Gebühren-Explosion auf Friedhöfen bleibt aus

Reihe: Standortkosten für Unternehmen und Mitarbeiter

BVMW-Umfrage: Kosten für Gräber weichen in Kommunen deutlich voneinander ab

Kreis Göppingen. Nur wenigen Kommunen zwischen Alb und Fils bessern in Zeiten der Corona-Pandemie durch eine Erhöhung der Friedhofsgebühren ihre Finanzen auf. Das ergab eine Umfrage des Bundesverbandes Mittelständische Wirtschaft (BVMW) in 13 Städten und Gemeinden. Allerdings: die Gebühren für eine Bestattung weichen in den Orten zum Teil deutlich von einander ab.

 

Die Kommunen zwischen Alb und Fils nutzen die Corona-Pandemie mit höheren Sterbefällen nicht aus, um ihre Haushaltslage durch dramatische Gebührenerhöhungen zu verbessern, erläutert Lothar Lehner, der Vorsitzendes des BVMW im Kreis Göppingen, die Ergebnisse einer Verbands-Umfrage unter 13 Kommunen. Die ergab, dass die meisten Städte und Gemeinden 2021 ihre Friedhofsgebühren gegenüber 2020 nicht und nur leicht erhöht haben.

 

Laut BVMW-Umfrage gibt es nur zwei Ausreißer. Zum einen die Stadt Geislingen, die beispielsweise die Kosten für eine Erdbestattung von 1220 auf 1340 Euro um knapp zehn Prozent erhöhte und das Erd-Wahlgrab von 1476 auf 1800 Euro, was eine Steigerung um knapp 22 Prozent bedeutet. Die Stadt Süßen hat ihre Friedhofsgebühren 2021 ebenfalls erhöht, doch fiel diese bei der klassischen Erdbestattung eher noch moderat aus. Hier stiegen die Gebühren lediglich um 0,81 Prozent von 1240 auf 1250 Euro. Allerdings langt die Stadt im mittleren Filstal jetzt bei den Urnen-Wahlgräbern mächtig hin und erhöhte hier gleich mal von 600 auf 960 Euro, was einem Plus von 60 Prozent entspricht. Auch die Kosten der Urnenbeisetzung stiegen von 650 auf 780 Euro, eine Steigerung um 20 Prozent. Da kann Geislingen aber mithalten. Das Urnenwahlgrab kostet dort inzwischen 1404 Euro (statt 1116 Euro), ein Plus von 25 Prozent. Die Kosten für die Urnenbeisetzung stiegen in Geislingen um 45 Prozent von 110 auf 160 Euro.

 

Wer seinen verstorbenen Angehörigen auf einem Friedhof im Kreis Göppingen oder in der Nachbarschaft beerdigen lassen will, wird von den Kommunen in unterschiedlicher Höhe zur Kasse gebeten. Am teuersten ist laut BVMW-Umfrage eine Bestattung in den Bädeorten Boll oder Überkingen. Dort kostet das Erd-Wahlgrab deutlich über 3000 Euro, das Urnen-Wahlgrab 1750 bzw. 1417 Euro. Im Vergleich dazu kommt man in Eislingen günstig weg, denn da kostet das Erd-Wahlgrab 1250 Euro und das Urnen-Wahlgrab 1100 Euro. Allerdings liegen in der drittgrößten Stadt im Landkreis die Gebühren für eine Erdbestattung mit 860 Euro und für eine Urnenbeisetzung mit 350 Euro deutlich höher als in Bad Boll, wo 570 und 225 Euro berechnet werden. Übrigens: Am günstigsten ist das Urnen-Wahlgrab in Lonsee im Alb-Donau-Kreis. Dort werden nur 360 Euro erhoben.

So gravierende Schwankungen bei den Friedhofsgebühren sind allerdings nichts Außergewöhnliches, sondern in Deutschland eher üblich, so Lothar Lehner. Jeder Friedhofsträger lege die Höhe der Friedhofsgebühren selbst fest. Die in Rechnung gestellten Kosten würden in der Regel neben den Grab- und Beisetzungsgebühren, noch die Miete der Einsegnungshalle oder Kapelle für die Trauerfeier, die Kosten für die Sargträger bzw. den Urnenträger, das Glockengeläut und die Bereitstellung einer Musikanlage, sowie Verwaltungsgebühren, z.B. Gebühren für die Genehmigung eines Grabsteins oder für die Anmeldung einer Trauerfeier umfassen. Dennoch seien die meisten Friedhöfe in den Städten und Gemeinden Zuschusseinrichtungen.

Experten gehen davon aus, dass die Friedhofsgebühren im Schnitt ca. 25 bis 40 Prozent der Bestattungskosten ausmachen. Meistens fallen auf Friedhöfen in kleineren Gemeinden geringere Gebühren an als auf Friedhöfen in großen Städten. Außerdem gibt es auch große Unterschiede innerhalb einer Gemeinde bei den Gebühren für verschiedene Grabarten. Dabei sind die Friedhofsgebühren für ein Erdwahlgrab am höchsten. Allgemein sind die günstigsten Friedhofsgebühren bei Urnengräbern (anonymes Urnengrab oder Urnenreihengrab) zu verzeichnen.

 

Für seine Umfrage  (Stand März 2021) erhielt der BVMW von folgenden Städten und Gemeinden Angaben: Eislingen, Lonsee, Donzdorf, Rechberghausen, Geislingen, Uhingen, Süßen, Böhmenkirch, Salach, Geislingen, Bad Überkingen, Göppingen und Bad Boll.

 

Rückfragen

Lothar Lehner

Selbständiger Repräsentant des BVMW e. V.

Büroadresse:

Dorfstr. 12

73312 Geislingen

Tel. 07331 / 210 599

E-Mail: lothar.lehner@bvmw.de

 

 

Geislingen, 01.05.2021

Kommentare (0)

Eigenen Kommentar verfassen

* Pflichtfelder


Pflichtfeld

Pflichtfeld

Pflichtfeld

Pflichtfeld
Sie werden per E-Mail benachrichtigt, sobald Ihr Kommentar veröffentlicht ist.