Bewerbung 4.0 – Behind the Scenes –

Einblicke in die Bewerbungswelt 4.0 - ein Artikel, der von unserem Mitglied IBB AG in München zur Verfügung gestellt wurde - gibt einen schönen Überblick über aktuelle und zukünftige Trends zu Bewerbungsprozessen.

Wie auch in der Arbeitswelt ist in den Bewerbungsprozessen eine ganze Menge in Bewegung – Die schriftliche Bewerbungsmappe stirbt langsam aus und andere Formen haben sich längst etabliert. Laut Schätzungen werden bereits bei 70% aller Stellenanzeigen Online-Bewerbungen bevorzugt. Ständig etablieren sich aber auch neue Formen wie beispielsweise das mobile Bewerben per App.

Klassiker in der Bewerbung werden immer unwichtiger, so halten Personaler das Anschreiben laut einer StepStone Studie für nicht mehr so wichtig, im zunehmend digitalen und mobilen Bewerben zählt der Lebenslauf. 

Wir wollen Ihnen einen kurzen

Einblick in die aktuellen Trends rund ums Bewerben

geben und hoffen, dass für Sie das eine oder andere spannende Thema wieder dabei ist.

Zum Einstieg einige spannende Fakten zum Thema mobile Recruiting   

 

  • 73% der Befragten möchten sich mobil bewerben
  • 46,6% der Befragten haben schon einmal eine Bewerbung abgebrochen, weil das Angebot mobil nicht gut nutzbar war
  • 69,4% der Befragten erwarten innerhalb von einer Woche eine Rückmeldung auf ihre Bewerbung 
  • 43,2% der befragten Unternehmen haben ihren Online-KarriereAuftritt noch nicht mobil optimiert 

 

Quelle: Hochschule Rhein-Main in Zusammenarbeit mit meinestadt.de (2017)

Bewerbungstrends 2019:  

Die Online-Bewerbung

…sie hat die klassische Papierform an vielen Stellen verdrängt und wird auch in 2019 von der Mehrheit der Personaler und Unternehmen bevorzugt werden. Hierunter fallen Formate wie: Bewerbungsunterlagen per Email und / oder das  Ausfüllen von Bewerbungsformularen (beisp. Auf der Homepage des Unternehmens Vorteile: Keine Versandkosten, keine Papierflut, keine Wartezeiten durch langwierigen Versand und garantiert knitterfrei.   

Das Online-Profil

Jedes Unternehmen versucht die Bewerber vorab so gut wie möglich kennen zu lernen. Nicht nur das Vorstellungsgespräch wird hier zur Informationsgewinnung genutzt, sondern der Stellenwert von OnlineProfilen für Bewerber wird immer größer. Beispielsweise durch eine eigene Bewerberhomepage oder auch veröffentlichte Profile in beruflichen Netzwerken wie Xing oder LinkedIn sind gute Möglichkeiten für Bewerber und Recruitern zusammen zu finden.  Daher: Bewusster Umgang, immer aktuell und gepflegt halten – und nicht als privates Medium nutzen!

Mobile Recruiting  

Ein neuer Trend, der sich aber 2019 verstärken wird, sind Mobile Recruiting Tools. Noch werden die Tools nicht in Breite genutzt, aber das kommt.  Ziel ist es den Bewerbungsprozess für Bewerber unkompliziert auch über mobile Geräte abwickeln zu können. Ein Stichwort ist hier die One-Click-Bewerbung oder 15-Sekunden-Bewerbung genannt.  Trend: Unternehmen wie TSS, eine Daimler-Tochter, verzichten auf den Lebenslauf und wollen stattdessen in wenigen Sekunden per Video erfahren, was den Bewerber ausmacht.

Speed Recruiting  

…quasi Speeddating mit Arbeitgebern. Dieser Trend ist eher auf passenden Events, wie Karrieremessen zu finden. Die Idee: Personaler verschiedener Arbeitgeber sitzen an unterschiedlichen Tischen, Bewerber gesellen sich dazu und dann haben beide Seiten zwischen drei und fünf Minuten Zeit, um einen Eindruck vom Gegenüber zu bekommen. Dabei kann es auch mehrere Runden geben…

Ratsam:  sich im Vorfeld Gedanken machen, wie man sich in kürzester Zeit gut darstellen kann - hilfreich sind hier Methoden wie der Elevator Pitch, also eine kurze und prägnante Präsentation.  

