Auftaktveranstaltung der Taskforce Tunesien

Bei der digitalen Auftaktveranstaltung der Taskforce Tunesien am 9. Dezember kamen zahlreiche BVMW-Mitglieder, Botschaften, Partner und Verbände zusammen, um sich über die vielversprechenden Geschäftsmöglichkeiten in Tunesien auszutauschen.

Tunesien – ein Markt mit Potenzial

Die Expertinnen und Experten sind sich einig darüber, dass der tunesische Markt, gerade in den Sektoren der Automobil- und Luftfahrtzulieferindustrie, viel Potential für deutsche KMU hat.

Tunesien bietet den idealen Zugangspunkt zum afrikanischen Markt. Die geostrategische Lage im Mittelmeerraum mit nur einer Flugstunde von Europa und weniger als drei Flugstunden von Städten des Nahen Ostens ist vielversprechend. Zudem verfügt das Land über eine hervorragende regionale und internationale Integration mit 52 Abkommen zur Doppelbesteuerung und 54 bilateralen Abkommen zur Förderung und zum Schutz von Investitionen.

Ein weiterer bedeutender Produktionsfaktor ist das Humankapital mit über 65.000 Hochschulabsolventen pro Jahr und rund 1200 Berufsbildungseinrichtungen in mehr als 370 Fachrichtungen. Die Kosten der Arbeitskräfte sind im internationalen Vergleich niedrig. So beträgt das Jahresgehalt eines Software-Entwicklungsingenieurs in Tunesien etwa die Hälfte davon, was dies in Marokko und weitaus weniger als dies in Tschechien oder Polen betragen würde.

Auch was die Infrastruktur von Informations- und Kommunikationstechnologie angeht ist das Land ein Spitzenreiter und steht bei der Qualität afrikaweit an erster Stelle.

Ein neues Investitionsgesetz verbessert seit 2016 die Rahmenbedingungen für Investitionen im Land und sorgt für Investitionsfreiheit in den meisten Sektoren, Freiheit zur Übertragung von Gewinnen und Kapitalerträgen, den Schutz von geistigem Eigentum und für Importe und Exporte mit vereinfachten Zollverfahren.

Ausländische Investoren in Tunesien

Heute sind in Tunesien über 3.700 ausländische Firmen (davon 284 deutsche Firmen) erfolgreich angesiedelt. Diese sind gerne gesehen im Land, denn sie schaffen gemeinsam über 400.000 Arbeitsplätze. Deutschland gehört heute zu den Top 5 Investoren in Tunesien und schafft über 77.000 Arbeitsplätze im Land. Ausländische Investitionen stiegen mit 452 Investitionsgeschäften im Jahr 2020 – aber es gibt noch viel Luft nach oben.

Der tunesische Automobilmarkt

Der Automobilsektor ist ein Schlüsselsektor in Tunesien. Seit Jahrzehnten ist Tunesien ein Standort für Kfz-Zulieferer.

Eine Stärke des Sektors ist die Verfügbarkeit von qualifizierten, wettbewerbsfähigen und effizienten Fachkräften. Acht Ingenieurschulen und 36 sektorale Ausbildungszentren sind in Tunesien angesiedelt. Jährlich absolvieren 6.200 TunieserInnen die Hochschule in Disziplinen, die mit der Automobilzulieferindustrie in Verbindung stehen – 42% von Ihnen sind Ingenieure.  Beim Global Talent Competitiveness Index ist Tunesien auf Platz 1 in Nordafrika. Von den arabischen und afrikanischen Ländern ist die Konzentration von wissenschaftlichen Veröffentlichungen sowie von Forscherinnen und Forschern in Tunesien am größten.

Einige führende deutsche Unternehmen sind bereits erfolgreich in Tunesien ansässig. Dazu gehören zum Beispiel die Firma Leoni mit vier Produktionsstätten in Tunesien, die Firma Dräxlmeier mit vier Werken und die Marquardt-Gruppe.

Auch kleine und mittelständische Unternehmen nutzen die Potenziale des tunesischen Automobilmarktes. Das Familienunternehmen Arem Group Tunisia berichtet während unserer Auftaktveranstaltung von ihrem Weg in den tunesischen Markt. Mit 35 Autohändlern auf 45 in Tunesien verkaufte Automarken ist das Potenzial in diesem Sektor noch lange nicht ausgeschöpft.

Die größte Herausforderung besteht laut der tunesischen Agentur zur Förderung ausländischer Investitionen darin, neue Investoren zu gewinnen.

Die Taskforce Tunesien des BVMW

Genau hier kommt die Taskforce Tunesien ins Spiel. Gemeinsam mit der Sonderinitiative Ausbildung und Beschäftigung im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die Mittelstandsallianz Afrika des BVMW deutschen Unternehmen auf ihrem Weg nach Tunesien, beim Matching mit relevanten tunesischen Unternehmen und dem gemeinsamen Geschäftsauf- und Ausbau in der Region. Dies geschieht im Rahmen von Webinars, Marktstudien, Delegationsreisen und B2B Veranstaltungen. Eine erste Delegationsreise des BVMW nach Tunesien mit einem inhaltlichen Fokus auf den Automobilzuliefersektor ist für Ende Februar 2022 geplant.

Wichtig für Sie: Wenn Sie am (nord)afrikanischen Markt interessiert sind, sind Sie herzlich eingeladen der Taskforce Tunesien beizutreten. Wir begleiten Sie beim Markteintritt in Tunesien und verbinden sie mit Geschäftspartnern vor Ort. Die Automobil- und Luftfahrtzulieferindustrien stehen besonders im Fokus.. Sind sie daran interessiert, mehr zu erfahren? Kontaktieren Sie uns jetzt: Hanna Hodel: hanna.hodel@bvmw.de oder Lena Pahlenberg: business-scout@bvmw.de

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