Unternehmerumfrage: Digital aus der Coronakrise

Der Mittelstand ist in seiner großen Mehrheit mit der Arbeit der Großen Koalition während der Coronakrise zufrieden. Dennoch besteht akuter Handlungsbedarf für die Politik. Das zeigt eine aktuelle Unternehmerumfrage des BVMW.

Bürokratie senken

Der Unternehmerumfrage zufolge bewerten 46 Prozent die Arbeit der GroKo als gut oder sogar sehr gut, 30 vergeben die Schulnote 3, knapp ein Viertel schätzt dagegen die Arbeit als schlecht oder sehr schlecht ein. Zu den Ergebnissen der Umfrage erklärt Mittelstandspräsident Mario Ohoven: „Ich warne die Bundesregierung aber davor, jetzt selbstzufrieden die Hände in den Schoß zu legen.“ Denn die Umfrage mache zugleich deutlich, was der Mittelstand in der Coronakrise wirklich benötigt und jetzt von der Politik erwartet. Knapp 58 Prozent der Mittelständler fordern die Bundesregierung auf, die Unternehmenssteuern zu senken, 60 Prozent wollen eine rückwirkende und vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlags.
Am meisten leiden die Unternehmer aber nach wie vor unter der Bürokratie. Deshalb verlangen fast 80 Prozent, dass die GroKo endlich wirksame Maßnahmen zum Bürokratieabbau ergreift. Ein erster wirkungsvoller Schritt wäre die Verlängerung der reduzierten Mehrwertsteuersätze über den Jahreswechsel hinaus, da zwei Drittel der Mittelständler hohe zusätzliche Bürokratiekosten durch die Rück-Umstellung befürchten.

Arbeitsplätze bleiben

Der deutsche Mittelstand wird auch in der Coronakrise seiner sozialen Verantwortung gerecht. So planen drei Viertel der Unternehmen keine Veränderung bei der Zahl der Arbeitsplätze, sieben von zehn Mittelständlern wollen in gleichem Maße wie vor Corona ausbilden.
Besonders erfreulich: Weit über 90 Prozent halten am Standort Deutschland fest. Ungeachtet der Anerkennung für die aktuelle Arbeit der GroKo ist Schwarz-Rot nicht die Traumkombination der Unternehmer. Wäre am Sonntag Bundestagswahl, kämen Union und FDP bei der Unternehmerumfrage
zusammen auf 69 Prozent. Doch auch hier ist Selbstzufriedenheit fehl am Platz. Gäbe es eine neue Partei der Mitte, würde sie laut Umfrage aus dem Stand heraus von 30 Prozent der Mittelständler gewählt. „Deshalb meine Empfehlung an die Parteien: Erfolg heißt sich ändern“, so Mario Ohoven.