Die Lebensphasen eines Unternehmens

Für Unternehmen gilt inoffiziell die Faustregel: Nach fünfjährigem Bestehen ist das Unternehmen „erwachsen“ und es hat sich am Markt etabliert. Doch welche Phasen durchschreitet ein Betrieb auf dem Weg dahin?

Illustration: Anna-Friederike Charlotte Pöschel

1. Die Geburtsstunde des Unternehmens
Es beginnt mit einer Idee, mit einem unerfüllten Bedarf oder einfach dem Ehrgeiz und Glauben an Erfolg. In den seltensten Fällen bestehen zu diesem Zeitpunkt bereits aktive Kunden- und Kostenstrukturen. Das Unternehmen wird durch die Eintragung im Unternehmensregister von der Idee nun offiziell gegründet und erhält einen Namen. Das Unternehmen wird „geboren“ und macht seine ersten „Atemzüge“. Es besteht die überwiegende Meinung, dass die Gründungsphase mit die wichtigste Phase eines Unternehmens ist, denn sie entscheidet über Erfolg oder Misserfolg.

2. Von den ersten Schritten und blauen Flecken …
Das Unternehmen beginnt sich zu entwickeln. Die ersten Kunden und Mitarbeiter begleiten den Weg des Betriebes, aber auch die ersten Versuche stabil zu gehen. Wie auch im Kindesalter des Menschen erlebt man in dieser Phase oft ein „Stolpern“, ab und an ein „Hinfallen“ und auch mal Tränen. Wichtig ist das Weitermachen und das Wiederaufstehen. In dieser Phase erleben wir oft den Wunsch des „an die Hand nehmens“. Es geht um Organisation im eigenen Betrieb, um Bürokratie sowie um Rechte und Pflichten. Auch Kinder kennen das, Wachstum kann manchmal schmerzhaft sein – vor allem wenn es zu schnell geht, und die Organisation des Unternehmens mit dem Wachstum nicht hinterherkommt. Nichtsdestotrotz erleben Unternehmen in dieser Phase auch viele Höhen und sammeln wertvolle Erfahrungen. Diese Phase dauert im Schnitt circa drei Jahre. Nach drei Jahren spricht man gern davon, dass sich ein Unternehmen im Markt festigt oder eben nicht. Denn die Insolvenzrate von Unternehmen steigt zwischen dem dritten und dem fünfen Bestandsjahr noch einmal an. Was unter anderem daran liegt, dass bei nicht marktfähigen Unternehmungen erste Finanzierungsrunden auslaufen, das Startkapital verbraucht ist, oder sich schlichtweg das Unternehmen als nicht wirtschaftlich oder marktfähig erweist. Befand man sich zuvor teilweise noch in einer Art Testphase, kristallisiert sich nun heraus, ob die Idee Anklang findet, oder der erdachte Bedarf auch bei anderen besteht.

3. … zum etablierten Betrieb
Sind die ersten Wachstumsphasen überstanden, und das Unternehmen gehört zu denen, die am Markt gefestigt sind, erlebt es auch zunehmend Routine. Man weiß Stärken und Schwächen des eigenen Wirkens mittlerweile einzuschätzen. Man kennt Höhen und meist auch Tiefen. Inoffiziell spricht man von einem etablierten Unternehmen, nachdem dieses fünf Jahre am Markt „bestanden“ hat. Zumeist zeigen sich ab dieser Zeit (spätestens) die ersten Returns, der Kapitalstock kann aufgebaut werden, das Unternehmen trägt sich selbst, und man kann auch in weitere Entwicklungsinvestitionen gehen. Die Mortalitätsrate von Unternehmen sinkt ab dem fünften Lebensalter beständig.

4. Der Lebensabend
Der Lebenszyklus eines Unternehmens kann sehr verschieden sein. Einige Unternehmen bestehen bereits seit mehreren hundert Jahren. Das sagt allerdings – entgegengesetzt zum Menschen – nichts über die Stabilität dieser aus. Ein Unternehmen kann beinahe ewig existieren. Ein natürlich eintretender Lebensabend beziehungsweise ein Ableben nach einem gewissen Zeitraum existiert bei diesem Organismus nicht. Denn verglichen mit einem organischen Wesen haben Unternehmen den Vorteil, sich in Teilbereichen und bei Bedarf (sogar von Grund auf) neu aufzustellen.

5. Krankheiten
Auch wenn Unternehmen keine allgemeingültige Lebenserwartung haben, sind sie keinesfalls unsterblich. Durch technische Neuerungen, beständige Marktentwicklung sowie weitere externe und interne Einflüsse kann es immer wieder im Unternehmen zu „Schwächeanfällen“ kommen. An dieser Stelle lässt sich erneut ein Schwenk in die menschliche Biologie, besser gesagt: zur Evolutionstheorie machen. Es wird immer wieder Situationen geben, in denen ein Unternehmen sich und seine Marktpositionen behaupten oder ggf. auch neu ordnen muss. Sei es durch Wettbewerber, Fortschritt oder auch bedingt durch interne Faktoren wie die Übergabe oder Übernahme. Solche Faktoren führen dazu, dass Unternehmen sich Nischen suchen, sich gegebenenfalls im Markt festigen oder neu aufstellen. Aber eben auch, dass sie vom Markt verschwinden können, und im wahrsten Sinne des Wortes der „Tod“ eintritt.

Gut zu wissen


Wegbegleiter BVMW
Als Verband verstehen wir uns als beständiger Begleiter eines Unternehmens in allen Phasen. Wir unterstützen Ideen, bringen Köpfe zusammen. Wir bieten die Hand bei ersten Schritten an, fördern aber gleichzeitig das eigenständige Gehen. Genauso leisten wir unseren Beitrag zur „medizinischen Versorgung“. Mal präventiv als Impfstoff, beispielsweise indem wir auf Veränderungen aufmerksam machen, Hilfestellungen anbieten und auch mit Rat und Informationen zur Seite stehen. Aber wir sind auch da, wenn es offene Wunden gibt und es nicht nur sprichwörtlich brennt. Wir zeigen (auch politisch) die Probleme der Unternehmen auf, präsentieren Lösungen und leisten aktive Hilfe.
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Markus Jerger

BVMW Bundesgeschäftsführer

bgf@bvmw.de

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