Outplacement statt Kündigung

Angesichts einer sich eintrübenden Konjunktur und sich deutlich verschlechternden Geschäftserwartungen gerät eine Dienstleistung immer mehr in den Fokus: Die Rede ist vom Outplacement.

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Beim Outplacement geht es – vereinfacht gesagt – darum, in einem Prozess der Restrukturierung und des damit einhergehenden Personalabbaus den betroffenen Mitarbeitern neue
Perspektiven aufzuzeigen. Entweder durch Vermittlung in ein neues Arbeitsverhältnis oder durch Begleitung auf dem Weg in die Selbstständigkeit.
Während die Vorzüge eines gelungenen Outplacements in Großkonzernen durchaus bekannt sind, gibt es im Mittelstand vielfach nur eine sehr verschwommene Vorstellung über das Outplacement. Zum Nachteil des Unternehmens. Denn ein gelungenes Outplacement kann gerade für ein mittelständisches Unternehmen in Zeiten des Umbruchs eine große Hilfe sein.

Auseinandersetzungen vermeiden

Grundsätzlich liegen die Vorteile eines Outplacements klar auf der Hand: Jedes Unternehmen, das Bereiche schließen und sich infolgedessen von Mitarbeitern trennen wird, muss ein Interesse daran haben, dass solche Prozesse möglichst schnell und ohne langwierige Auseinandersetzungen gestaltet werden. Outplacement sichert langfristig die berufliche Existenz durch die Vermittlung in ein neues Arbeitsverhältnis. Dies ist vielen betroffenen Mitarbeitern wichtiger als die Zahlung einer Abfindung. Dabei ist für knapp die Hälfte der Kandidaten in einem Outplacement-Prozess hier die Möglichkeit gegeben, durch professionelle Hilfe in eine höhere Position zu gelangen und damit der beruflichen Laufbahn einen neuen Schub zu geben. Schon diese beiden Faktoren allein sind dazu geeignet, den Trennungsprozess deutlich friktionsärmer und damit auch erheblich kürzer zu gestalten, was in einem erheblichen Maße Kosten sparen kann.

Outplacement im Mittelstand

In vielen mittelständischen Unternehmen, oft genug inhabergeführten, besteht ein vertrauensvolles, partnerschaftliches Verhältnis zwischen der Unternehmensleitung und den Mitarbeitern. Wird dieses Verhältnis im Zuge einer Restrukturierung beschädigt, besteht die Gefahr, dass schlechte Mundpropaganda dem Unternehmen bei der
neuen Personalsuche Probleme bescheren wird. Zumal dann, wenn dieses Unternehmen auf dem Land angesiedelt ist, da dort die Auswahl geeigneter Mitarbeiter begrenzt ist, und die vorangegangenen Auseinandersetzungen in der Region wohl bekannt sind. Zudem müssen sich Unternehmer und Geschäftsführer eines solchen Unternehmens
bewusst sein, dass sie in ländlichen Regionen mit ihren Mitarbeitern viel enger verbunden sind als vergleichbare Manager in den Metropolen: Die eigene Familie und die der Mitarbeiter sind in den gleichen Sportvereinen und dem Kirchenchor aktiv und teilen die Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr. Das heißt: Ein Vertrauensverlust betrifft alle Ebenen des sozialen Miteinanders. Vor dem Hintergrund einer unsicheren konjunkturellen Zukunft ist es für jeden Inhaber oder Geschäftsführer eines Unternehmens in hohem
Maße ratsam, sich mit den Möglichkeiten und den Vorzügen eines professionellen Outplacement zu beschäftigen.

 

Benjamin Scholz und Erich Wulff
Geschäftsführer und Partner EL-NET GROUP
BVMW-Mitglied
www.elnet.group

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