Recruitainment  

Ein großer Trend im HR sind nicht nur im Recruiting derzeit Computerspiele. Dies beschreibt eine Symbiose aus Rekrutierung und Unterhaltung. Bewerber bekommen vom Unternehmen einen Link geschickt und folgen dann den Anweisungen. Vorsicht: Was wie ein Spiel wirkt, ist in Wirklichkeit das gleiche wie ein Assessment Center, nur online. Getestet wird so auf spielerische Art die Problemlösungskompetenz des Bewerbers. Messen und Events  

Eine schöne Möglichkeit für Bewerber und Recruiter ist es erste Kontakte und berufliche Netzwerke auf Messen und anderen Events aufzunehmen.  Hier können sich Kandidaten und Arbeitgeber im persönlichen Gespräch gegenseitig vorstellen oder Kandidaten können sich auch für andere Positionen und Unternehmen Inspiration holen.  Auch hier ratsam: Vgl. Artikel Speed Recruiting (Nr. 4)

Informationen zum Arbeitgeber 

Seit einigen Jahren beobachten wir, dass aus dem Bewerbermarkt ein Arbeitgebermarkt wird. Die Arbeitslosenquoten in Deutschland unterbieten sich mit historischen Tiefständen und die begehrten Fachkräfte werden immer weniger. Bewerber können sich ihre Arbeitgeber vermehrt aussuchen und möchten gezielt Informationen zu diesen einholen. Daher haben in den Jahren die online Bewertungsportale zugenommen. Einige bekannte Plattformen sind:

 

  • Jobvoting.de
  • Glassdoor.de
  • Kununu.com
  • MeinChef.de

 

Wie bei allen anderen Vergleichs- und Bewertungsportalen sollte man auch bei den Einträgen Vorsicht walten lassen. Natürlich kann man auf diesem Wege an die eine oder andere Insider-Info kommen,  bei extrem positiven oder negativen Äußerungen kann es sich aber auch um Fälschungen handeln. So ist es trotz der Fülle an Informationen wichtig, sich selbst eine Meinung zu bilden, die nicht nur aus einer Quelle stammt.

Gerade im Zuge des Fachkräftemangels wollen die Unternehmen ihren Bewerbern den Zugang bequemer machen. So sind in der letzten Zeit auch die Themen Edutainment und Gamification zu Bestandteilen des modernen Recruitings geworden. Doch diese Entwicklung bringt durchaus auch Nachteile mit sich, da dieser vereinfachte Prozess die Arbeit für Branchen mit vielen Bewerbern schwieriger macht.

Trotz aller technischen Neuerungen kommen folgende Kennzeichen einer Bewerbung nie aus der Mode.

 

  • Individualität -> Trotz aller Entwicklungen in Richtung Vereinfachung und Kürzung sollte der Bewerber die Möglichkeit haben, sich abzugrenzen 
  • Engagement
  • Werte -> Bewerber sollten sich dennoch mit den Werten der Unternehmen auseinandersetzen 

 

Quelle: Karrierebibel

Zukunftsmusik? Oder doch schon nah?? Auf welche Tools setzen Recruiter? 

Gut zu wissen, womit sich diese Seite des Bewerbungsprozesses beschäftigt!

Die Studie ICR Recruiting Trends fasst zusammen: 

Rund 95 Prozent der befragten Unternehmen haben Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung – und die Problematik nimmt zu!

Daher werden auch in diesem Segment neue Methoden gesucht, um Mitarbeiter zu finden. Folgend ein paar Beispiele: 

Recruiting Chatbots

Schnell, direkt, kurz: Die Kommunikation wird effizienter, Informationen kompakter und Antworten sollen immer schneller kommen. Um den Recruitingprozess effizienter zu machen, werden Chatbots für die ersten  Kontaktaufnahmen eingesetzt. 

Funktionsweise: Ein Bewerber teilt dem Chatbot die wichtigsten Eckdaten mit, diese werden an den Recruiter weitergeleitet, der bei Interesse Kontakt aufnimmt. Dieses Prozedere birgt für beide Seiten Vorteile. Bewerberseite: Zeitersparnis.

Wichtig zu wissen:  Die Datenbank trifft nach Eckdaten eine Vorauswahl. 

Fettnäpfchen: Für Bewerber mit buntem Lebenslauf, kann dies eine ähnliche Einbahnstraße sein, wie die bekannten Onlinebewerbungsmasken. 

SEO-Recruiting

„Recruiting” per Google. Viele Bewerber möchten für einen attraktiven Arbeitgeber tätig sein. Und suchen diese – auch – bei Google. Die Listung des Unternehmens ist dann auch entscheidend für die Firmen, um von guten Bewerbern gefunden zu werden, denn wer schaut schon bis Seite 5 bei Google!? Daher setzen die Firmen auch darauf in der Google Listung möglichst früh aufgelistet zu werden. In Anbetracht dessen lohnt es sich, auch andere Informationsquellen für die Recherche zu nutzen, da die kleineren „Hidden Champions“ hier vielleicht nicht auftauchen.

