Beraternetzwerk Mittelstand - Orientierung in unübersichtlichem Markt

Unternehmensberater ist kein geschützter Begriff. Und so kommt es, dass sich neben vielen hoch professionellen und engagierten Experten eben auch "schwarze Schafe" tummeln. Die BVMW Zertifizierung hilft, erfahrene Berater zu finden.

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Wie erkennt man einen "guten" Mittelstands-Berater?

Natürlich anhand qualitativ objektiver Kriterien. Aber was zertifiziert der BVMW eigentlich und nach welchen Maßstäben? Lesen Sie im nachfolgenden auszugsweise, welche Grundlagen einer BVMW Berater-Zertifizierung zu Grunde liegen (Quelle: https://www.beraternetzwerkmittelstand.de/fuer-berater/, Kriterien für Beraterzertifizierung). 

Die BVMW-Beraterzertifizierung bescheinigt, dass ein Berater im Bereich der Unternehmensberatung von mittelständischen Unternehmen erfahren und geeignet ist.

Das Verfahren für die Zertifizierung ist dabei zwei zentralen Anforderungen verpflichtet:

Durch die Anerkennung des Verfahrens als Qualitätsnachweis durch das BAFA sind die entsprechenden Kriterien zu prüfen und seitens des Beraters einzuhalten.

Im Verfahren wird geprüft, inwieweit die Art der Beratung praxistauglich und auf die besonderen Gegebenheiten von mittelständischen Unternehmen abgestimmt ist.

Kern der Zertifizierung ist das persönliche Interview bezüglich eines konkreten Beratungsfalls, bei dem die unten aufgeführten Kriterien eingehend geprüft werden.

Daraus folgt, dass eine BAFA-Zulassung nicht zwangsläufig eine BVMW-Zertifizierung nach sich zieht und auch Zertifizierungen die vorwiegend auf der Erfüllung formaler Kriterien basieren, nicht automatisch anerkannt werden können.

Aus den oben genannten Anforderungen leiten sich folgende Kriterien für die Zertifizierung ab:

  1. Der Berater ist als Unternehmensberater tätig. Ein Unternehmensberater führt im Bezug auf ein bestimmtes Anliegen oder Problem des Kunden eine Analyse durch und spricht dann klare, auf die Gegebenheiten des Unternehmens abgestimmte Handlungsempfehlungen aus. Diese Empfehlungen werden nach der Durchführung im Bezug auf das eingangs ermittelte erwünschte Ergebnis geprüft. Die Beratung folgt, vereinfacht gesagt, dem Muster Soll-Ist-Maßnahme-Messen.
  2.  Beratung ist abzugrenzen von Coaching, Training, Schulungen und ausführenden Tätigkeiten wie beispielsweise der Erstellung einer Website oder der Einrichtung von Software.
  3. Eine Kombination mit unter Ziffer 2. genannten (Tätigkeiten) und auch ausführenden Tätigkeiten ist möglich, insofern sich ein Anteil klar abgrenzen lässt, der eine reine Unternehmensberatung im oben beschriebenen Sinne ist und der nicht zwangsläufig zu einer weiterführenden Dienstleistung des Beratungsunternehmens führt.
  4. Beratungen, die immer in Bezug auf eine ausführende Folgeleistung des Beraters erfolgen, sind keine Beratungen im oben beschriebenen Sinne, sondern beratender Verkauf. Eine Möglichkeit, das abzugrenzen, ist zu ermitteln, ob eine anbieterneutrale Beratung stattfindet. Das heißt, ob die Ergebnisse der Beratung auch unabhängig genutzt werden können. Es kann beispielsweise im Rahmen einer Beratung erarbeitet werden, welche Anforderungen eine Software erfüllen muss. Führt das immer zum Kauf der vom Berater vertretenen Software, handelt es sich um beratenden Verkauf und ist nicht durch die vom BVMW angebotenen Verfahren zertifizierbar. Kann der Kunde mit dem Ergebnis selbst am Markt schauen, welche Anbieter den Kriterien entsprechen oder wird der Kunde beim Vergleich von Anbietern begleitet, mit denen der Berater keine Provisionsvereinbarung hat, ist eine Beratung im oben beschriebenen Sinne gegeben, die damit auch zertifizierbar ist.
  5. Der Berater hat Erfahrung in der Beratung von mittelständischen Unternehmen. Das heißt, er muss bereits Beratungen von mittelständischen Unternehmen selbstständig, vollständig und erfolgreich durchgeführt haben. In Ausnahmefällen ist eine Zertifizierung auch möglich, wenn die beratende Tätigkeit bisher im Rahmen einer Festanstellung ausgeführt wurde. Entscheidend dabei ist, inwieweit sich die Erfahrungen im Rahmen der Festanstellung auf die jetzt geplante Beratung übertragen lassen. Wer beispielsweise in einem Unternehmen Projekte beratend begleitet hat, kann ggf. zertifiziert werden.
  6. Die Eignung des Beraters wird vor allem daran gemessen, inwiefern seine Handlungsempfehlungen genau auf die Aufgabenstellung und die Gegebenheiten in dem jeweiligen Unternehmen angepasst sind. Weiterhin ist es essenziell, dass der Berater prüft, ob seine Handlungsempfehlungen zu den gewünschten, im Rahmen der Auftragsklärung erarbeiteten Ergebnissen geführt haben.
  7. Eine Zertifizierung erfolgt, wenn der Berater die oben genannten Kriterien erfüllt. Bei nicht signifikanten Abweichungen kann unter Auflage eine Zertifizierung erteilt werden, insofern der Berater glaubhaft macht, dass er die Mängel erkannt hat und in der Lage ist, diese zukünftig abzustellen.
  8. Eine Zertifizierung als Beratungsunternehmen ist möglich. Dafür müssen folgende Bedingungen erfüllt sein: Das Unternehmen muss mehrere Berater beschäftigen, die nach den gleichen Qualitätsprinzipien arbeiten. Die Zertifizierung erfolgt dann mit einem Berater der im Zertifizierungsverfahren das ganze Unternehmen vertritt. Nicht zertifiziert werden können daher Unternehmen bei denen das Team nur einen Berater enthält und ansonsten andere Beschäftigte. Bei Kompetenzteams mit unterschiedlichen Beratungsthemen muss glaubhaft gemacht werden, dass einheitliche Qualitätskriterien bestehen, die regelmäßig kontrolliert und eingehalten werden.
  9. Die Zertifizierung ist stets widerruflich, wenn es zu glaubhaften Beschwerden von Kunden des Beraters kommt oder der Ruf unseres Beraternetzwerks in anderer Weise durch den Berater schwerwiegend geschädigt wird. Einem Widerruf der Zertifizierung geht in jedem Fall eine eingehende Prüfung der Sachverhalte voraus.

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