Wie Sie erfolgreich in die russische Wirtschaft investieren

Russland als Markt birgt großes Wachstumspotenzial. Laut einer Umfrage der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer unter 168 deutschen Unternehmen wollen diese 2019 über 626 Millionen Euro in die russische Wirtschaft investieren.

Prestigeträchtige Projekte in russischen Regionen, wie die Fußball-WM 2018 oder die Winterolympiade 2014 in Sotchi, werden tatkräftig im Ausland beworben. Derartige Großereignisse werden zum Anlass genommen, um regionale Zentren und Austragungsorte im Vorfeld zu modernisieren und für internationale Investoren interessant zu machen.
Die russische Regierung forciert dabei Infrastrukturmaßnahmen wie beispielsweise Eisenbahnprojekte oder den Ausbau der föderalen Autotrassen.

„Regelmäßig veröffentlichte Rankings von Industrieparks und Regionen sind Prüfsteine im Wettbewerb um Investoren für die Betreiber und Verantwortlichen in den Regionen."

Die Regionen befinden sich somit im starken Wettbewerb um Investoren, Industrieansiedlungen sowie um die Weiterentwicklung der Städte und Industriezentren. Mit ihrer Politik möchte die russische Regierung die Selbstständigkeit der Regionen fördern und das knappe Budget der russischen Föderation zurückschrauben.

Putin betreibt eine Politik der Importsubstitution, in der lokal gefertigte Produkte bevorzugt werden. Um mit guten Standards auf internationalem Niveau werben zu können, gibt die russische Regierung genaue politische, rechtliche und fiskale Rahmenbedingungen vor. Projekte nach dem Prinzip „Technologie und Know-how gegen Subventionen“ sollen zur Modernisierung und damit zur Stärkung der einheimischen Wirtschaft führen.
Zu den erfolgreichen Marketingkonzepten in vielen Regionen werden gezählt:

 

  • Internationale Werbung für die jeweilige Region sowie deren Wirtschaftsstrukturen und Industrieparks
  • Road-Shows: Organisation von Informationsveranstaltungen im Ausland
  • Geschäftsreisen für potenzielle Investoren in die jeweilige Region
  • Aufbau und Betrieb einer regionalen Wirtschaftsförderungsagentur
  • Unterstützung für Investoren vor Ort, da es bei allen Verwaltungsangelegenheiten eine Anlaufstelle gibt

 

Regelmäßig veröffentlichte Rankings von Industrieparks und Regionen sind Prüfsteine im Wettbewerb um Investoren für die Betreiber und Verantwortlichen in den Regionen. Nachbesserungen sind anschließend Pflicht. Auch staatlicherseits wird zunehmend auf die Qualität der Projekte zur Ansiedlung ausländischer Industrieproduktionen geachtet, die Ertragskraft der eingesetzten föderalen Mittel und Subventionen überprüft und gegebenenfalls nachjustiert. Investoren erhalten durch die Rankings einen guten Überblick über die Top-Regionen und Angebote. Werden diese und weitere Informationen im richtigen Kontext analytisch ausgewertet, können sie mitunter als gute Entscheidungsgrundlage für Lokalisierungsfragen herangezogen werden.

Nichtsdestotrotz sind für ein tragfähiges Lokalisierungskonzept mehr als nur ein paar Besuche bei verschiedenen Industrieparks und den Regionalverwaltungen erforderlich, egal ob es am Ende um Lohnfertigung in Russland, Vertragsfertigung (Contract Manufacturing) oder den Aufbau der eigenen Fertigungsstätte geht. Eine professionelle Vorbereitung sollte mit interkulturellen Profis aus dem lokalen Markt erfolgen. Dort erhält der interessierte Unternehmer eine fundierte Machbarkeitsstudie, eine Lieferanten- und Standortanalyse, Steuer- und Rechtsberatung und je nach Bedarf auch die entsprechende Unterstützung bei der anstehenden Realisierung.

Russland ist prinzipiell offen für jeden Unternehmer, der im Land investieren möchte. Vor allem deutsche und europäische Geschäftspartner sind willkommen. Das Marketing um internationale Investitionen hat mittlerweile ein gutes Niveau erreicht. Dasselbe trifft auf die profitablen staatlichen und lokalen Rahmenbedingungen zu. Wer jetzt die Spreu vom Weizen zu trennen weiß, findet an vielen Orten in Russland optimale Bedingungen für den Aufbau seiner Produktion, wie beispielsweise das Ein-Fenster-Prinzip bei der Zusammenarbeit mit lokalen Behörden, gut funktionierende Verwaltungsstrukturen oder zusätzliche fiskale Anreize bei Investitionen. Die vielen Erfolgsgeschichten erfolgreicher Lokalisierungsprojekte deutscher Unternehmen stehen dafür als Beispiel.

Gut zu wissen

 

  • Russische Regierung gibt genaue politische, rechtliche und fiskale Rahmenbedingungen vor

  • Deutsche und europäische Geschäftspartner sind in Russland willkommen

  • Ein-Fenster-Prinzip bei der Zusammenarbeit mit lokalen Behörden, gut funktionierende Verwaltungsstrukturen oder zusätzliche fiskale Anreize bei Investitionen machen Russland für deutsche Geschäftspartner attraktiv

 

Thoralf Rassmann

Direktor für Lokalisierungsprojekte

SCHNEIDER GROUP

www.schneider-group.com/de

 

Foto: © yulenochekk von www.istockphoto.com

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