Active Sourcing

Auf der Suche nach Talenten nutzen die Personaler auch  Active Sourcing. Dabei durchsuchen Algorithmen verschiedene Quellen nach vielversprechenden Kandidaten: Bewerber-Datenbanken, soziale Medien, Businessnetzwerke, Communitys, spezialisierte Portale und viele mehr- so können auch hoch spezialisierte Kandidaten ausfindig gemacht werden.

Recruiting Marketing

Ein attraktiver Arbeitgeber wird sich auch mit seinen Vorteilen nach außen präsentieren- dies ist die Idee hinter Recruiting Marketing. Recruiter von großen Unternehmen bauen strategische Marken auf und positionieren sich. So bauen sie auch einen potentiellen Stamm an Bewerbern auf, die sie für Positionen ansprechen. 

Social Recruiting

Für die Suche nach geeigneten Mitarbeitern gehen auch Recruiter die Wege in die sozialen Netzwerke.  Xing, LinkedIn, Instagram, Facebook und Twitter werden für die Kandidatensuche immer wichtiger. Für beide Seiten ist hier auch die Möglichkeit interessant, dass man sich direkt kontaktieren kann. Aber auch hier macht der Ton die Musik, da sich Parteien ja auf bestimmten Netzwerken ja eher im scheinbar privaten Bereich bewegen…..Hier von beiden Seiten auf eine passende Ansprache achten und wenn man sich im Bewerbungsprozess befindet- auf Postings achten!

Quelle: engage.kununu.com/de/blog/recruiting-trends-2019/

Ein weiterer Artikel spricht gar vom Tod der Bewerbungsmappe…

Eine Bewerbung per Post wird kaum noch genutzt und wenn dann nur in ganz speziellen Branchen. Diese Art wird gerade von jüngeren Bewerbern als mühsam und teuer bewertet.  Veröffentlichungen von Bitkom kommen zum Ergebnis, dass die gedruckte Bewerbungsmappe ausgedient hat. “Laut dem Branchenverband wollen nur noch drei Prozent der HR-Manager in Unternehmen ab 50 Mitarbeitern die Unterlagen auf Papier in einer Bewerbungsmappe. Dagegen bevorzugen 86 Prozent digitale Bewerbungsmaterialen. Lediglich neun Prozent hätten keine Präferenz. Die Zukunft ist digital. So viel steht fest.“ Die Vorteile liegen auf der Hand – diese Form ist günstig und ist schneller zu bearbeiten.  

Quelle:https://t3n.de/news/die-bewerbungsmappe-ist-tot1116924/?utm_campaign=meetedgar&utm_medium=social&utm_source=meetedgar.com

Doch nicht nur das schriftliche Bewerben ändert sich, auch die Art der Vorstellungsgespräche.

Ist der Anfahrtsweg weit oder hat der Personaler noch Fragen zum Lebenslauf wird gerne ein Telefoninterview genutzt. Das hat Vor- und Nachteile. Schüchterne Menschen können hier unter Umständen besser agieren, während auf der anderen Seite die Stimme das einzige Kriterium ist und Gestern und Körpersprache nicht miteinbezogen werden.   

Unser Fazit 

Zu Beginn unserer Recherche stellte sich uns die Frage, inwieweit diese neuen Technologien überhaupt schon in den Bewerbungsprozess Einzug gehalten haben und wen es besonders betrifft. Nur High-Potentials? Nur die Generation Y?

Wir wurden eines Besseren belehrt. Genau wie alle Aspekte der Digitalisierung reicht sie auch hier in alle Branchen und in alle Qualifikationslevels.

Aktuelles Beispiel: Die Bahn hat aufgrund des Fachkräftemangels den Zugang massiv erleichtert und verlangt aktuell keine Anschreiben.   

Es scheint ratsam zu sein, da sich durch die sozialen Medien Business und Privates immer mehr vermischt, immer im Blick behalten, dass im Netz „Privat“ nicht mehr „Privat“ ist.   

Weiterhin bringt unsere schnelllebige Zeit auch immer schnellere Bewerbungsformen hervor, in denen es wichtig ist, sich kurz und prägnant zu präsentieren, zum Beispiel Elevator Pitch.

Der Artikel wurde zur Verfügung gestellt von unserem Mitglied

IBB -  Institut für Berufliche Bildung AG

Schwanthalerstr. 75a, 80336 München

Telefon: 089 – 5161 6812

E-Mail:  muenchen@ibb.com