Erster-sein in Zeiten von Corona

Klartext - In Zeiten der Coronakrise ist es nicht so leicht, jemandem zuzulächeln, da die Maske das halbe Gesicht verdeckt. Wie funktioniert Erster-sein in Zeiten von Corona, zum Beispiel beim Lächeln?

Wer als Erster lächelt, als Erster grüßt, als Erster die Arme öffnet, hat allerbeste Laune und ein spektakuläres Leben. Doch was tun in diesen Zeiten, wenn wir maskiert durch die Gegend und in Läden laufen? 

Ich praktiziere dieses Erster-sein ja schon eine ganze Weile. Meine Erfahrung: Es funktioniert, Fratzen werden für einen Moment zu Freunden. Durch geschlossene Autofenster, mit Kopftuch oder Basecap, bei alten Überkämmern und jungen Übermütigen – ab dem zweiten Mal ist es einfach und macht so viel Freude.

Erster-sein gehört also zu den kleinen Bessermachtipps, neudeutsch Life-Hacks. Doch was, wenn unser Mund hinter einer FFP-1-Maske verschwindet? Hier gibt es zwei offensichtliche Auswege: Man bitte sein Kind, einen dicken Smiley- oder Clownmund auf die Maske zu malen. Alternativ hilft Vertrauen auf die Ausstrahlung und die eigenen Augen. Denn wenn wir lächeln, verändern sich unsere Augen, unser Blick, unsere Haltung. Einfach mal im Supermarkt ausprobieren, klappt prima – bloß weil wir Masken tragen und jeder eine potenzielle Virenbombe ist, müssen wir noch lange nicht unfreundlich miteinander umgehen, oder?

Vielen kommt dieses Masken tragen noch sehr fremd vor. Da hilft der Blick nach Asien: Bereits in den 1980ern bin ich selbst mit Gaze-Maske durch Tokio gejoggt – hinterher war die Maske außen schwarz vor lauter Dreck in der Luft. In Asien ist es seit Jahrzehnten eine Selbstverständlichkeit, in der (überfüllten) Öffentlichkeit eine Maske zu tragen, um sich selbst vor dem Dreck in der Luft und andere vor den eigenen Erregern zu schützen. Letzteres gilt dort als Akt der Höflichkeit. 

Aber das Thema ist kein rein privates, der Ansatz lässt sich nahtlos ins Professionelle übertragen: Wenn ein Unternehmen einem Kunden eine Mail schickt – ist es nicht ein Mensch, der einem Menschen begegnet? Wenn in einer Bedienungsanleitung steht, wie ich dieses verflixte Regal zusammenschrauben soll – ist es nicht ein Mensch, der einem anderem Menschen helfen will? Wenn auf einer Webseite steht, was eine Firma so alles hat, kann und will – ist es nicht ein Mensch, der von einem anderen Menschen dafür gemocht werden will, wie er ist?

Was passiert wohl mit der Kommunikation eines Unternehmens, vom Gemüsehändler an der Ecke bis zum Weltkonzern, wenn an allen wichtigen Schnittstellen zu jenen Menschen, die Freunde dieses Unternehmens sein sollen (manche nennen sie auch Kunden), Menschen sitzen, die Erster sein wollen, die lächeln? 

Menschen spüren das.

Erster-sein ist der Zaubertrank der Kundenkommunikation. Erster-sein ist eine Haltung, eine Entscheidung, wie ich anderen Menschen begegnen möchte. Mit Maske und ohne.

 

Guido Augustin

Geschäftsführer Cornelia Augustin Home Staging

www.cornelia-augustin.de

 

 

 

 

 

Bild von ChristoAnestev auf Pixabay

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