Der Mittelstand. BVMW beim 9. Weltwasserforum in Dakar

Vom 21. bis zum 26. März hat in Senegal das 9. Weltwasserforum stattgefunden. Auch der BVMW war mit einer Unternehmerdelegation prominent vertreten.

weltwasserforum

"Frauen und Mädchen verbringen mehr als 200 Millionen Stunden pro Tag mit der Suche nach Wasser. 2,1 Milliarden Menschen sind gezwungen, verschmutztes Wasser zu konsumieren und 80% des Wassers wird ohne jegliche Behandlung in die Natur geleitet, wodurch die Gesundheit und das Leben von 4,5 Milliarden Menschen gefährdet wird", erklärte der senegalesische Präsident Macky Sall in seiner Eröffnungsrede des 9. Weltwasserforums am 21. März in Diamniadio.

Die weltweit größte Veranstaltung zum Thema Wasser wird alle drei Jahre vom Weltwasserrat in Zusammenarbeit mit einem Gastland ausgerichtet. Mit „Dakar 2022“ fand sie dieses Jahr zum ersten Mal seit ihrer Gründung im Jahr 1997 in Subsahara Afrika statt. Die 9. Ausgabe, die rund 8.000 Teilnehmende und 1.000 Institutionen zusammenbrachte, stand unter dem Kernthema "Wassersicherheit für Frieden und Entwicklung".

 

German Pavilion

Als einer der größten bilateralen Geber im Wassersektor war Deutschland mit einem Messestand, der Akteure der Privatwirtschaft und der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zusammenbrachte, auf dem Weltwasserforum vertreten. Darunter war auch der Mittelstand.BVMW und German Water Partnership e.V. (GWP), das Programm Business Scouts for Development (BSfD) und die deutsche Privatwirtschaft aus dem Wasser- und Abwassersektor. Die Unternehmerreise zum 9. Weltwasserforum ging aus einer Initiative der „Task Force Senegal“ des BVMW in Kooperation mit German Water Partnership hervor. Unter dem Motto „A Water Secure Future for All“ wurden die verschiedenen Akteure auf dem German Pavilion in ihrer fachlichen, methodischen und regionalen Diversität abgebildet und das partnerschaftliche Engagement für das gemeinsame Ziel einer wassersicheren Zukunft hervorgehoben.

Der deutsche Pavilion wurde am ersten Tag des Forums offiziell von BMZ Staatssekretär Jochen Flasbarth, dem senegalesischen Wirtschaftsminister Amadou Hott und der EU Botschafterin in Senegal Irène Mingasson eröffnet. Minister Hott betonte, wie wichtig ein vermehrtes privatwirtschaftliches Engagement Deutschlands – insbesondere auch von mittelständischen Unternehmen – für Senegal sei. Auch der Präsident Senegals Macky Sall besuchte persönlich den deutschen Messestand. Mit ca. 400 Besucher*innen pro Tag stieß der deutsche Auftritt auf ein reges Interesse des Fachpublikums. Die Attraktivität des deutschen Multistakeholder-Auftritts auf der Messe wurde auch durch die Exponate der mitreisenden BVMW/GWP Mitgliedsunternehmen erhöht.

weltwasserforum

Konkrete Kooperationsebene

Im Rahmen eines Besuchs in der rund 150 km östlich von Dakar gelegenen Stadt Diourbel, den die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) am 26. März organisiert hat, konnten sich die Teilnehmer von BVMW und GWP ein Projekt der Sidio Group ansehen. Die Aktivitäten des BVMW in Senegal werden seit 2020 auch maßgeblich vom Programm Business Scouts for Development (BSfD) unterstützt. Insbesondere die Kooperation zum Thema Wasser wurde hier vom Business Scout initiiert. Das senegalesische Unternehmen Sidio Group engagiert sich für die nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung der Region Diourbel einschließlich Touba. Touba als heilige Stadt in Senegal hat 1,5 Millionen Einwohner und ist neben seiner religiösen Bedeutung das Zentrum für Handel und Politik. Das Thema Wasser steht in der Region ganz oben auf der Entwicklungsagenda, da Versalzung, fehlende Technologie für Wasserbohrung und die Installation von Trinkwasserzufuhr die Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Wasser beeinträchtigen. Daher ist ein Technologietransfer einhergehend mit Ausbildung ein Weg, um junge Menschen in Beschäftigung zu bringen. Drei Wasserprojekte werden bereits intensiv diskutiert. Zudem setzt eine Umweltstudie in Diourbel an, um Optionen für die Müll- und Abwasserproblematik mit Hilfe der Privatwirtschaft zu realisieren.