Ansehen von Unternehmen steigt

Das Vertrauen der Deutschen in die gesellschaftlichen Institutionen ist im Jahr der Pandemie weiter gewachsen. Auch Unternehmen gewinnen an Vertrauen, schneiden im internationalen Vergleich aber dennoch schlechter ab.

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Die OECD gibt Empfehlungen, wie Institutionen ihre Integrität steigern können.

Während die gesellschaftlichen Institutionen international an Vertrauen eingebüßt haben, zeigte sich in Deutschland ein umgekehrter Trend, wie aus dem Edelman Trust Barometer 2021 hervorgeht. Insbesondere das Vertrauen in die Bundesregierung verzeichnete einen deutlichen Anstieg von 45 Prozent auf 59 Prozent. Auch Unternehmen haben mit einem Anstieg um sechs Prozentpunkte auf nun 54 Prozent der Befragten einen Vertrauenszuwachs erfahren. Besonders rasant stieg das Vertrauen in die Institutionen zu Beginn der Coronakrise im Frühjahr 2020 an, wohingegen sich zum Jahresbeginn 2021 eine Trendumkehr abzeichnete.

OECD unterstützt Institutionen

„Gerade erleben wir ein besonderes Vertrauensmomentum, auf dem es aufzubauen gilt“, fasst Christiane Schulz, CEO von Edelman Deutschland, zusammen. Der internationale Vergleich verdeutlicht den großen Handlungsbedarf bei den deutschen Institutionen. Im globalen Vertrauensranking in jährlich 27 Ländern belegt Deutschland nur Platz 14. Dies zeigt: Auch hierzulande sind Politik, Wirtschaft und Medien nicht vor unethischem Verhalten gefeit. Korruptionsfälle und Rechtsverletzungen belasten das Vertrauen in die Institutionen. Auch bei Unternehmen zeichnet sich ein Handlungsbedarf ab. Zwar ist das in sie gesetzte Vertrauen im Zuge der Corona-Pandemie weitergewachsen, im internationalen Vergleich schneiden sie jedoch unterdurchschnittlich ab. Die OECD hat nun ein Handbuch veröffentlicht, das Akteuren aus Wirtschaft und Politik Hilfestellung bei Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Integrität leistet.

Offenheit und Partizipation steigern Vertrauen

Eine offene Arbeitskultur, in der Missstände, potenzielle Interessenkonflikte und ethische Dilemmata offen angesprochen werden können, ist ein wichtiger Baustein einer Integritätsarbeit in Unternehmen. Sie trägt dazu bei, dass das Vertrauen in die Einrichtung gestärkt wird und sorgt bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für mehr Verantwortungsgefühl und Motivation. Zugleich hilft eine offene Arbeitskultur auch, Schaden vom Unternehmen abzuwenden, indem Probleme angesprochen und gelöst werden, bevor sich dauerhafte Zweifel an der Integrität des Unternehmens entwickeln können. Für eine offene Arbeitskultur ist ein regelmäßige Austausch zwischen Führungskräften und Beschäftigten unerlässlich.

 

Jannes Fock
BVMW Volkswirtschaft
jannes.fock@bvmw.de

Gut zu wissen

■ Weltweit sind nur 30 % der Befragten der Ansicht, der Staat diene den Interessen aller Bürgerinnen und Bürger

■ Im Vergleich zum Vorjahr werden alle Institutionen in Deutschland als vertrauenswürdiger angesehen

■ Das Edelman Trust Barometer ist abrufbar unter www.edelman.de/research/edelman-trust-barometer-2021