Konzerne

Was hinter den Kulissen mit den Mobilnummern passiert, interessiert trotz aller Diskussionen um den Datenschutz allerdings kaum jemanden. Um den Messenger-Dienst nutzen zu können, gibt man in der Regel den kompletten Inhalt des Telefonbuchs seines Smartphones zur Nutzung durch WhatsApp und deren Mutter Facebook frei. Mit Folgen: Da besitzen Konzerne, die sich recht wenig um das doch so hochgelobte Datenschutz-Niveau in Europa kümmern, auf einmal mit dem vollen Einverständnis der Nutzer nicht nur alle Kommunikationsadressen, sondern auch gleich die dazugehörigen Netzwerke.

Enge Rahmenbedingungen in Deutschland

Zum Vergleich: In Deutschland haben gerade mal rund fünf (!) Prozent der Handy-Nutzer zugestimmt, ihre Nummer in den klassischen Kommunikationsverzeichnissen, wie beispielsweise Telefonbuch print oder online, eintragen zu lassen. Hier sind sie also nicht zu finden, sind in die anscheinend gewünschte Anonymität abgetaucht. Gleichzeitig wird Facebook und Co. der komplette Inhalt der eigenen Verzeichnisse auf dem Silbertablett serviert. Und dort eingetragene Personen, die das nicht wollen, haben keine Chance, etwas dagegen zu tun. Sind eben Telekom und all die anderen doch selbst schuld, hätten sie doch auch machen können, könnte man dagegen argumentieren. Und das hätten sie vermutlich gerne, wenn da nicht die gesetzlichen Rahmenbedingungen wären, an die sich deutsche und europäische Unternehmen nun mal halten müssen, die aus dem Silicon Valley aber eben nicht.

Hier muss die Politik endlich gleiche Rahmenbedingungen für alle Unternehmen schaffen, Chancengleichheit herstellen und das so oft geforderte „level playing field“ auch tatsächlich zur Verfügung stellen.

Gut zu wissen:

 

  • Sie wollen im Netz gefunden werden? Dann sollten Sie prüfen, ob Sie Ihre Kommunikationsdaten auch bei Ihrem Carrier/Provider zur Veröffentlichung freigegeben haben. Dabei ist es kein Unterschied, ob Sie über Festnetz oder einen mobilen Anschluss verfügen. Ein Eintrag im Telefonbuch oder den Gelben Seiten erfolgt nicht automatisch.

  • Ist es für Sie sinnvoll, über geschlossene und unter Umständen kostenpflichtige Netzwerke wie Xing, LinkedIn etc. gefunden zu werden? Wenn ja, stellen Sie sicher, dass auch dort Ihre Daten aktuell sind.

  • Ist sichergestellt, dass Ihre geschäftlichen Kommunikations-Adressen in allen Portalen und Netzwerken richtig eingetragen sind? Dies ist nachprüfbar über Listing-Services, wie sie von Yext, Uberall und anderen angeboten werden. Ihre Daten können Sie beispielsweise testen unter: https://bvmw.info/listings

  • Im letzten Jahr recherchierten bereits über 50 Prozent der Nutzer lokale Geschäftsinformationen mittels Sprachsuche wie Alexa oder Siri. Sind Sie und Ihr Unternehmen darauf vorbereitet? Wenn nicht, optimieren Sie Ihren Auftritt. Tipps dazu gibt es unter: https://bvmw.info/sprachsuche

 

Rhett-Christian Grammatik

Geschäftsführer des Verbands Deutscher Auskunfts- und Verzeichnismedien

www.vdav.de

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