Wie Ideen mit System gefunden werden

Gerade Mittelständler werden für ihre Innovationskraft hoch geschätzt. Viele Firmen setzen bei der Suche nach innovativen Einfällen und Lösungen auf Innovationsmanagement. Damit lassen sich Ideen systematisch planen, kontrollieren und – umsetzen.

Die ALBA Facility Solutions GmbH ist mit ihrer Schwestergesellschaft ALBA Property Management GmbH mit zusammen rund 500 Mitarbeitern der Immobilienspezialist des internationalen Umwelt- und Recyclingdienstleisters ALBA Group. Das Berliner Unternehmen, Mitglied im BVMW, entwickelt Konzepte für Wohn-, Gewerbe- und Sonderimmobilien und übernimmt deren komplette Bewirtschaftung. Zum Portfolio gehören zudem infrastrukturelle Maßnahmen und technische Leistungen rund um Immobilien sowie integrative Recycling- und Logistikdienstleistungen. Dafür werden ständig innovative Lösungen gesucht. „Innovation dient dazu, unsere Alleinstellungsmerkmale herauszustellen und unser Portfolio entsprechend weiterzuentwickeln, um uns vom Wettbewerb abzuheben“, sagt ALBA Facility Solutions-Geschäftsführer Nils-Peter Petersen. Deshalb sei Innovationsmanagement ein zentraler Bestandteil der Geschäftsstrategie und -entwicklung.

Innovationskultur konsequent und transparent leben

Innovationsmanagement bedeutet, dass Innovationen systematisch geplant, gesteuert, kontrolliert und umgesetzt werden. Dabei setzt man üblicherweise auf die Kreativität der Mitarbeiter. Ideen für neue Produkte, Prozesse oder Abläufe können allerdings nur dann entstehen, wenn eine Innovationskultur auch konsequent und transparent gelebt wird. Das ist bei der ALBA Facility Solutions längst der Fall: „Hierfür wurde in unserem Geschäftsbereich extra eine besondere Initiative We are one entwickelt, deren Fokus darauf liegt, offen gegenüber Neuem zu sein und den Austausch zu stärken sowie Verantwortung zu übernehmen“, sagt Geschäftsführer Petersen. Die Unternehmensleitung unterstütze zudem das „Querdenken“ innerhalb der Firma und ebne mit Optimismus für Veränderungen den Weg zu neuen Ideen.

Fokus auf Nachhaltigkeit und Digitalisierung

In regelmäßigen Innovationsworkshops würden das Unternehmen und seine Prozesse kontinuierlich bewertet, und innerhalb der ALBA Group nutze man die enge Zusammenarbeit und daraus entstehende Synergien. „So arbeiten wir zum einen sehr eng mit der Innovationsabteilung des Geschäftsbereichs Services der ALBA Group zusammen, zu dem die ALBA Facility Solutions und die ALBA Property Management gehört – zum anderen besteht ein regelmäßiger Austausch mit den Kollegen des InnovationLAB der ALBA Group.“ Der Fokus liege dabei auf den Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung. „Zusätzlich arbeiten wir mit Start-ups und anderen strategischen Partnern zusammen, deren Fokus auf innovativen Produktweiterentwicklungen liegt.“ Derzeit beschäftige man sich intensiv mit zukunftsfähigen Trends und Technologien, insbesondere in den Bereichen Smart Building, Service-Robotic – also der Roboternutzung zur operativen Leistungserbringung –, Serviceanalysen in Echtzeit, Gebäudenutzungsanalysen, Digitalisierung von Liegenschaften zur genauen Dokumentation der Flächen und Leistungsinhalte oder auch Fühlstandsensor-Technik zur Abfallmanagement-Optimierung. Nils-Peter Petersen: „Weil wir eng mit der Innovationsabteilung des Geschäftsbereichs Services und dem InnovationLAB der ALBA Group zusammenarbeiten, ist das Thema Innovation auch bei uns fest und systematisiert verankert.“

