Mehr Ladekomfort dank „angeschlagenem Kabel“

Am Freitag, den 17. September, hat der Bundesrat die Ladesäulenverordnung (LSV) vom Mai ohne Änderungen übernommen. Ein Kommentar dazu von Tina Zierul, Senior Director Public Policy bei BVMW Mitglied ChargePoint.

Foto: Tina Zierul, Senior Director Public Policy bei ChargePoint (Quelle: privat)

Kommentar zur Ladesäulenverordnung

von Tina Zierul, Senior Director Public Policy bei ChargePoint: Mehr Ladekomfort dank „angeschlagenem Kabel“

Am Freitag, den 17. September, hat der Bundesrat die Ladesäulenverordnung (LSV) vom Mai ohne Änderungen übernommen. Im Vorfeld wurde vor allem um die angeblich rückschrittliche Kartenzahlung teils heftig gestritten: „Die Plastikkarte sei überholt, die Mehrheit zahle per App“ hieß es immer wieder - ohne zu erwähnen, dass die LSV auch virtuelle Kartenzahlung miteinschließt. Google Pay und Apple Pay sind kein Rückschritt oder veraltet – sie führen nur dazu, dass vor allem spontane oder ausländische NutzerInnen mehr Wahl und Komfort haben und nicht unbedingt einen Ladetarif abonnieren müssen.

Zudem kann sich eine WebApp auch durchsetzen, wenn sie wirklich so viel besser sein sollte. Hauptsache, neue und alte E-Fahrer werden in Zukunft so bezahlen können, wie sie es vom Supermarkt oder der Tankstelle gewohnt sind, anstatt in ländlichen Regionen mit schlechtem Mobilfunkempfang einen App-Download und den Registrierungsvorgang des örtlichen Stromanbieters durchlaufen zu müssen.

Im Prinzip war dies keine Überraschung, denn sowohl Verkehrsminister Scheuer, als auch Wirtschaftsminister Altmeier hatten sich im Vorfeld für eine möglichst einfache und bequeme Bezahllösung ausgesprochen.

Die eigentliche Neuigkeit der LSV betrifft jedoch den Bedienkomfort der Ladepunkte.

Angeschlagene, also fest angebrachte Ladekabel werden mit der LSV offiziell erlaubt sein. Nun dürfen auch Normalladepunkte (bis 22 Kilowatt) mit ausschließlich fest angebrachten („angeschlagenen“) Ladekabeln errichtet werden. Bisher war das nur bei Schnellladepunkten (über 22 Kilowatt) der Fall. Das bedeutet, dass das Adapter-Chaos und das Kramen nach Kabeln im Kofferraum ein Ende haben und der Ladevorgang für den Kunden wesentlich nutzerfreundlicher wird. Bisher mussten E-Fahrer eigene Kabel oder Adapter mit sich führen, um auch dann Laden zu können, wenn der richtige Stecker fehlte. Bei angeschlagenen Ladekabeln besteht das Problem nicht und der Ladevorgang kann unmittelbar gestartet werden. In Zukunft wird beispielweise ChargePoint immer mehr Ladepunkte mit angeschlagenem Kabel errichten und damit dem Adapter-Frust vorbeugen.

Bei einer schnellen Verkündung der Verordnung durch die Bundesregierung könnte die LSV sogar bereits am 1. Oktober in Kraft treten.

Pressekontakt: Akima Media, Tel.: 089 / 17 959 18-0, chargepoint@akima.de