Wasserversorgung Afrikas

  • Investitionsbedarf im Wassersektor ist sehr groß (in Südafrika schätzungsweise 52,5 Milliarden Euro bis 2025)

  • Afrika ist der Kontinent mit dem größten oberirdischen, nicht gefrorenen Wasservorkommen

  • Afrika verfügt über 600.000 Kubikkilometer Grundwasser

Wasser ist ein lebenswichtiges Gut für Mensch und Umwelt: Wir benötigen es als Trinkwasser, aber auch in der Landwirtschaft, um Nahrungsmittel zu produzieren. Wasser wird zur Energieerzeugung benötigt – ob in der Wasserkraft oder als Kühlwasser für Kraftwerke. Auch die Industrie benötigt Wasser zur Produktion ihrer Güter. Und nicht zuletzt sind alle Ökosysteme der Erde von Wasser abhängig: nicht nur Seen, Feuchtgebiete und Auenlandschaften, sondern auch Wälder, Tundren und Halbwüsten.

Der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist nicht nur ein anerkanntes Menschenrecht, sondern auch Voraussetzung für die individuelle Gesundheit, die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes und die Verhinderung von Armut. Nur gesunde Menschen können aktiv am Leben teilnehmen, arbeiten, sich selbst versorgen und zur Entwicklung ihrer Gesellschaft beitragen.

Bereits jetzt ist durch ungleichmäßige Niederschlagsverteilung der Bedarf am Ausbau von funktionierender Infrastruktur riesig. Dazu kommt, dass das Wachstum der Bevölkerung und der Wirtschaft Afrikas zu einer starken Steigerung des Wasserverbrauchs führt. Der Klimawandel verschlimmert die Situation noch weiter, sodass bis 2050 70 bis 250 Millionen Menschen voraussichtlich an erhöhtem Wassermangel leiden werden.

Außerdem gefährden Wasserknappheit, Verschmutzung, Dürren und Überflutungen – verstärkt durch den Klimawandel – Betriebe und Produktion. Geplante Investitionen bleiben aus, Arbeitsplätze gehen verloren und der Migrationsdruck steigt. Wirtschaft und Gewerbe sind auf eine funktionierende, verlässliche Wasser- und Sanitärversorgung für Produktion und Betrieb angewiesen. Verunreinigtes Trinkwasser verursacht allein in Sub-Sahara-Afrika durch Arbeitsausfälle und steigende Gesundheitsausgaben Kosten in Höhe von jährlich 28 Milliarden US-Dollar, was 5 Prozent ihrer Wirtschaftskraft entspricht.

Deutsche Unternehmen sind führend in der Abwassertechnologie und größter Exporteur der EU mit 1,125 Milliarden Euro im Jahr 2019. Bei einer Anpassung an afrikanische Gegebenheiten bilden die Bereitstellung von Abwassertechnologie sowie die Lieferung von Technik zur Wasseraufbereitung und Meerwasserentsalzung einen riesigen Chancenmarkt für deutsche KMUs.