Alarmglocken bei AstraZeneca-Impfstoff

Essener Klinikchef gegen Wahlfreiheit beim Impfstoff / Bundesweite Aufklärungskampagne gefordert / Mit Digitalisierung besser durch die Krise

Die Debatte um die Wirksamkeit des AstraZeneca-Impfstoffes lässt beim Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, die „Alarmglocken läuten“. Bei „19 – die DUB Chefvisite“ lehnt Werner eine Wahlfreiheit der Bürger für Impfstoffe ab und warnt vor einer „damit verbundenen, möglichen Verlängerung des ganzen Impfplans in Deutschland“. Dem britisch-schwedischen Hersteller hält der Mediziner „unzureichende Studienplanung“ zur Wirksamkeit des Präparats vor. Diese habe zu Verwirrung geführt. Dagegen fordert Werner eine „intensive, bundesweite Aufklärungskampagne“ unter Einsatz von Impf-Fürsprechern „mit hoher Glaubwürdigkeit entlang der Altersgruppen bis Anfang 60“ – „natürlich parteiübergreifend“, betont er.

Beim Rückgang der Neuinfektionen „flacht die Kurve ab“: Das RKI meldet mit bundesweit 10.207 neuen Fällen binnen 24 Stunden „fast den Wert von vor einer Woche“, so der Klinikchef. Zudem sind 534 weitere Menschen an oder mit dem Sars-CoV-2-Virus verstorben. Auch wenn die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche mit 57,1 „stabil“ bleibt, mahnt Werner, die Entwicklung im Auge zu behalten.

„Wer vorher digital war, kommt besser durch die Krise“: Der Chef des Softwarehauses Datev, Robert Mayr, berichtet in der Sendung von Erfahrungen seiner Kunden – vor allem Steuerberater und Wirtschaftsprüfer – im Lockdown. Einige Kanzleien seien durch die Einschränkung „niemals in ihrer Arbeit beeinträchtigt“ gewesen. Das hätten inzwischen auch viele Mittelständler erkannt. „Das Berufsbild des Steuerberaters wandelt sich hin zum Digitalisierungscoach“, so Mayr. Er hat festgestellt, dass ein Unternehmen mit rund 8000 Mitarbeitern wie die Datev „in klassischen Organisationsformen nicht mehr bestehen kann“. 90 Prozent der Belegschaft seien zeitweise im Homeoffice gewesen, „trotz physischer Distanz sind wir in der Krise aber näher zusammengerückt“. Der Datev-Chef erwartet, dass sich der Wechsel zwischen Büro- und Heimarbeit durchsetzen wird. Er freue sich auf menschlichen Kontakt nach einer Impfung: „Wir müssen wieder raus und uns wieder treffen“, sagt Mayr.

 

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Als Talk-Gast ist am Freitag, den 19. Februar, der Barmer-Vorstandsvorsitzende Professor Christoph Straub dabei. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

 

YouTube-Link der heutigen Sendung: https://youtu.be/B6HbEPwa92w

Zum Livestream am 19.02 geht es hier: https://youtu.be/zDD1_m53TKY