Nachgefragt bei: Prof. Monika Grütters

Sie wollten schon immer mal Politiker und Politikerinnen besser kennenlernen? Wir stellen Ihnen in dieser Reihe jeweils eine politische Persönlichkeit vor, die einige Fragen zu ihrer Person und ihrer politischen Karriere beantwortet.

prof. monika grütters
Foto: © Elke Jung-Wolff

Dieses Mal die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Prof. Monika Grütters.

DER Mittelstand.: Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Politiker/eine gute Politikerin aus?

Prof. Monika Grütters: Eine gute Politikerin oder ein guter Politiker muss vor allem die Menschen mögen. Diese haben ein gutes Gespür dafür, ob das der Fall ist, oder ob es jemandem nur um sich selbst geht. Die Fähigkeit, sich schnell in komplexe Sachverhalte einzuarbeiten und die Bereitschaft zu Kompromissen sollte man auch mitbringen.

Musterschülerin oder Wildfang?

Das ist für mich kein Widerspruch.

Was war Ihr Berufswunsch als Kind?

Ich wollte denselben Beruf wie mein Vater ergreifen und Ärztin werden. Aber auch der Literatur und Kunstgeschichte galt schon früh meine Leidenschaft. Diese Fächer und Politikwissenschaft habe ich studiert, und über spannende Kulturstationen hat es mich dann bis in die jetzige Position der Staatsministerin für Kultur und Medien im Kanzleramt geführt.

Haben Sie jemals an Ihrer beruflichen Entscheidung gezweifelt?

Nein, ich erfülle meine Aufgaben mit großer Freude und Leidenschaft; denn ich habe den besten „Job“ der Republik – zumindest empfinde ich das so.

Haben Sie ein Lebensmotto?

„Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen“ (Don Bosco). Es wirkt so flott und vordergründig munter, aber es hat doch Tiefe und eine ethische Grundierung.

Gibt es ein Buch, das Sie besonders beeindruckt hat?

Ja, da gäbe es viele. Ich nenne hier heute den „Hiob“ von Joseph Roth. Die Geschichte von Mendel Singer und seiner Familie mit allen Höhen und Tiefen, der am Unglück fast zerbricht. Aber er findet zurück ins Leben. Für mich gibt es kaum einen schöneren Schlusssatz eines Buches als diesen: „Mendel schlief ein. Und er ruhte aus von der Schwere des Glücks und der Größe der Wunder.“

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Ich liebe die Berge, die Natur und besonders den Wald. Und natürlich zieht es mich immer wieder zum Kulturgenuss: So oft ich kann, gehe ich ins Konzert, in die Oper, ins Theater und lese gute Bücher. Die Verbindung aus Natur und Kultur tut gut.

Wie gehen Sie mit Rückschlägen oder Niederlagen um?

Ich bin zäh und gebe so schnell nicht auf, wenn es schwierig wird. Gerade bei großen Problemen muss man manchmal den Stier bei den Hörnern packen. Aber danach gilt dann: Heiter weiter!

Welche Person würden Sie gerne einmal treffen?

Papst Franziskus – ein faszinierender Kirchenführer und Menschenfreund.

Welche Person in Ihrem Leben hat Sie am meisten beeinflusst?

Meine Eltern. Das Interesse an gesamtgesellschaftlichen politischen Zusammenhängen, an der Kirche und Theologie habe ich von meinem Vater, das Temperament von meiner Mutter.

Wie stark sind Sie mit Ihrer Heimatstadt Münster verbunden?

Münster ist unter den schönen Städten Deutschlands eine der schönsten. Aber das Herzstück da sind natürlich meine Familie dort und so viele gute Kindheitserinnerungen.

Bier oder Wein?

Rotwein, am besten einen, durch den man nicht hindurchgucken kann …

Visitenkarte

Monika Grütters studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Politikwissenschaft in Münster und Bonn. 1978 trat sie der Jungen Union und 1983 der CDU bei. Als wissenschafts- und kulturpolitische Sprecherin sowie stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion fungierte sie bis 2005 im Abgeordnetenhaus von Berlin und ist seitdem Mitglied des Deutschen Bundestages. Seit 2013 ist sie Staatsministerin für Kultur und Medien.

http://bvmw.info/staatsministerin_kultur_medien