e-Mobilität - heiß diskutiert

Am 23.11. 2017 fand das Event "eMobilität für Mittelstand und Handwerk: Praxis & Zukunft" in Fürstenfeldbruck statt. Nicht das Elektromobil stand im Fokus, sondern Themen rund um einen vielleicht neuen Markt, der gerade nach Geschäfts-Chancen sucht.

Foto: Lukas Barth; eMobilität 23. November 2017

Frühlings-Stimmung im Herbst

Bei sonnigen 20 Grad fanden sich Teilnehmer aus den verschiedensten Branchen und Bereichen im Säulensaal des Veranstaltungsforums Fürstenfeld ein, um sich zu Themen rund um die Elektromobilität zu informieren. Dr. Mara Cole und Maximilian Irlbeck vom ZD.B begrüßten die anwesenden Unternehmer, die Vertreter von Kommunen, der Partner und des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft.

Historie der Elektro-Mobilität

Danach ging das Wort an Prof. Bogenberger von der Universität der Bundeswehr, der einen kurzen Überblick über die Historie des Elektro-Fahrzeuges gab und erklärte, wieso sich diese Technologie in den vergangenen "drei Phasen" der E-Mobiliät seit 1870 nicht durchsetzen konnte. In der nunmehr stattfindenden 4. Phase zeigte er sich überzeugt, dass die soziologischen und technischen Voraussetzungen für die erfolgreiche Einführung und Verbreitung dieser Technologie nunmehr gegeben sind. Im weiteren Verlauf ging er näher auf die Schaffung öffentlicher Ladeinfrastruktur durch Kommunen und die hierfür notwendigen Planungs-Paremeter ein.

Beispiele aus der Unternehmenspraxis

Das Praxis-Beispiel wie ein Unternehmen mit 600 Mitarbeitern seinen Fuhrpark nach und nach elektrifiziert und welche Vorteile daraus entstehen, beschrieb Dr. Hnatow von BridgingIT. Auf Punkte wie Image-Vorteile, CO2-Fußabdruck, Leasing-Kosten, Mitarbeiter-Modelle wurde im Detail eingegangen, aber auch zu überwindende Hürden im Umsetzungsprozess wurden dargestellt.

Hr. Robert Lee von eluminocity zeigte in seinem Vortrag, dass eMobilitäts-Infrastruktur nicht auf die Ladesäule begrenzt ist. Offene Schnittstellen für Abrechnungssysteme und weitere Anwendungen eröffnen Geschäfts-Chancen. Die Verbindung von Lademöglichkeit, moderner Beleuchtungstechnologie und Sensor-Technik geht über das reine Aufladen hinaus.

Geschäftschancen und warum man sie nicht verschlafen sollte

Dass Elektromobilität auch immer häufiger in Verbindung mit der Frage nach der Energieerzeugung und der Auslastung von Netzen diskutiert wird, war ein Hintergrund des Vortrages von Hr. Pfleghar/iHaus AG. Ein microGrid sieht das Elektromobil als einen (wenn auch nicht unwesentlichen) von rund 120 Verbrauchern im Netz eines Gebäudes. Der wichtige zu lösende Punkt in der Zukunft wird sein, wie die Steuerung der Energieerzeugung an vielen Punkten und die Entnahme von verbrauchenden Geräten so geregelt werden kann, dass die Stabiliät der Versorgung gewährleistet ist.

Wie eine Kammer ihre Unternehmer darauf vorbereitet, mit solchen zukünftigen Entwicklungen umzugehen und daraus traditionelle mit neuen Geschäftsmöglichkeiten und Technologien zu verbinden, zeigte Dr. Christl von der Handwerkskammer für München und Oberbayern auf. Zur Abrundung des Nachmittags ging er noch auf verfügbare E-Mobil Technologie ein.

Dr. Schwenk von Bayern Innovativ fasste den Nachmittag zusammen und lud die Anwesenden ein, die vielen Themen und offenen Fragen, die nicht direkt von den Experten beantwortet worden waren, bei einem kleinen Imbiss zu diskutieren.

"Einfach machen"

Dies wurde gerne angenommen und es zeigte sich, dass E-Mobilität weiterhin ein Thema ist, das nur zum Teil rational betrachtet wird. Von der fast schon missionarisch anmutenden Begeisterung des Tesla-Fahrers ist bis hin zur nüchternen Betrachtung des derzeit nicht genügend auf die Elektromoblität vorbereiteten Stromnetzes oder der Kosten-/Nutzen Rechnung bei Car-Sharing Modellen in Verbindung mit Elektromobilität waren viele Meinungen und Erfahrungen vertreten, die kontrovers diskutiert wurden.

Dass es noch viel in diesem Bereich zu tun gibt, war allen Anwesenden klar. Um es mit den Worten von Dr. Christl zu beschreiben, sollte dabei etwas im Vordergrund stehen, das vor allem im Handwerk und im Mittelstand eine gängige Philosophie ist: "Einfach machen".

Impressionen vom Nachmittag in der Bildergalerie unten.