Gesundheit ist Chefsache

„Wir haben jetzt einen neuen Kollegen, der sich um die Gesundheit aller Beschäftigten kümmert“, ist ein vielgehörter Satz in Unternehmen. Eine Zuständigkeit für Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) zu schaffen ist aber nur ein Schritt in die ric...

Gerade Führungskräften kommt bei der Gesundheiterhaltung der Beschäftigten eine bedeutende Rolle zu, da sie eine Schlüsselposition innehaben. Führungskräfte können Vorbilder im BGM sein, indem sie Gesundheit zum Thema machen und auf sich und ihre Mitarbeitenden achten. Sie können aber auch genau das Gegenteil bewirken. Demnach ist hier Haltung gefragt, denn eines sind Führungskräfte auf jeden Fall: Gestaltende von Arbeitsbedingungen. Sie können Abläufe im Unternehmen steuern und gleichzeitig durch ein wertschätzendes Führungsverhalten einen wichtigen Beitrag zu einer gesunden Unternehmenskultur leisten. Der Einfluss einer gesundheitsgerechten Führung auf das Wohlbefinden der Beschäftigten ist von großer Bedeutung und sollte im Rahmen eines BGM Berücksichtigung finden.
Gesunde, motivierte und leistungsfähige Beschäftigte, die zum Unternehmenserfolg beitragen – das ist das Ziel vieler Organisationen. BGM ist ein geeigneter Ansatz, um Strukturen und Prozesse in der Organisation so auszurichten, dass sie sich förderlich auf die Gesundheit der Beschäftigten auswirken.

Implementierung eines Gesundheitsmanagements

Bei der Integration eines BGM hat sich ein systematisches Vorgehen bewährt. Systematisch bedeutet mehr, als vereinzelte Angebote zur Gesundheitsförderung zu machen. Vielmehr bedarf es der Entwicklung eines Gesamtkonzeptes, in dem die gesamte Unternehmensstruktur mit ihren (Prozess-)Abläufen beleuchtet und hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Beschäftigtengesundheit überprüft wird. Deshalb ist es notwendig, dass der Gesundheitsförderungsprozess mit einer Analyse der Ist-Situation beginnt, aus der sich passgenaue und auf das Unternehmen, die Arbeitsschwerpunkte und die Beschäftigtenstruktur zugeschnittene Maßnahmen ableiten lassen. Diese Maßnahmen sollten sowohl auf eine Verbesserung der Arbeitsumgebung und -prozesse als auch auf die Befähigung des einzelnen Beschäftigten zu einem gesundheitsförderlichen Verhalten abzielen. Eine Aneinanderreihung von Maßnahmen bringt hierbei keine nachhaltigen Veränderungen. Diesen ganzheitlichen Ansatz verfolgen bislang erst 22 Prozent in der betrieblichen Praxis, wie eine aktuelle Studie zeigt, in welcher über 1.000 Organisationen in Deutschland zum BGM befragt wurden.

Erfolgsfaktoren

In den BGM-Projekten des Verbands der Ersatzkassen e. V. (vdek) mit Krankenhäusern und (teil-)stationären Pflegeeinrichtungen ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor, dass die Geschäftsleitungen in die Vorhaben involviert sind und sich für eine Umsetzung aussprechen. Darüber hinaus muss von den Unternehmen personelles Eigenengagement für die hausinterne BGM-Steuerung eingebracht und eine Bereitschaft zur Veränderung gegeben sein. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass es Zeit benötigt, Veränderungsprozesse umzusetzen. Schon zu Beginn des Prozesses ist die Partizipation der Beschäftigten notwendig, um Maßnahmen zielgruppenspezifisch zu gestalten und im Alltag umsetzen zu können.

"Die Beschäftigten werden in ihren Gesundheitsressourcen gestärkt, gesundheitliche Belastungen abgebaut und dadurch die Arbeitsfähigkeit erhalten."


Gelingt es, BGM als Unternehmensstrategie zu integrieren, kann es einen hohen Mehrwert erzeugen. Die Beschäftigten werden in ihren Gesundheitsressourcen gestärkt, gesundheitliche Belastungen abgebaut und dadurch die Arbeitsfähigkeit erhalten. Dies kommt auch der Organisation zugute. Sie profitieren von einer gesunden Belegschaft und zeigen sich als attraktiver Arbeitgeber im Wettbewerb um gutes Personal.

Unterstützung der Krankenkassen

Seit vielen Jahren zählt die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) zu den Aufgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Dabei unterstützen die Krankenkassen den beschriebenen Gesundheitsförderungsprozess in den verschiedenen Phasen durch Analyseleistungen zur Bedarfsermittlung, Beratungen zur gesundheitsförderlichen Gestaltung von Arbeitsbedingungen, der Umsetzung von verhaltenspräventiven Maßnahmen sowie der Dokumentation, Qualitätssicherung und Evaluation. Es besteht auch die Möglichkeit, Unterstützung bei der Ziel- und Konzeptentwicklung, dem Aufbau eines Projektmanagements oder der internen Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit zu erhalten. Auch die Moderation von Arbeitsgruppen oder Gremien sowie die Qualifizierung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der BGF fallen in das Leistungsangebot der Krankenkassen. Durch die langjährigen Erfahrungen in diesem Gebiet sind sie ein zuverlässiger Partner, um Organisationen zu unterstützen, damit Gesundheit zur Chefsache wird.

Gut zu wissen

 

  • Als gemeinschaftliches Unterstützungsangebot der gesetzlichen Krankenkassen wurden die BGF-Koordinierungsstellen initiiert
  • Die BGF-Koordinierungsstellen unterstützen und begleiten Organisationen mit einer kostenfreien Erstberatung beim Aufbau einer BGF
  • Weitere Informationen zu den BGFKoordinierungsstellen finden Sie unter www.bgf-koordinierungsstelle.de

Stefanie Thees
Projektleiterin im Referat Prävention und Gesundheitsförderung Verband der Ersatzkassen e. V.

Nina Köhler
Referentin Betriebliche Gesundheitsförderung Verband der Ersatzkassen e. V.

www.vdek.com