Bisherige Staatshilfen werden nicht ausreichen

BVMW Umfrage zur Corona-Krise in Bayern - Trotz Soforthilfen, Bürgschaften und Hilfskrediten fürchten viele bayerische Mittelständler um ihre Zukunft.

Foto: Pixabay.com/de; Gerd Altmann, closed-4951621_1280.jpg

München – Die bayerischen Unternehmerinnen und Unternehmer blicken sorgenvoll in die Zukunft.

Das ist eines der zentralen Ergebnisse der bayernspezifischen Teilauswertung einer bundesweiten Umfrage des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW).

So schätzen 20 Prozent der Befragten in Bayern, dass sie die Liquidität des eigenen Betriebs bei Aufrechterhaltung der momentanen Einschränkungen nicht einmal mehr 4 Wochen sicherstellen können. Und sogar mehr als zwei Drittel sehen die Existenz des eigenen Betriebs in Gefahr, sollte der Shutdown noch mehrere Monate andauern. 

Viele bayerische Unternehmen mussten inzwischen auch staatliche Hilfen in Anspruch nehmen.

So haben bereits über 60 Prozent der Befragten in Bayern finanzielle Soforthilfe beantragt. Daneben nutzen viele Unternehmen weitere Hilfsmaßnahmen, wie Kurzarbeitergeld, Steuerstundungen oder Herabsetzung der Steuervorauszahlungen.

„Sowohl in Bayern als auch auf Bundesebene sehen wir, dass viele Unternehmerinnen und Unternehmer mehrere staatliche Hilfsangebote gleichzeitig wahrnehmen müssen, um die Folgen der Corona-Krise zu bewältigen“, so Achim von Michel, Landesbeauftragter für Politik und Pressesprecher des BVMW Bayern.  

Probleme gibt es allerdings noch bei der konkreten Inanspruchnahme.

„Viele unserer Mitglieder kämpfen derzeit noch mit unterschiedlichsten Hindernissen“, kritisiert von Michel.

So beklagen sich über 50 Prozent der befragten bayerischen Unternehmen über zu lange Bearbeitungszeiten und 24 Prozent fühlen sich insgesamt schlecht informiert.

„Wir begrüßen die schnelle Bereitstellung von Hilfsangeboten durch die bayerische Politik“, betont Achim von Michel, „allerdings dauert es noch zu lange, bis das Geld tatsächlich im Unternehmen ankommt.“

So haben 66 Prozent der befragten Betriebe, die Fördermittel oder Kredite beantragt haben, diese noch nicht bekommen. 

Ein weiteres Problem ist die Höhe der Fördersumme. 

Durch die anhaltenden wirtschaftlichen Einschränkungen gehen 86 Prozent davon aus, dass die bereits ausgezahlten Fördergelder (Soforthilfen und Kredite) nicht ausreichen werden, um den Finanzbedarf zu decken.

„Klar ist: Je länger der Shutdown andauert, desto mehr Unternehmen geraten in eine existenzgefährdende Situation“, betont von Michel.

Quelle: Presseinformation BVMW Bayern vom 16.04.2020