Kühlen Kopf bewahren

Das Coronavirus sorgt in der Bevölkerung für große Verunsicherung. Wie muss im Ernstfall reagiert werden, und wie kann man sich überhaupt schützen? Arzt und Anwalt Prof. Dr. iur. Dr. med. Alexander Ehlers beantwortet gängige Fragen rund um das Virus.

DER Mittelstand.: Muss ich derzeit immer sofort zum Arzt gehen, wenn ich krank bin?

Prof. Dr. iur. Dr. med. Alexander Ehlers: Nein, bei einem Kratzen im Hals oder Schnupfen und Husten sind womöglich eher Erkältungssymptome die Ursache. Wenn allerdings zuvor Kontakt zu einer infizierten Person bestanden hat, muss gehandelt werden.

Was soll man tun, wenn man denkt, man hätte sich mit dem Virus angesteckt?

Wenn Sie mit einem Corona-Infizierten Kontakt hatten und Symptome wie Husten, Schnupfen und Fieber verspüren, sollten Sie sich telefonisch an das zuständige Gesundheitsamt oder den behandelnden Hausarzt wenden. In die Sprechstunde des Hausarztes sollte nicht gegangen werden, denn ein Besuch würde möglicherweise zur weiteren Ausbreitung des Virus führen. Bewahren Sie aber in jeder Hinsicht Ruhe.

Welche Maßnahmen sollten Unternehmen aktuell treffen, um eine Ansteckung in der Belegschaft zu vermeiden?

Regelmäßiges Händewaschen und eine richtige Husten- und Niesetikette – eben alles, was man bei einer Grippewelle auch macht. Falls tatsächlich ein Verdachtsfall innerhalb der Belegschaft besteht, sollte der betroffene Mitarbeiter zu Hause bleiben, bis durch einen entsprechenden Test geklärt ist, ob tatsächlich eine Coronavirus-Infektion vorliegt. Ein solcher Test kann überall in Deutschland gemacht werden.

Kann durch Homeoffice eine Verbreitung des Virus eingedämmt werden?

Das Arbeiten aus dem Homeoffice ist mit Sicherheit eine sinnvolle Maßnahme, die eine weitere Verbreitung des Virus verhindern kann. Für die Arbeitnehmer besteht insoweit keine Gefahr, sich auf dem Arbeitsweg oder in der Arbeit selbst durch Kontakt mit unerkannt Erkrankten zu infizieren. Außerdem hilft dies die Zahl der Kontaktpersonen einzugrenzen und so die Infektionskette offenzulegen. Jedoch ist Homeoffice nicht in allen Branchen umsetzbar. Gerade in Bereichen, in denen die persönliche Anwesenheit des Arbeitnehmers zwingend erforderlich ist, scheidet die Möglichkeit, aus dem Homeoffice zu arbeiten, gänzlich aus.

Wie tödlich ist das Virus überhaupt?

Alle Daten, die wir weltweit haben, werden hierfür zusammengeführt. Es zeigt sich dabei, dass das Virus tödlicher ist als ein Grippevirus. Wir gehen allerdings davon aus, dass es viele Infizierte gibt, die überhaupt keine oder nur sehr geringe Symptome haben. Wenn diese Betroffenen mit in die Berechnung einbezogen werden, ist die Sterblichkeit sehr viel niedriger und liegt in etwa bei 0,5 – 1 auf 100 Personen.

Warum hat sich die Bundesregierung für diese drastischen Maßnahmen mit Schul-, Kita-, und Eventlocation-Schließungen entschieden?

Die Maßnahmen liegen in der Kompetenz der Länder. Die Bundesregierung gibt diesbezüglich Empfehlungen ab und koordiniert das gemeinsame Vorgehen der Länder. Diese Maßnahmen sind ein wichtiger und sinnvoller Schritt, um die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Besonders in den genannten Bereichen kommen viele Menschen auf engem Raum zusammen, haben Körperkontakt und können den nötigen Sicherheitsabstand nicht immer wahren. Durch diese Maßnahme wird in jedem Fall einer potentiellen Möglichkeit zur Virusübertragung entgegengetreten.

Es gibt viele unterschiedliche Informationen über das Virus in der Öffentlichkeit, darunter auch in den Sozialen Medien. Woran sollte man sich orientieren?

Viele Informationen sorgen für Verwirrung und erzeugen dadurch Angst. Es gibt zwei Websites, die zu empfehlen sind: Zum einen die Seite des Robert Koch-Instituts und zum anderen natürlich die Homepage des Bundesgesundheitsministeriums. Dort findet man auch aktuelle Informationen über die Ausbreitung des Virus. Informationen in den Sozialen Medien führen hingegen nur zu Verunsicherung.

Gut zu wissen

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Prof. Dr. iur. Dr. med. Alexander Ehlers

Ehlers, Ehlers & Partner Rechtsanwaltsgesellschaft mbB

Mitglied des Bundeswirtschaftssenats

www.ehlers-ehlers-und-partner.de

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