Innovation als Basis des Tagesgeschäfts

Gerade für mittelständische Unternehmen, die im Vergleich zu Großunternehmen vielfach nicht auf die notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen zurückgreifen können, ist ein effizientes Innovationsmanagement enorm wichtig, um im Wettbewerb zu bestehen. Auch der global agierende technische Dienstleister EXCO GmbH, Spezialist für Qualitätssicherung, Prüftechnik, Software und System-Entwicklung und Automation und ebenfalls Mitglied im BVMW, betreibt Innovationsmanagement. Die EXCO-Unternehmensstrategie zielt auf die Entwicklung und Qualitätssicherung für Produkte, Produktion und Prozesse im Hightech-Umfeld. Innovation ist fester Bestandteil des Tagesgeschäfts, des Unternehmensleitbilds und auch im Vision-und-Mission-Statement verankert. Durch intensive Marktbeobachtung, abteilungsübergreifendes Wissensmanagement und die Zusammenarbeit mit Hochschulen und dem akademischen Nachwuchs werden Trends und Chancen modernster Technologien frühzeitig erkannt. „Innovation“, sagt EXCO-Geschäftsführer Jürgen Spielberger, „ist die Basis unseres Tagesgeschäfts und wird kontinuierlich und intuitiv in Projekten für unsere Kunden umgesetzt oder im Rahmen unserer Projektarbeit von unseren Mitarbeitern entwickelt.“ Dies führe unter anderem zu Patentanmeldungen, die in der Regel dann an die Kunden abgetreten würden.

Optimierung von Produkten, Abläufen und Dienstleistungen

Die EXCO-Gruppe mit Hauptsitz in Frankenthal (Rheinland-Pfalz) will ihr Innovationsmanagement jetzt stärker in betriebsinternen Prozessen verankern. Geschäftsführer Spielberger: „In der Zukunft soll die interne Beauftragung und Koordination verschiedener Arbeitsgruppen systematischer und an Strategien und Zielsetzungen der operativen Geschäftseinheiten ausgerichtet werden.“ Mögliche Kooperationen mit Wissenschaftseinrichtungen und anderen Partnern sollen dabei ein wichtiger Baustein sein.

„Gerade für mittelständische Unternehmen, die vielfach nicht auf die notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen zurückgreifen können, ist ein effizientes Innovationsmanagement enorm wichtig, um im Wettbewerb zu bestehen."

Dabei hat Jürgen Spielberger drei Bereiche im Fokus: „Die von uns entwickelten Prüfanlagen werden immer wieder mit neuen, innovativen Idustrie-4.0-Features ausgestattet, dazu werden betriebsinterne Abläufe optimiert, und auch innovative Dienstleistungen wie ,Validation as a Service’ sind ein aktuelles Thema.“

So hat die EXCO-Gruppe, die etwa 300 Mitarbeiter beschäftigt, im November auf der Düsseldorfer „Medica“, wo Innovationen der Medizinbranche präsentiert werden, ihre neue Dienstleistung „Digitale Verifizierung" vorgestellt. "Dabei werden anhand eines Testroboters zur Simulation der Mensch-Maschine-Interaktion bei Medical Apps – zum Beispiel Regressionstests, Sprachentests oder Gebrauchstauglichkeitstests – Testverfahren zur Software-Verifizierung digitalisiert.“ EXCO biete damit ein flexibles, schnittstellenunabhängiges und systemneutrales Verfahren zur kosteneffizienten Verifizierung der Mensch-Maschinen-Schnittstelle von Medizinprodukten an. „Dieses Verfahren kann in Kombination mit den klassischen Verfahren der Testautomatisierung erfolgreich zur Zeit- und Kostenersparnis eingesetzt werden.“

 

Almut Friederike Kaspar

Journalistin

mittelstand@bvmw.de

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