"Make Earth Great Again"

Haltung zeigen und keine Angst haben. So lautet einer der Grundsätze, für die die schottische Brauerei BrewDog auch in Deutschland einsteht.

frontpanorama der dogtap von brewdog GmbH Berlin
Foto: © BrewDog

Branchenübergreifend einzigartig ist dabei die Konsequenz, mit der sich die Brauerei immer wieder neu für die Einhaltung von Werten einsetzt.

Adrian Klie ist auf der Suche nach einem Gasanbieter. Ökogas muss es sein – zu 100 Prozent hergestellt aus Biogas. Er ist der neue Deutschlandchef von BrewDog. „Make Earth great again“ steht an einer Wand der 2.500 Quadratmeter großen Brauerei und Gastronomie von BrewDog in Berlin-Mariendorf. Und gemäß diesem Slogan handelt er. Die Brauerei setzt Maßstäbe in Sachen Werterhaltung und ökologischem Wandel. Klie ist stolz darauf, dass in der Berliner Brauerei das erste CO2-negative Bier gebraut und in alle Welt verschickt wird. Nachhaltig hergestellt mit grüner Energie. 20 Prozent der Gerste wird darüber hinaus durch überschüssiges, frisches Brot ersetzt. Lost Lager heißt das Pils. Es schmeckt.

Eine Million Bäume pflanzen

Für jeden verkauften Sixpack Lost Lager pflanzt BrewDog einen Baum. Die Brauerei hat im vergangenen Jahr ein mehr als 9.000 Quadratmeter karges Stück Weideland in den schottischen Highlands gekauft. In den nächsten Jahren sollen dort eine Million Bäume gepflanzt und Moore renaturiert werden. Der Wandel, den die Gesellschaft braucht, muss von einer fortschrittlichen Wirtschaft ausgehen – so ein Leitsatz von BrewDog. Lernbereitschaft nennt es Klie. „Seit Kurzem ist unser Unternehmen nicht nur CO2-neutral, sondern C02-negativ. Das heißt: Das Unternehmen entfernt viel mehr (doppelt so viel) Kohlenstoff aus der Luft, als es freisetzt“, erklärt der Deutschlandchef.

Gerechte Bezahlung und Transparenz

Auch in Sachen Gerechtigkeit und Bezahlung herrscht bei BrewDog Offenheit. „Niemand, der neu beginnt, verdient mehr als das 7-fache Einstandsgehalt einer festangestellten Kellnerin“, erläutert Klie die Philosophie der Brauer und fährt fort: „Wir glauben, dass unsere Zukunft auch maßgeblich davon abhängt, wie wir mit den Menschen umgehen, die für und mit uns arbeiten.“ Transparenz steht bei BrewDog nicht nur auf dem Papier. Was andere Brauereien streng geheim halten, legt die Brauerei offen. Ihre gesamten 326 Bierrezepte haben sie dokumentiert und für die weltweite Homebrewing-Community veröffentlicht – komplett gratis. Auch die Bilanzen des Unternehmens sind frei einsehbar. Solidarisch gehen die Bierliebhaber auch mit ihren Gewinnen um. Zehn Prozent werden zu gleichen Teilen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgeschüttet und zehn Prozent für karikative Zwecke gespendet, die die weltweite Community und BrewDog gemeinsam auswählen. Stolz sind die Schotten auch darauf, dass sie in einer Brau-Welt, die von multinationalen Konzernen beherrscht wird, für Unabhängigkeit und Authentizität stehen. Mehr als 100.000 Bier-Fans auf der ganzen Welt sind Miteigentümer von BrewDog und teilen die Philosophie. Wer rund 120 Euro ausgeben will, bekommt vier Anteile an der Brauerei. Und neben anderen Rabatten: Freibier am Geburtstag.

 

Herbert Beinlich
BVMW Leiter Kreisverband Berlin-Brandenburg Südwest und Pressesprecher Berlin
herbert.beinlich@bvmw.de