So meistern Sie Krisen

Nach Jahren starker Konjunktur verdichten sich die Anzeichen eines wirtschaftlichen Abschwungs. Wie soll man mit Krisen umgehen? Und wie geht es weiter, wenn sich eine Insolvenz nicht vermeiden lässt?

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Nach Zeiten des erfolgreichen Wachstums und guter Gewinne zeigen sich für viele Unternehmen dunkle Wolken am Horizont. War es 2007/8 die Subprime- und Bankenkrise in den
USA, können es heute Handelskriege und die Umwälzungen in der Automobilindustrie sein, die den Ausschlag geben. Manche Unternehmen sind schon mittendrin im Sturm, je nach Branche stellt sich das Bild zurzeit sehr unterschiedlich dar. Im Prinzip nichts Neues. Auf Wachstums- und Boomphasen folgen stets Phasen des wirtschaftlichen Rückgangs, auf die dann wieder Wachstumsphasen folgen. Immer wieder das Gleiche, und doch immer wieder neu. Wie sonst kann man sich die steigenden Insolvenzen in einer Rezession erklären. Eigentlich müsste es den Unternehmen doch leichtfallen, Krisenanzeichen zu erkennen und rechtzeitig zu reagieren.

Gründe für Insolvenzen

Zu den Hauptursachen von Insolvenzen zählen ein unzureichendes Controlling und Liquiditätsmanagement, ein falscher Führungsstil und Fehler bei der strategischen Ausrichtung des Unternehmens. Darüber hinaus entstehen viele Unternehmenskrisen und Insolvenzen durch unerwartete Ereignisse, plötzliche Marktveränderungen, Zahlungsschwierigkeiten von Kunden oder Versorgungsprobleme bei Lieferanten. Natürlich kann man sich nicht auf alle Eventualitäten vorbereiten oder sich gegen diese versichern.
Es gibt aber noch eine weitere Ursache, mit der Unternehmer unbewusst zur Verschärfung von Krisen beitragen: Sie wollen die Zeichen nicht erkennen, sie glauben, alles alleine besser zu können, sie haben nicht den Mut, unangenehme Wahrheiten anzuerkennen und sich professionelle Unterstützung zu holen. Viele glauben, dass sich mit Willen, Durchhalteparolen und Hoffnung schwierige Zeiten durchstehen lassen. Das mag manchmal richtig sein. Aber der Hauptgrund für Unternehmensinsolvenzen ist diese abwartende Haltung. Rechtzeitig
erkannt und angepackt, lassen sich viele Probleme proaktiv lösen. Oft kommen Unternehmen aber erst dann zur Beratung, wenn es schon zu spät ist.

Woran kann man Krisen erkennen?

Rückläufige Umsätze und Absätze, sinkende Erträge oder Verluste und Liquiditätsengpässe sind objektive Hinweise darauf, dass Handlungsbedarf besteht. Neben diesen objektiven gibt es auch subjektive Kriterien. Hierzu zählen die Meinungen anderer Marktteilnehmer, eventuelle Sorgen und Bedenken der Mitarbeiter und natürlich das eigene Bauchgefühl. Es lohnt sich, bei allen Kriterien genau hinzuschauen und darauf zu achten, sich selbst nichts vorzumachen. Ungeachtet möglicher Ursachen ist es sinnvoll, sich frühzeitig mit den Indikatoren und Handlungsspielräumen zu beschäftigen und sich mit einer möglichen Krise auseinanderzusetzen. Es empfiehlt sich, schon in guten Zeiten einen Notfallplan zu erarbeiten.
Die Herausforderung in der Krise ist, dass neben dem erforderlichen Mehreinsatz auf der Marktseite auch das Thema Krisenbewältigung, Kosteneinsparung, Restrukturierung hinzukommt und zusätzlich Stress verursacht und Zeit und Energie bindet. Und das in einer Phase, in der man schnell reagieren und möglichst kreativ und lösungsorientiert
denken können sollte.

Im Fall einer Insolvenz

Wenn das eigene Unternehmen in seiner Existenz bedroht wird, dann ist das für fast alle Unternehmer und ihre Familien eine sehr belastende
emotionale Situation. Der Verlust eines Unternehmens ist oft ein traumatisches Erlebnis und muss verarbeitet werden. Das braucht Zeit und eine professionelle Begleitung. Alle Unternehmer und Unternehmerinnen hatten irgendwann in ihrem Leben eine Krise. Mit kompetenter Begleitung, Mut und oft auch etwas Glück konnten sie eine
Insolvenz vermeiden. In einer erfolgsorientierten Gesellschaft besteht die Tendenz, sich nur an erfolgreichen Menschen zu orientieren. Dabei wird die andere Seite
der Medaille des Erfolgs ignoriert. Es täte gut, die Erfahrungen und wertvollen Erkenntnisse dieser Seite in Lernprozesse einzubeziehen.

 

Gut zu wissen
Es gibt umfangreiche Möglichkeiten der Unterstützung vor, während und nach einer Krise oder Insolvenz:

 

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